Weiter Angriffe auf Rafah

Israels Einsatz in Rafah dauert an

Sonntag, 19. Mai 2024 | 22:34 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Israel hat auch am Wochenende seinen Militäreinsatz in Rafah im Süden des Gazastreifens fortgesetzt. Der israelische Armeesender meldete am Sonntag, die Truppen hätten mehrere Schmugglertunnel im Grenzgebiet zwischen dem Gazastreifen und Ägypten gefunden. Außerdem seien Tunnel entdeckt worden, die von Terroristen der Hamas bei ihrem Angriff am 7. Oktober des Vorjahres genutzt worden seien. Israels Militärspitze genehmigte laut Medienberichten eine Ausweitung des Einsatzes.

Verteidigungsminister Yoav Gallant und Generalstabschef Herzi Halevi hätten die “nächste und bedeutsame Phase” der Operation in der Stadt gebilligt, berichtete der regierungsnahe israelische TV-Sender Channel 14 am Sonntag. Ranghohe Militärs sollten dem Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, die Details des Plans präsentieren, hieß es weiter in dem Bericht. Sullivan traf am Sonntag in Israel den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu. Auch Gespräche des US-Repräsentanten mit Gallant und Staatspräsident Yitzhak Herzog waren geplant.

Bei einem israelischen Angriff in dem Flüchtlingsviertel Nuseirat im zentralen Abschnitt des Gazastreifens sind nach palästinensischen Angaben mindestens zwei Dutzend Menschen getötet worden. Die von der islamistischen Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde teilte am Sonntag mit, mindestens 24 Palästinenser seien getötet worden, als in der Nacht ein Wohnhaus getroffen worden sei. Ein israelischer Armeesprecher sagte, man prüfe den Bericht.

Bei einem gezielten Angriff Israels im zentralen Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben ein ranghohes Mitglied der Hamas-Polizei und sein Begleiter getötet worden. Ihr Fahrzeug sei in Deir al-Balah getroffen worden, hieß es am Sonntag aus Hamas-Kreisen. Es war die Rede von dem Leiter der Untersuchungsabteilung der Hamas-Polizei. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten. Seit Beginn des Gazakriegs vor mehr als sieben Monaten hatte die Armee immer wieder gezielt Mitglieder der islamistischen Terrororganisation getötet.

Seit Beginn des Militäreinsatzes in Rafah vor rund zwei Wochen haben nach Angaben des UNO-Palästinenserhilfswerks UNRWA rund 800.000 Menschen die Stadt verlassen. Erneut sei fast die Hälfte der Bevölkerung von Rafah auf der Straße, beklagte UNRWA-Chef Philippe Lazzarini am Samstagabend auf der Plattform X. Es gebe für Zivilisten keinen sicheren Ort im Gazastreifen.

In Rafah will die israelische Führung nach eigenen Angaben die letzten dort vermuteten Bataillone der Hamas zerschlagen. Verbündete wie die USA haben Israel wegen der vielen Binnenflüchtlinge wiederholt vor einem groß angelegten Angriff auf die Stadt an der Grenze zu Ägypten gewarnt. Israels Führung hält jedoch an ihren Angriffsplänen für Rafah fest.

Führende israelische Minister haben die Zögerlichkeit der Netanyahu-Regierung mit Blick auf Pläne für “den Tag danach” in Gaza kritisiert. Auch die US-Regierung erwartet von Netanyahus Regierung, sich aktiv an der Entwicklung eines konkreten Plans für die Zukunft des Gazastreifens zu beteiligen.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde im Gazastreifen wurden seit Beginn der israelischen Militäroffensive gegen die Hamas Anfang Oktober mindestens 35.456 Menschen getötet worden. Mindestens 79.476 Palästinenserinnen und Palästinenser seien verletzt worden. Die Zahlen dürften weitaus höher sein, da viele Menschen vermisst werden und zahlreiche Tote unter den Trümmern zerstörter Gebäude verschüttet sind. Die Vereinten Nationen haben die Angaben der Gesundheitsbehörde mehrfach als glaubhaft bezeichnet.

Jordanien verlangt unterdessen internationale Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen, die das israelische Militär bei seinem Einsatz im Gazastreifen begangen habe. Die Verantwortlichen für dokumentierte Verbrechen müssten vor Gericht gestellt werden, sagt der jordanische Außenminister Ayman Safadi. Er äußert sich auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der UNRWA. Die Organisation der Vereinten Nationen betreut rund 1,6 Millionen registrierte palästinensische Flüchtlinge im Gazastreifen sowie Palästinenser in Jordanien, im Libanon, in Syrien und im Westjordanland.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

8 Kommentare auf "Israels Einsatz in Rafah dauert an"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
OrtlerNord
OrtlerNord
Universalgelehrter
1 Monat 1 h

Das ermorden der palästinensische Zivilbevölkerung von Netanjahu geht weiter!

Chrys
Chrys
Universalgelehrter
1 Monat 1 h

@ OrtlerNord

ganz gleich wie das Ermorden Russland an den Ukrainern. Nur mit dem kleinen Unterschied dass einige Bürger Palästinas weit über 1.000 unschuldige Israelis feige in Israel umgebracht hatten und die Ukrainer nie und nimmer Russland angreifen wollten bzw. nie und nimmer wehrlose russische Bürger auf russischen Territorium töten wollten. Das sollte man anerkennen. 

OrtlerNord
OrtlerNord
Universalgelehrter
30 Tage 23 h

Und weil vielleicht auch palästinensische Hamas Terroristen Israeli auf widerlichste Art und Weise ermordet haben, was nur möglich war weil Netanjahu die Grenzsicherung weitgehend abgezogen haben, ist es legitim min 15000 Menschen von der palästinensische Zivilbevölkerung von jung bis alt zu ermorden?
Bist du eigentlich krank in der 🍐????
In der Sache Ukraine Russland gebe ich dir allerdings absolut recht.

N. G.
N. G.
Kinig
30 Tage 10 h

@Chrys Das rechtfertigt in keiner Weise Rache an ihnen zu verüben! Das tun übrigens nicht mal die Ukrainer! Bis auf Ausnahmen die in jedem Krieg vorkommen!
Du müsstest das verstehen! Wenn Isreal auch Selbstverteidigung in Anspruch nimmt, dann sollte man ersten differenzieren und zweitens niemals für gut heißen!

N. G.
N. G.
Kinig
30 Tage 10 h

@OrtlerNord Genau das ist der Punkt. Wieviel unbeteiligte Menschen sollen sterben um sein Ziel durchzusetzen! Macht nicht genau Putin das, opfert junge Soldaten für seine Zwecke.. Für Geisel dessen Leben man angeblich mit dieser Vorgehensweise retten will!

Chrys
Chrys
Universalgelehrter
30 Tage 9 h
@ OrtlerNord fühle mich eigentlich nicht krank in der Birne, werde von “meiner” Umwelt als besonnen und weitsichtig und ausgeglichen wahrgenommen und sehe die Dinge nicht einsetig und besserwissend. Ich gehe nicht davon aus, dass Netanjahu die Grenzsicherung abgezogen hat um ein Ermorden der israelischen Zivilbevölkerung zu provozieren. Der Grund dafür ist eher in seinem schlechten Verhältnis mit der Armeeführung zu suchen. Der Konflikt ist aber bald ein Jahrhundert alt und die die Palästinenser waren in den letzten 50 Jahren an unzähligen Anschlägen, Ermordungen, Flugzeugentführungen und v.m. beteiligt. Ob die Reaktion der Israelis gerechtfertigt ist, steht auf einem anderen Papier.… Weiterlesen »
Aurelius
Aurelius
Kinig
30 Tage 23 h

Israel macht unvermindert weiter mit dem töten der Zivilisten…. Netanjahu erinnert mich an einem gewissen Österreicher vor 9 Jahren

Doolin
Doolin
Kinig
30 Tage 21 h

…was wsr das für ein Österreicher vor 9 Jahren?…der Strache?…

wpDiscuz