Von: red
Jared Kushner, Schwiegersohn des US-Präsidenten und dessen Chefunterhändler plant, zusammen mit seiner Frau Ivanka Trump, seit 2021 durch das in Miami ansässigen Unternehmen Affinity einen 1,98 Milliarden Dollar Deal in Albanien. Der Deal umfasst eine Küstenbebauung im Gebiet der Vjosa-Narta-Lagune und ein kleineres Resort im nahegelegenen Sazan. Seit Anfang Juni 2026 hat das zu einer heftigen Protestwelle in Albanien geführt – der „Flamingo Bewegung“ -, die nun auch international von Umweltaktivisten in Ländern wie Deutschland, Italien, Belgien, Schweden und Großbritannien unterstützt wird.
Der Grund liegt darin, dass Kushners Luxusbauprojekt auf der Insel, die heute mehr als 200 Zugvogelarten beherbergt, den geschützten Lebensraum zahlreicher Tiere gefährden könnte.
Die albanische Ornithologin und Artenschützerin Ledi Selgjekaj erklärte gegenüber Reuters, dass mehr als ein Prozent der weltweiten Population der Flamingos in Albanien lebt. So wurde der Flamingo zum Symbol des bürgerlichen Widerstands.
Auslöser der Proteste war die Errichtung von Zäunen und Stacheldraht durch die albanische Regierung, obwohl laut Medienberichten bislang kein genehmigtes Bauprojekt vorliegt.
Als Ende Mai schwere Baumaschinen in dem Gebiet gesichtet wurden, eskalierte die Volksbewegung komplett. Die Polizei setzte Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.
Der albanischen Regierung wird Korruption vorgeworfen
Bereits im Februar 2024 erfolgte die Änderung des Gesetzes über Schutzgebiete durch die albanische Regierung. Dies beschleunigt nun den Weg für den Bau von Luxusresorts in Zonen, die zuvor streng geschützt waren.
„Die ökologischen Schäden sind schwerwiegend und in einigen Fällen bereits irreversibel“, berichtet die Naturschutzorganisation Albaniens (PPNEA). „Auf uralte Sanddünen, die nach albanischem Recht als Naturdenkmäler ausgewiesen sind, wurde Kies aufgeschüttet – Schäden, deren Behebung laut Wissenschaftlern Hunderte von Jahren dauern wird. Durch die Bauarbeiten wurde zudem eine der beiden Öffnungen versperrt, die die Narta-Lagune mit dem Meer verbinden – mit unmittelbaren Folgen für Fische, Vögel und die gesamte Nahrungskette. Mit jedem Tag, an dem die Sperrung andauert, verschlimmert sich der Schaden.“
Laut Ministerpräsident Edi Rama gebe es keine Chance, das Bauprojekt zu stoppen, da es sich aus seiner Sicht um ein für Albanien strategisch wichtiges Projekt zur Förderung von Wirtschaft und Tourismus handle.
Jared Kushner hat hingegen erklärt, er wolle, dass es „das ideale Resort wird, in dem ich gerne mit meiner Familie und meinen Freunden Urlaub machen würde“. Seine Frau sagte in einem Podcast, das Projekt solle ihre Erfahrungen im Immobilienbereich, ihre Eindrücke aus Reisen und ihre Vorstellungen davon, wie Menschen künftig leben möchten, zum Ausdruck bringen.
Die zahlreichen Protestplakate mit Slogans wie „Du hast dein Land verkauft“ oder „Albanien gehört seinem Natur- und Kulturerbe, nicht korrupten Politikern“ deuten darauf hin, dass die Regierungslinie sowie die Pläne von Jared Kushner und Ivanka Trump in der Bevölkerung derzeit auf große Ablehnung stoßen.




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