Von: APA/AFP/Reuters
Drei Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs setzen Israel und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe fort. In der Nacht und am Samstag in der Früh gab es nach israelischen Militärangaben Raketenangriffe aus dem Iran auf Israel. Rettungskräfte seien unterwegs zu mehreren Einschlagsorten im Großraum Tel Aviv, teilte die Armee mit. Es gab Bilder der Zerstörung, aber keine Berichte zu Verletzten. Die israelische Armee griff in der Nacht erneut Ziele im Iran und im Libanon an.
Am Freitag hatte es bei einem iranischen Raketenangriff erneut einen Einschlag in der Jerusalemer Altstadt gegeben. Nach Medienberichten war ein Raketenteil im jüdischen Viertel eingeschlagen, unweit auch der heiligen Stätten des Islams und des Christentums.
Iran feuerte offenbar auf US-britischen Militärstützpunkt
Der Iran feuerte einem Zeitungsbericht zufolge zwei Mittelstreckenraketen auf den US-britischen Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean ab. Keine der Raketen habe jedoch die Basis getroffen, berichtete das “Wall Street Journal” unter Berufung auf mehrere US-Regierungsvertreter. Ein Flugkörper sei während des Fluges ausgefallen, während ein US-Kriegsschiff eine Abfangrakete auf den anderen abgefeuert habe. Wie die Zeitung weiter berichtet, ist unklar, ob der Abschuss der zweiten Rakete erfolgreich war. Wann genau der Angriff stattfand, ließ die Zeitung offen. Stellungnahmen der Regierungen in Washington und London lagen zunächst nicht vor.
Iran warnt Emirate vor Genehmigung von Angriffen auf Inseln
Der Iran warnte indes die Vereinigten Arabischen Emirate davor, Angriffe von ihrem Territorium aus auf zwei strategisch wichtige Inseln nahe der Straße von Hormuz zuzulassen. Sollte es vom emiratischen Staatsgebiet aus “zu weiteren Aggressionen gegen die iranischen Inseln Abu Musa und Große Tunb im Persischen Golf kommen, werden die schlagkräftigen iranischen Streitkräfte Ras al-Khaimah in den VAE mit schweren Angriffen überziehen”, erklärte das zentrale Einsatzkommando der iranischen Armee, Khatam al-Anbiya, am Samstag. Die Stellungnahme wurde von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreitet. Das iranische Militär bezog sich dabei auf das Emirat Ras al-Khaimah.
Die Inseln Abu Musa und Große Tunb liegen im Persischen Golf westlich der Straße von Hormuz, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft. Der Iran kontrolliert die beiden Golfinseln seit 1971, sie werden aber seit Jahrzehnten auch von den Vereinigten Arabischen Emiraten beansprucht.
Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar ist die Straße von Hormuz durch das iranische Militär de facto gesperrt. Der Iran wirft den Golfstaaten vor, US-Streitkräften Angriffe von ihrem Territorium aus zu erlauben. Die Golfstaaten haben diese Anschuldigungen mehrfach zurückgewiesen.
Sicherheitskreise: Drohnenangriff auf Wohnviertel in Iraks Hauptstadt Bagdad
Irakischen Sicherheitskreisen zufolge wurde indes auch ein Wohnviertel in Iraks Hauptstadt Bagdad Ziel eines Drohnenangriffs. Eine Drohne schlug am Samstag in einem bei der irakischen Oberschicht und ausländischen Diplomaten beliebten privaten Sportklub ein. Der Angriff einer weiteren Drohne richtete sich demnach gegen “ein “Kommunikationsgebäude”.
In dem Gebäude ist den Angaben zufolge eine irakische Sicherheitsbehörde untergebracht, die im Rahmen der von den USA angeführten internationalen Koalition gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat mit US-Beratern im Irak zusammenarbeitet. Weitere Angaben zu dem Drohnenangriff wurden zunächst nicht gemacht.
Seit Beginn des Iran-Kriegs beschießen pro-iranische Milizen immer wieder Ziele in Bagdad, darunter den Flughafen und vom US-Militär genutzte Einrichtungen. Auch die Kurdenregion im Nordirak wurde seitdem immer wieder attackiert. Auch diese Angriffe wurden pro-iranischen Gruppen zugeschrieben.
Iraks Nachbarland Iran wird seit Ende Februar von Israel und den USA massiv aus der Luft angegriffen. Teheran reagiert seitdem mit Gegenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.




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