Israel bombardiert Stellungen der Hisbollah im Libanon

Israel greift Süden und Osten des Libanon an

Sonntag, 17. Mai 2026 | 12:05 Uhr

Von: APA/AFP

Nach der Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon hat Israel libanesischen Angaben zufolge den Süden und den Osten des Landes erneut angegriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete am Sonntag von zwei israelischen Luftangriffen auf die Ortschaft Sohmor in der Bekaa-Region im Osten des Landes. Im Süden gab es demnach weitere Luftangriffe in den Regionen Nabatiyeh und Tyros.

Israel und der Libanon hatten sich am Freitag unter US-Vermittlung auf eine Verlängerung ihrer Waffenruhe um 45 Tage geeinigt. Die beiden Nachbarländer unterhalten offiziell keine diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand.

Die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, lehnt sowohl die direkten Gespräche zwischen den Nachbarländern als auch die Waffenruhe ab. Ungeachtet der Feuerpause hatten Israel und die Hisbollah ihre gegenseitigen Angriffe bereits in den vergangenen Wochen fortgesetzt. Beide Seiten werfen sich gegenseitig Verstöße gegen das Waffenruhe-Abkommen vor.

Hisbollah spricht von “Sackgasse”

Ein Abgeordneter der Hisbollah erklärte am Sonntag, die “direkten Verhandlungen” mit Israel hätten nicht zu einer Waffenruhe geführt und die libanesischen Behörden “in eine Sackgasse getrieben, die sie von Kompromiss zu Kompromiss führen wird, ohne Ergebnis”. Die libanesische Regierung habe “das Land in eine sehr schwere Krisen gestürzt”, da sie nicht umsetzen könne, was Israel wolle – “insbesondere, was die Entwaffnung der Hisbollah betrifft”, fügte der Abgeordnete Hussein Haj Hassan hinzu.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei feuerte die Hisbollah Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze. Offiziellen Angaben zufolge wurden seitdem 3.000 Menschen getötet und mehr als eine Millionen Menschen vertrieben.

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