Von: mk
Bozen – „Südtirols Bauern bekommen ohnehin für jeden Schaufelstiel einen Beitrag“ – diesen und ähnliche Sprüche über die großzügige Förderpolitik in der Landwirtschaft hört man oft in Südtirol, wie der Freie Abgeordnete Andreas Leiter Reber in einer Aussendung schreibt. Was jedoch kaum jemand wisse: Sämtliche, der rund 10.000 Obst- und Weinbaubetriebe seien von den wichtigsten Betriebsförderungen des Landes ausgeschlossen – und das, obwohl der durchschnittliche Obstbaubetrieb nur 2,8 Hektar groß und Steillagen auch im Obst- und Weinbau schwierig zu bearbeiten sind.
Leiter Reber fordert diese Woche im Landtag, dass die bereits bestehenden Förderungen des Landes für den Bau und die Sanierung landwirtschaftlicher Betriebsgebäude, für die Mechanisierung und die Beregnungsnetze der Betriebe, sowie für den Bau und die Instandhaltung von Feldwegen auch für Obst- und Weinbaubetriebe geöffnet werden.
„Weder im Trentino noch in einem der deutschen oder österreichischen Bundesländer, werden allgemeine Betriebsförderungen an die jeweilige Kulturart gebunden. Bei uns werden jedoch 10.000 landwirtschaftliche Betriebe systematisch von diesen Förderungen ausgeschlossen. Und das seit Jahrzehnten“, bemängelt der Landtagsabgeordnete.
„Es wird meist völlig ausgeblendet, dass über die Hälfte der Obst- und Weinbaubetriebe kleiner als drei Hektar groß sind. Wenn solch kleine Betriebe in ein Betriebsgebäude, in eine Spezialmaschine, ein Bewässerungsnetz oder in Terrassen und Feldwege investieren, dann bringt sie das oft in existenzielle Schwierigkeiten. Ohne Nebenerwerb oder Zweitjob wäre der Großteil dieser Betriebe ohnehin längst verschwunden“, so Leiter Reber.
Adressat der Kritik ist für den parteifreien Abgeordneten die Landesregierung. Die Unterstützung für Grünlandbetriebe und Almen sei absolut richtig und dürfe nicht gekürzt werden. Doch zugleich Obst- und Weinbaubetriebe bei den Landesförderungen völlig durch den Rost fallen zu lassen, könne politisch und ökonomisch in keiner Weise gerechtfertigt werden. „Die Erlöse im Obstbau sind seit 20 Jahren rückläufig. Die Auszahlungen der Genossenschaften an ihre Mitglieder zeigen, dass sich die Jahreserlöse pro Betrieb in der Milchwirtschaft und im Obstbau längst angenähert haben. Die Landesregierung muss endlich auf diese Fakten zu reagieren“, fordert Leiter Reber.
„Wenn die Landesregierung will, dass Südtirols Landwirtschaft vielfältig und zukunftsfähig bleibt, muss sie bei den Förderungen den Erlös, die Größe und das Gelände der Betriebe berücksichtigen, unabhängig davon, ob darauf Marillen, Kartoffel, Gras oder Wein angebaut werden“, schließt Leiter Reber.




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