Von: Redaktion Südtirol News
Bozen – Am kommenden Montag, den 7. September, beginnt für zehntausende Kinder und Jugendliche in Südtirol das neue Schul- und Ausbildungsjahr. Doch ausgerechnet an diesem Neustart droht durch den angekündigten Streik im öffentlichen Personennahverkehr – insbesondere bei SASA sowie im Zugverkehr – ein massiver Ausfall von Verbindungen. Die Jungen Generation in der SVP (JG) übt scharfe Kritik an den Gewerkschaften.
„Das Streikrecht ist unbestritten ein Grundrecht. Wer dieses Recht jedoch am allerersten Schultag einsetzt, nimmt wissentlich hunderte Schülerinnen, Schüler, Lehrlinge und arbeitende Eltern in Mithaftung. Der Schulstart ist für Familien ohnehin mit großem organisatorischem Aufwand verbunden. Dutzende Jugendliche sind darauf angewiesen, pünktlich an ihre Schulen oder Ausbildungsstätten zu gelangen. Ausgerechnet diesen Tag als Hebel für Forderungen zu nutzen, ist unsozial und schlichtweg unverantwortlich“, betont Kevin Pichler, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Mobilität in der JG.
Aus Sicht der Arbeitsgruppe Mobilität fehlt für die Arbeitszeitniederlegung jegliches Fingerspitzengefühl, da Südtirol im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs bereits vorbildliche Rahmenbedingungen geschaffen habe. “Durch lokale Abkommen und gezielte Investitionen des Landes liegen die Gehaltsanpassungen und Zusatzleistungen bei der SASA seit 2022 weit über der Inflationsrate und deutlich über den nationalen Kollektivverträgen.”
“In Südtirol wurden in den vergangenen Jahren erhebliche Verbesserungen bei Löhnen und Arbeitsbedingungen erzielt. Während viele Beschäftigte in anderen Wirtschaftsbereichen mit den allgemeinen Teuerungen zu kämpfen haben, wurden im öffentlichen Dienst spürbare Aufbesserungen umgesetzt. Dass die lokalen Gewerkschaften dennoch gebetsmühlenartig auf nationale Streikaufrufe aufspringen, ist der Südtiroler Bevölkerung und der Jungen Generation schlicht nicht mehr vermittelbar”, so Kevin Pichler weiter. “Entgegenkommen und Dialog dürfen keine Einbahnstraße sein. Wer deutliche Verbesserungen erhält, von dem darf man auch ein Mindestmaß an Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit erwarten.”
“Auf dem Rücken von Familien, Jugendlichen und Pendlern Partikularinteressen auszutragen, zerstört das Vertrauen in den öffentlichen Nahverkehr. Dieses Vertrauen lässt sich nur schwer wieder aufbauen. Gerade von den Gewerkschaften erwarten wir deshalb mehr Verantwortungsbewusstsein. Sie tragen nicht nur Verantwortung für die Interessen ihrer Mitglieder, sondern auch für die Akzeptanz jenes öffentlichen Verkehrssystems, in dem diese Beschäftigten arbeiten. Wer ausgerechnet den ersten Schultag für einen Streik wählt, nimmt bewusst in Kauf, dass Schülerinnen und Schüler, Familien und Pendler den ÖPNV als unzuverlässig erleben. Damit beschädigt man ausgerechnet das Vertrauen jener Generation, die man langfristig, als Fahrgäste gewinnen will”, so Anna Künig, Vorsitzende der Jungen Generation.
Ein solcher Zeitpunkt sei daher nicht nur unglücklich gewählt, sondern kontraproduktiv für die gemeinsame Zukunft des öffentlichen Verkehrs. “Wer den ÖPNV stärken will, darf nicht gleichzeitig dafür sorgen, dass junge Menschen schon am ersten Schultag einen Grund bekommen, ihm den Rücken zu kehren. Es wäre sehr wünschenswert, wenn gefundene Kompromisse auch vonseiten der Gewerkschaften eingegangen werden würden, damit wir den zahlreichen Fahrgästen und insbesondere den Schülerinnen und Schülern einen verlässlichen und stabilen ÖPNV gewähren können”, ergänzt Andreas Burger, Mitglied der Arbeitsgruppe Mobilität in der JG.
Schließlich fordert die JG die Gewerkschaften auf, den Streikaufruf für den ersten Schultag zu überdenken und Rücksicht auf die Jugend zu nehmen.




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