Von: Matthias Knapp
Bozen/Rom – Die neuesten ISTAT-Zahlen zum Geburtenrückgang in Italien sind für die SVP-Kammerabgeordnete und Vorsitzende der SVP-Frauen, Renate Gebhard, ein deutliches Alarmsignal. Sie fordert ein umfassendes und langfristig angelegtes Maßnahmenpaket zur Stärkung der Familien. Im Mittelpunkt stehen eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, eine stärkere finanzielle Unterstützung sowie mehr Sicherheit und Planbarkeit für junge Familien.
Im Jahr 2025 wurden in Italien nur noch 355.772 Kinder geboren, um 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 setzte sich dieser Rückgang fort. Mit durchschnittlich nur noch 1,13 Kindern pro Frau erreichte die Geburtenrate nach den vorläufigen Daten für diesen Zeitraum einen neuen Tiefstand. „Diese Zahlen müssen uns zu denken geben. Wenn immer weniger Kinder geboren werden, müssen wir uns auch fragen, ob unsere Gesellschaft jungen Menschen tatsächlich jene Rahmenbedingungen bietet, die sie brauchen, um ihren Kinderwunsch zu verwirklichen“, erklärt Gebhard.
„Kinder gehören zum Schönsten, was das Leben zu bieten hat. Für viele junge Menschen ist es ein großer Wunsch, eine Familie zu gründen und Kinder großzuziehen. Doch dieser Wunsch darf nicht durch finanzielle Sorgen, berufliche Nachteile und die täglichen Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zum Albtraum werden. Es muss uns als Gesellschaft gelingen, dass die Freude auf ein Kind größer ist als die Sorge, wie man das alles schaffen soll“, betont Gebhard.
Für die Vorsitzende der SVP-Frauen braucht es deshalb ein umfassendes Maßnahmenpaket, das an mehreren Stellen gleichzeitig ansetzt. „Wir müssen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf konsequent weiter verbessern. Dabei dürfen wir nicht nur die Kinderbetreuung betrachten, sondern müssen Arbeitswelt, Schule und Bildung viel stärker gemeinsam denken. Die Organisation des Familienalltags muss einfacher werden und darf nicht jeden Tag aufs Neue zu einem belastenden Kraftakt für die Eltern werden.“
Ein weiterer zentraler Punkt ist für Gebhard eine ausreichend lange und gut bezahlte Elternzeit für beide Elternteile. „Wer sich nach der Geburt eines Kindes Zeit für die Familie nimmt, darf dadurch nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten oder berufliche Nachteile erfahren. Gleichzeitig müssen wir die Väter stärker einbinden und die Verantwortung für die Familienarbeit gerechter aufteilen.“
Auch die finanzielle Unterstützung von Familien müsse weiter ausgebaut werden. Gebhard verweist dabei insbesondere auf das staatliche Familiengeld Assegno unico sowie die Zuschüsse für die Kleinkindbetreuung, den sogenannten Bonus asilo nido. „Diese Unterstützungsmaßnahmen sind wichtige Instrumente. Wenn wir dem Trend sinkender Geburtenraten aber nachhaltig entgegenwirken wollen, müssen wir der Familienpolitik bei der Verteilung der öffentlichen Finanzmittel – sprich bei der langfristigen Haushaltsplanung – einen noch höheren Stellenwert einräumen.“
Gleichzeitig unterstreicht Gebhard die Bedeutung der Wahlfreiheit bei der Kinderbetreuung sowie einer besseren sozialen Absicherung von Eltern. Dazu gehöre insbesondere auch die stärkere rentenrechtliche Anerkennung von Erziehungszeiten. „Es darf nicht sein, dass vor allem Frauen, die einen großen Teil der Familienarbeit übernehmen, dafür im Alter mit einer niedrigeren Rente draufzahlen.“
Besonders wichtig ist der SVP-Kammerabgeordneten, dass familienpolitische Maßnahmen langfristig angelegt werden. „Ein Kind zu bekommen ist eine Entscheidung fürs Leben. Deshalb müssen wir alles daransetzen, dass junge Menschen ihren Kinderwunsch mit Zuversicht und Freude verwirklichen können. Familien brauchen keine kurzfristigen Versprechungen, sondern langfristige Sicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen. Denn der Wunsch nach einem Kind darf nicht an der Angst vor der Zukunft scheitern.“




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