Immer wieder werden Kinder zum Ziel

Israel: Hamas-Sicherheitschef in Gaza festgenommen

Dienstag, 01. September 2026 | 19:43 Uhr

Von: importer

Israelische Einsatzkräfte haben Armeeangaben zufolge den Sicherheitschef der islamistischen Terrororganisation Hamas in der Stadt Gaza festgenommen. Spezialkräfte des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet seien dabei im Norden des Gazastreifens in ein Gebäude eingedrungen, um ihn dort herauszuholen, teilte das israelische Militär am Dienstagabend mit.

Die Hamas hatte zuvor mitgeteilt, ihr Sicherheitschef sei in der Stadt Gaza von Mitgliedern einer palästinensischen Miliz entführt worden, die mit Israel verbündet ist. Bei dem Vorfall sei auch seine Frau getötet worden, hieß es aus Hamas-Kreisen.

Israels Armee will Kontrolle der Hamas schwächen

Der Sicherheitschef der Islamistenorganisation soll laut Israels Armee nun zunächst verhört werden. Er habe Angriffe auf israelische Soldaten im Gazastreifen geplant. Ziel des Einsatzes sei es außerdem gewesen, die Kontrolle der Hamas in dem Gebiet zu schwächen.

Seit Beginn der derzeit geltenden Waffenruhe im Gaza-Krieg kontrolliert das israelische Militär etwas mehr als die Hälfte des Gazastreifens, im restlichen Gebiet hat die islamistische Hamas ihre Kontrolle wieder gefestigt.

Minderjährige in Gaza getötet

Israels Luftwaffe habe während der Festnahme mehrere Ziele in der Gegend angegriffen, um laut Armee die eigenen Einsatzkräfte zu schützen. Laut Krankenhausangaben wurden zwei Minderjährige getötet. Diese gehörten offenbar nicht zur Familie des Sicherheitschefs.

Israels Ministerpräsident lobte laut Angaben seines Büros die Festnahme “einer der ranghöchsten Hamas-Führer”. Er sei auch unter anderem dafür verantwortlich gewesen, während des Hamas-Terrorangriffs vor fast drei Jahren aus Israel entführte Geiseln zu transportieren. “Meine Anweisung ist eindeutig: Der Staat Israel wird weiterhin alle Hamas-Führer und jeden, der an dem Massaker vom 7. Oktober beteiligt war, verfolgen.”

Berichte über Tote bei Angriffen Israels in Gaza

Bei Angriffen Israels im Gazastreifen kamen am Dienstag laut Palästinenservertretern mindestens vier Menschen ums Leben, darunter drei Kinder. Augenzeugen zufolge feuerten israelische Kampfjets mindestens zwölf Raketen auf das Gebiet Katiba im Westen von Gaza-Stadt ab, in dem sich viele vertriebene Familien aufhalten. Bei dem ungewöhnlich heftigen Bombardement seien drei Menschen – zwei Kinder und eine Frau – getötet und mehrere weitere verletzt worden, so Sanitäter.

Das israelische Militär teilte mit, es habe mehrere Ziele im Gazastreifen angegriffen, um Bedrohungen für die eigenen Sicherheitskräfte auszuschalten. Die von der radikal-islamischen Hamas geführte Regierung im Gazastreifen schilderte den Hergang anders: Eine israelische Spezialeinheit sei bei einem Einsatzversuch in Gaza-Stadt entdeckt worden, erklärte Medienbüro-Direktor Ismail al-Thawabta. Daraufhin habe Israel schwere Luftangriffe mit mehr als zehn Kampfflugzeugen geflogen.

Angriffe trotz Waffenruhe

Eine von den USA unterstützte Waffenruhe hatte im Oktober 2025 die schweren Kämpfe im Gazastreifen gestoppt. Israelische Luftangriffe endeten damit jedoch nicht. Das Militär will mit solchen Einsätzen nach eigenen Angaben Angriffe der Hamas und anderer militanter Gruppen vereiteln. Die Hamas wirft Israel hingegen vor, die Waffenruhe zu verletzen und Bemühungen um einen umfassenderen US-Plan für ein Ende des Krieges zu untergraben. Dieser Plan sieht einen weiteren israelischen Truppenabzug aus Gaza sowie die Entwaffnung der Hamas vor.

Den Behörden in Gaza zufolge sind seit Beginn der Feuerpause mehr als 1.300 Palästinenser getötet worden. Auf israelischer Seite fielen nach Militärangaben vier Soldaten.

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