Trump will Dialog, aber keine Waffenruhe

Trump überlegt, Angriffe auf Iran zurückzufahren

Samstag, 21. März 2026 | 01:42 Uhr

Von: APA/Reuters/dpa

US-Präsident Donald Trump erwägt, die Militärangriffe auf den Iran zurückzufahren. Die USA stünden kurz davor, die eigenen Ziele im Krieg zu erreichen, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Dazu listete Trump fünf Ziele auf: etwa die vollständige Zerstörung der iranischen Raketenarsenale und Abschussvorrichtungen sowie der dortigen Verteidigungsindustrie. Außerdem sollten die Marine und Luftwaffe samt der Flugabwehrsysteme ausgeschaltet werden.

Zudem gehe es darum, niemals zuzulassen, dass der Iran auch nur annähernd in den Besitz von Atomwaffen gelange. Schließlich nannte Trump als Ziel den Schutz der Verbündeten im Nahen Osten, einschließlich Israel, Saudi-Arabien, Katar, Vereinigte Arabische Emirate, Bahrain, Kuwait und weitere.

Trump lehnt Waffenruhe aber ab

Eine Feuerpause im Iran-Krieg lehnt Trump aber ab. “Wir können einen Dialog führen, aber ich will keine Waffenruhe”, sagte er am Freitagnachmittag (Ortszeit) vor Journalisten. “Wissen Sie, man vereinbart keine Waffenruhe, wenn man die andere Seite gerade vernichtet.” Eine iranische Stellungnahme lag zunächst nicht vor. Teheran hatte zuvor Verhandlungen über eine Öffnung der Straße von Hormuz abgelehnt, solange die Angriffe weitergehen.

Trump bekräftigte indes, dass andere Staaten für den Schutz des Seewegs verantwortlich seien. Die Meerenge müsse bei Bedarf von den Ländern bewacht und gesichert werden, die sie nutzten, teilt Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social mit. Die USA benötigten die Wasserstraße nicht. Auf Ersuchen werde man diesen Staaten zwar helfen, dies sollte aber nach der Beseitigung der iranischen Bedrohung nicht nötig sein.

NATO-Verbündete für Trump “Feiglinge”

Die NATO-Verbündeten bezeichnete Trump wegen ihrer ausbleibenden Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormuz als “Feiglinge”. Ohne die USA sei das Verteidigungsbündnis ein zahnloser Tiger, schrieb der Republikaner auf Truth Social. Er warf den Verbündeten vor, sich nicht am Kampf gegen eine atomare Bewaffnung des Irans beteiligt zu haben.

Jetzt, da der Kampf militärisch “GEWONNEN” sei, beschwerten sie sich über die hohen Ölpreise, würden aber nicht dabei helfen, die Straße von Hormuz zu öffnen. “Das wäre für sie so einfach und mit nur geringem Risiko verbunden. FEIGLINGE, das werden wir uns MERKEN!”, schrieb Trump weiter.

Amphibisches Angriffsschiff fährt in Region

Das US-Militär verlegt Insidern zufolge Tausende zusätzliche Marineinfanteristen und Seeleute in den Nahen Osten. Dies sagten drei US-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters unter Wahrung der Anonymität. Welche genaue Rolle die zusätzlichen Einheiten übernehmen sollen, ließen die Informanten offen. Das Weiße Haus und das US-Verteidigungsministerium nahmen zu den Informationen zunächst nicht Stellung.

Den Insidern zufolge umfasst die geplante Verlegung das amphibische Angriffsschiff USS Boxer, die dazugehörige Marine-Expeditionseinheit (MEU) sowie ein begleitendes Kriegsschiff. Einem der Insider zufolge verlassen die Soldaten die Westküste der USA etwa drei Wochen früher als geplant. Die Verlegung erfolgt vor dem Hintergrund, wonach Trump die Entsendung Tausender Soldaten erwägt, um die Militäroperation im Nahen Osten zu verstärken.

US-Regierung überlegt Besetzung der iranischen Insel Kharg

Einem Bericht des Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf vier Insider zufolge erwägt die US-Regierung, die iranische Ölexport-Drehscheibe auf der Insel Kharg zu besetzen oder zu blockieren. US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag auf entsprechende Berichte angesprochen: “Wenn ich es tun würde, würde ich es Ihnen sicherlich nicht sagen. Aber ich setze keine Truppen ein. Wir werden tun, was nötig ist.” Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erklärte am Donnerstag ohne weitere Erläuterungen, ein Sturz der iranischen Regierung erfordere eine “Bodenoffensive”.

Indes signalisierten einige NATO-Verbündete Unterstützung für die US-Aktivitäten inbezug auf die Straße von Hormuz. Wie die britische Regierung nach Beratungen bekanntgab, erlaubt London den USA die Nutzung von Militärbasen für Angriffe auf iranische Raketenstellungen, die die Schifffahrt in der Straße von Hormuz bedrohen.

Rumänien schließt sich Hormuz-Koalition an

Der rumänische Präsident Nicusor Dan sagte am Freitag, dass sich sein Land einer Koalition aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Japan anschließen werde, die Maßnahmen um die Gewährleistung eines sicheren Schiffsverkehrs in der Straße von Hormuz treffen wollen. Gleichwohl sei Rumänien fest entschlossen, sich weiterhin nicht in den Konflikt im Nahen Osten hineinziehen zu lassen, so Dan.

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