Schussattentat nahe Hebron

Israel will Westjordanland nach Angriff komplett abriegeln

Freitag, 23. Oktober 2026 | 11:01 Uhr

Von: importer

Nach einem Schusswaffenangriff mit fünf Verletzten in der Nähe von Hebron bereitet Israel nach den Worten von Regierungschef Benjamin Netanyahu eine “vollständige Abriegelung” des besetzten Westjordanlandes vor. Der Premier erklärte am Freitag, Israel habe einen “schweren Terroranschlag” verhindert, nachdem Soldaten zwei mutmaßliche palästinensische Angreifer getötet hatten.

Netanyahu sprach den “heldenhaften Kämpfern” seine Anerkennung aus und wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung, wie es in seiner Erklärung weiter hieß. Er habe das Militär angewiesen, einen Sperrgürtel um die Stadt Hebron zu errichten und sich ab dem heutigen Freitag auf eine “vollständige Abriegelung des gesamten Westjordanlandes” vorzubereiten. In Gruppen des Onlinedienstes Telegram hieß es, dass in der Region bereits viele Kontrollpunkte geschlossen seien.

Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im Westjordanland sowie wenige Tage vor der Parlamentswahl in Israel. Bei dem Schussattentat von Palästinensern wurden israelischen Angaben zufolge mehrere Israelis teils lebensgefährlich verletzt. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom teilte in der Früh mit, insgesamt seien fünf Menschen verletzt worden. Zwei von ihnen befinden sich demnach in kritischem Zustand.

Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg weiter verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden dort seitdem mehr als 1.100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet. Auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser hat deutlich zugenommen.

Konflikt mit den Palästinensern ist wichtiges Wahlkampfthema

Am 27. Oktober sollen die Menschen in Israel ein neues Parlament wählen. Der Konflikt mit den Palästinensern ist ein wichtiges Wahlkampfthema. Rechte Politiker versuchen bei ihrer Wählerschaft zu punkten, indem sie ein hartes Vorgehen gegen palästinensische Gewalt versprechen. Die zunehmenden Angriffe radikaler israelischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland thematisieren sie dagegen kaum. Laut Umfragen könnte es sowohl für das Lager des amtierenden Ministerpräsidenten Netanyahu als auch für die Opposition schwierig werden, eine Mehrheit zu sichern.

Israel hält das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren Siedlungen nach Völkerrecht illegal sind.

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