Drei Beschlüsse

Grünes Licht für neuen Wohnraum in Naturns

Montag, 29. Juni 2026 | 10:12 Uhr

Von: mk

Naturns – Der Gemeinderat von Naturns hat bei seiner letzten Sitzung drei Beschlüsse aus dem Bereich der technischen Dienste gefasst, welche neuen Wohnraum in unterschiedlichen Angeboten zulassen.

Ganz nach dem politischen Programm hat der Gemeinderat für drei wesentliche Wohnbauformen erste Schritte gesetzt. „Naturns achtet auf ein organisches Wachstum, das sich aus den natürlichen Wachstumsraten der Bevölkerung und dem damit verbundenen Wohnungsbedarf ableitet. Gleichzeitig legen wir aber auch Wert darauf, leistbaren Wohnraum anzubieten“, unterstreicht Bürgermeister Zeno Christanell. Nach dieser Vorgabe wurde im Zuge der Erarbeitung des Gemeindeentwicklungsprogrammes der Bedarf festgelegt. Nun folgen sukzessive die administrativen Weichenstellungen.

In diesem Sinne gab der Gemeinderat grünes Licht für die Erhöhung des Gebietsbauindexes beim sozialen Wohnbau im Schlossweg um 2400 m³. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass auf den vorhandenen Freiflächen weitere acht bis neun Wohnungen errichten werden können. „Der Bedarf an sozialen Mietwohnungen ist vorhanden, es gibt derzeit 27 Anträge, welche die Voraussetzungen erfüllen. Deshalb stellen wir dem Institut für den sozialen Wohnbau des Landes Südtirol diese Möglichkeit zur Verfügung und hoffen, dass eine Umsetzung baldmöglichst erfolgt“, erklärt Sozialreferent Florian Gruber.

Ebenfalls breite Zustimmung der Rätinnen und Räte gab es für den Durchführungsplan für die erste neue Mischzone am Etschufer. Der Bebauungsvorschlag sieht bei einem verbaubaren Volumen von 2.006 m³ insgesamt zwölf Wohnungen vor, welche alle für die Errichtung von Wohnungen für Ansässige im Sinne von Art. 39 LG 9/2018 vorgesehen sind. „Das Wohnkonzept ist entsprechend den Vorgaben des Gemeinderates bewusst auf ein innovatives Mehrgenerationenwohnen ausgerichtet“, betont Bürgermeister Christanell. Die räumliche Nähe der unterschiedlichen Wohnungstypen innerhalb des Gebäudes und die gemeinschaftlichen Außenflächen, ermöglichen das Zusammenleben mehrerer Generationen und fördert den sozialen Austausch unter den Bewohnerinnen und Bewohnern.

„Zusätzlich wird bei der Grundrissgestaltung besonderer Wert auf Flexibilität und Anpassungsfähigkeit gelegt. Die Wohnungen sind so konzipiert, dass bei Bedarf einzelne Einheiten zusammengelegt werden können. Dadurch besteht die Möglichkeit, durch Zusammenlegung eine größere Wohneinheit zu schaffen oder Wohnräume individuell an veränderte Lebenssituationen anzupassen. Diese Modularität ermöglicht es, auf spezielle Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner zu reagieren, etwa bei wachsender Familiengröße, bei Pflege- oder Betreuungsbedarf oder bei neuen Wohnformen wie Mehrgenerationen- oder Wohngemeinschaften. Das Gebäude bleibt dadurch langfristig nutzbar und kann sich im Laufe der Zeit an unterschiedliche Anforderungen und Lebensphasen anpassen“, steht im Konzept des Naturnser Architekturbüros Lesina Debiasi.

Erstmals beschäftigte sich der Gemeinderat mit dem neuen Modell der Wohnungen mit Preisbindung gemäß Art. 40 LG 9/2018. Die Gemeinde Naturns hat im Wege einer öffentlichen Interessensbekundung solche Wohnungen ausgeschrieben. Für ein erstes Projekt in der St. Prokulusstraße wurde jetzt die Umwidmung eines Mischgebietes eingeleitet. „Es handelt sich dabei nicht um eine allgemeine Erweiterung von Bauland, sondern um eine innerörtliche Umstrukturierung innerhalb erschlossener Flächen, da bereits bestehende Gebäude vorhanden sind“, erläutert Christanell.

Die beantragte Umwidmung in Mischgebiet ermöglicht eine zweckgebundene volumetrische Anpassung, innerhalb derer ein Teil der vorgesehenen Wohnflächen als Wohnungen mit Preisbindung realisiert wird. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Deckung des öffentlichen Bedarfs an leistbarem Wohnraum. Tatsächlich sehen die Durchführungsbestimmungen vor, dass von der zulässigen Baumasse von 3427,50 m³ (davon sind 1935,76 m³ bereits Bestand), 2996,50 m³ für die Errichtung von Wohnungen für Ansässige verwendet werden, wovon mindestens 1.000 m³ für die Errichtung für Wohnungen mit Preisbindung vorzusehen sind. Daraus ergeben sich vier Wohnungen, welche schlüsselfertig für den durchschnittlichen Verkaufspreis von 3.300 Euro brutto pro Quadratmeter Konventionalfläche laut Art. 2, Abs. 1 des D. LH Nr. 42/1999 verkauft werden müssen. Die Rangliste für den Erwerb wird nach der Genehmigung des Durchführungsplans der Zone voraussichtlich noch innerhalb des Jahres ausgeschrieben. „Die Zugangsvoraussetzungen für Interessierte sind mit der neuen Verordnung über die Zuweisung der Flächen für den geförderten Wohnbau der Gemeinde Naturns geregelt. Es wird rechtzeitig ein öffentlicher Infoabend stattfinden“, stellt Bürgermeister Christanell in Aussicht.

Bezirk: Burggrafenamt

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