Regionalrat sagt einstimmig "Ja

Free-Flow-Mautsystem auch im Trentino-Südtirol?

Mittwoch, 21. Oktober 2026 | 15:55 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen/Trient – Der Regionalrat von Trentino-Süd-Tirol zeigt sich offen für die Einführung eines Free-Flow-Mautsystem ohne physische Mautstationen. Ein entsprechender Begehrensantrag der Süd-Tiroler Freiheit, mit dem die Parlamentarier in Rom zu diesem Schritt aufgefordert werden sollen, wurde heute einstimmig angenommen. Gleichzeitig hat sich der Regionalrat für eine Übergangsfrist ausgesprochen, die bis zur endgültigen Einführung des neuen Mautsystems gelten soll.

Der Regionalratsabgeordnete Bernhard Zimmerhofer (Süd-Tiroler Freiheit), der Erstunterzeichner des Antrages, zeigt sich zufrieden. Er sagt: „Auf unseren Autobahnen herrscht ohnehin schon oft Stau, und die bestehenden Mautstationen tun ihr Übriges. Sie machen nämlich den Verkehr noch zähflüssiger, bereiten den Autofahrern zusätzlichen Stress und erhöhen das Unfallrisiko. Zudem verschlingen sie wertvollen Kulturgrund. Sie rückzubauen und durch ein zeitgemäßes Mautsystem zu ersetzen, ist das Gebot der Stunde!“ Und genau hier komme das sogenannte Free-Flow-Mautsystem ins Spiel.

Doch was ist überhaupt ein Free-Flow-Mautsystem und wie funktioniert es? Ein Free-Flow-Mautsystem ist ein vollautomatisches, digitales System zur Straßennutzungsgebühr, das komplett ohne physische Mautstellen oder Schranken auskommt. Der Verkehr fließt, ohne anzuhalten, mit normaler Autobahngeschwindigkeit durch.

Und so funktioniert es:

·         Automatische Erfassung: Beim Durchfahren elektronischer Mautbrücken erfassen Hochleistungskameras das Kennzeichen oder registrieren eine elektronische Mautbox (Transponder).

·         Streckenberechnung: Das System verknüpft die Daten von Ein- und Ausfahrt und berechnet die exakte Gebühr digital.

·         Bargeldlose Zahlung: Die Abrechnung erfolgt entweder automatisch über eine hinterlegte Mautbox oder nachträglich innerhalb einer Frist per Online-Zahlung.

„Das System verhindert Staus an den Mautstellen, senkt den Schadstoffausstoß durch entfallende Brems- und Anfahrvorgänge und ermöglicht die Renaturierung bisher betonierter Flächen“, erklärt die Süd-Tiroler Freiheit.

Frankreich macht’s vor

Während andere Strecken in Italien (wie Abschnitte der A36, A59, A60 oder A21) das schrankenlose System bereits nutzen, ist es auf der A22 Brennerautobahn derzeit noch nicht aktiv. Doch genau dies soll sich – geht es nach der Willensbekundung des Regionalrates – nun ändern.

Bernhard Zimmerhofer verweist dabei auf Frankreich als Vorbild: „In Frankreich ist die Einführung des Free-Flow-Mautsystems bereits voll im Gange und deutlich weiter fortgeschritten als in Italien. Das Land befindet sich mitten in einer schrittweisen Transformation des gesamten Autobahnnetzes. Italien möge diesem Beispiel folgen! Eine Übergangsfrist wäre auch für uns eine praktikable Lösung. Doch nun sind die Parlamentarier in Rom am Zug.“

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen