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Der Iran ist nach eigenen Angaben zur Einhaltung der im Juni mit den USA geschlossenen Vereinbarung zur Beendigung des Krieges bereit – allerdings nur, wenn Washington seinerseits zu seinen Verpflichtungen zurückkehrt. Teheran werde dann “umgehend entsprechende Maßnahmen” ergreifen, sagte Präsident Massoud Pezeshkian am Dienstag bei einem Gipfeltreffen in Kirgistan. In der Straße von Hormuz wurden indes zwei Öltanker beim Verlassen der Meerenge beschossen.
Die wiederholten Verstöße der USA gegen die Vereinbarung von Islamabad und eine Rückkehr zu einer Politik des Drucks und der Drohungen könnten den Weg der Diplomatie allerdings zum Scheitern bringen, warnte Pezeshkian. Der Iran betrachte Diplomatie und Verhandlungen weiterhin als vorrangigen Weg zur Beilegung von Streitigkeiten. Ohne guten Willen, die Einhaltung von Verpflichtungen und den Verzicht auf Gewalt könne Diplomatie aber keinen dauerhaften Frieden schaffen.
Das US-Militär teilte indes mit, es habe mit Angriffen auf Ziele des Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) im Iran begonnen. “Die Angriffe erfolgen als Reaktion auf die jüngsten Angriffsversuche der IRGC gegen die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormuz und gegen in der Region stationierte amerikanische Soldaten”, erklärte das Zentralkommando des US-Militärs.
USA wollen mit Iran-Sanktionen bald Banken ins Visier nehmen
US-Finanzminister Scott Bessent stellte im Rahmen des angekündigten verstärkten wirtschaftlichen Drucks auf den Iran baldige Sanktionen gegen Banken in Aussicht. Wahrscheinlich werde man diese Woche eine solche Maßnahme verkünden, nächste Woche werde dann eine weitere folgen, sagte er am Rande eines G20-Ministertreffens in Asheville im Bundesstaat North Carolina. “Wir sprechen hier mit unseren Verbündeten”, betonte er und erwähnte große Unterstützung unter anderem seitens der EU und Großbritanniens.
Bessent hob auch hervor, dass die USA Vermögenswerte der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) aufspüren würden. Konkret nannte er in diesem Zusammenhang Konten auf den Britischen Jungferninseln. Der US-Finanzminister hatte vergangene Woche angekündigt, dass sein Land den Iran mit neuen Sanktionen wirtschaftlich noch weiter isolieren und so die Führung in Teheran in die Knie zwingen wolle. Sein Ministerium kündigte an, dass sogenannte Sekundärsanktionen gegen Länder und Organisationen verhängt werden könnten, die in fünf Wirtschaftssektoren geschäftlich tätig seien: digitale Vermögenswerte, Technologie, Gold, Luftfahrt und Schifffahrt.
Angriffe in Straße von Hormuz
In der Straße von Hormuz wurden unterdessen zwei Rohöltanker angegriffen und nach Angaben des griechischen Schifffahrtssicherheitsunternehmens Marisks binnen weniger Minuten getroffen. Bei den Schiffen handelte es sich demnach um die unter liberischer Flagge fahrende “Senegal Prosperity” und die unter saudi-arabischer Flagge fahrende “Sidr”. Wer hinter den Angriffen steckte, blieb unklar.
Nach Angaben des Sicherheitsunternehmens Vanguard Tech wurde die “Senegal Prosperity” von Raketen an der Backbordseite, im Maschinenraum und an einem Ballasttank getroffen. Die Kommunikation mit dem Schiff sei daraufhin ausgefallen. Die Besatzung sei in Sicherheit. Die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO hatte zuvor erklärt, es lägen keine Berichte über Verletzte oder Umweltschäden vor.
USA begannen am Sonntagabend mit erneuten Angriffen
Die Zwischenfälle ereigneten sich kurz nach den ersten US-iranischen Angriffen seit mehr als einem Monat. Die US-Armee hatte am Sonntagabend Raketenwerfer auf der iranischen Insel Larak in der Straße von Hormuz angegriffen. Nach US-Angaben sollten die Angriffe verhindern, dass der Iran weitere Seeminen in der Meerenge deponiert. Teheran reagierte eigenen Angaben zufolge mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Ziele in Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
US-Präsident Donald Trump kündigte daraufhin eine harte Reaktion an. “Wir werden sie hart treffen”, sagte Trump nach Angaben eines Reporters des Senders Fox News. “Es wird eine Antwort geben.” Zuvor hatte der Präsident den Iran als “gescheiterten Staat” bezeichnet und erklärt, dessen Militär sei dezimiert und die Finanzlage des Landes breche zusammen. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte zugleich an, den wirtschaftlichen Druck auf Teheran fortzusetzen.
Pezeshkian traf Putin in Bischkek
Am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit traf Pezeshkian erstmals seit Beginn des Iran-Krieges persönlich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammen. Er dankte Putin für die russische Haltung während des Konflikts. “Das zeigt, dass unsere Beziehung eine strategische Beziehung ist, keine gewöhnliche Beziehung”, sagte Pezeshkian.
Putin erklärte nach russischen Medienberichten, Moskau versuche, dem Iran “die Unterstützung zukommen zu lassen, die Sie benötigen”. Russland bewundere den “Mut und die Widerstandskraft” des Iran bei der Verteidigung seiner nationalen Interessen. Trotz der militärischen und politischen Lage hielten beide Länder zudem die Dynamik ihrer Wirtschaftsbeziehungen aufrecht.
Waffenruhe-Vereinbarung war im Juli zusammengebrochen
Die Vereinbarung von Islamabad war im Juni mit dem Ziel geschlossen worden, die Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran zu beenden. Der Krieg hatte Ende Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran begonnen. Eine im April vereinbarte Waffenruhe beendete zunächst knapp 40 Tage heftiger Angriffe, die Vereinbarung vom Juni sollte den Weg zu einem dauerhaften Ende des Konflikts ebnen.
Anfang Juli brach die Vereinbarung jedoch in sich zusammen, beide Seiten warfen sich gegenseitig Verstöße vor. Ein zentraler Streitpunkt ist die Straße von Hormuz. Der Iran hält die für den Welthandel wichtige Meerenge seit Kriegsbeginn weitgehend blockiert, die USA verhängten ihrerseits eine Seeblockade iranischer Häfen.




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