Neustart mit gemeinnütziger Arbeit

Inhaftierte des Bozner Gefängnisses im städtischen Friedhof

Mittwoch, 21. Oktober 2026 | 17:34 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Gemeinnützige Arbeit als Chance für einen Neustart und als konkreter Beitrag für die Allgemeinheit: Das ist das Ziel eines von der Stadt Bozen und der Bozner Haftanstalt ins Leben gerufenen Wiedereingliederungsprojekts. Inhaftierte mit guter Sozialprognose konnten dabei auf freiwilliger Basis und ohne Vergütung gemeinnützige Tätigkeiten verrichten und so einen wertvollen Dienst an der Gemeinschaft leisten.

Heute wurde bei einer Pressekonferenz Bilanz über das Projekt gezogen. Bozens Sozialstadträtin Patrizia Brillo, die Direktorin des Friedhofsamtes Monica Dusini und der Direktor der Bozner Haftanstalt Giovangiuseppe Monti berichteten über die bisherigen Erfahrungen und zogen ein rundum positives Fazit. „Wir wollten Menschen in ihrer derzeitigen Situation die Möglichkeit geben, sich einzubringen und etwas Nützliches für die Allgemeinheit zu leisten. Dieses Projekt zeigt ihnen einen Weg zurück in die Gesellschaft auf und bestärkt sie darin, Verantwortung zu übernehmen, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen und einen neuen Weg einzuschlagen,“ so Stadträtin Brillo.

gmbz

Ein Inhaftierter war in den letzten Monaten damit beschäftigt, die Steinplatten auf den noch freien Wandgräbern am städtischen Friedhof zu reinigen. Diese waren durch pflanzliche Organismen, die den Stein besiedelt hatten, mit einem dunklen Belag überzogen. Mit einem Hochdruckreiniger und heißem Wasser konnten ohne Einsatz chemischer Zusätze 1.276 Grabplatten gereinigt und gleich mehrere Friedhofsbereiche verschönert werden, wobei die Stadt mit dieser Maßnahme nicht in erster Linie ästhetische Zwecke verfolgt. Sie soll auch ein Zeichen des Respekts gegenüber den Menschen sein, die dort ihrer Angehörigen gedenken.

Für den Inhaftierten selbst war diese Erfahrung eine positive Bestärkung. Die Wertschätzung seiner Arbeit und das sichtbare Ergebnis seines Einsatzes sind wichtige Erfahrungen, die ihm auch in der Zeit nach der Haft helfen werden. Entsprechend positiv fiel auch die Bilanz der Verantwortlichen aus, denn von diesem gemeinnützigen Projekt profitierte nicht nur der Inhaftierte selbst, sondern letztlich auch die Allgemeinheit.

Im kommenden Frühjahr soll das Projekt in eine zweite Runde gehen.

Bezirk: Bozen

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