Von: mk
Bozen – Landesrätin Ulli Mair reagiert scharf auf die jüngsten Vorwürfe von Sven Knoll von der Süd-Tiroler Freiheit, Pensionisten würden als WOBI-Mieter durch ein „starres System” in die Armut getrieben. Knoll versuche mit einem unvollständig und falsch dargestellten Einzelfall Polemik zu schüren und verdrehe dabei grundlegende Tatsachen.
„Die im Antrag der Süd-Tiroler Freiheit geschilderte Situation hat sich nicht durch eine Pensionierung ergeben. Die eigentliche WOBI-Mieterin war die verstorbene Mutter der Betroffenen, die Wohnung durfte nur unter der Bedingung übernommen werden, dass der Mietzins den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Nachfolgerin entspricht. Hier befinden wir uns nicht etwa im Bereich der sozialen Miete, sondern der bezahlbaren Miete. Ein Wohnungstausch, der der Betroffenen eine dem Einkommen angemessene Wohnung ermöglicht hätte, wurde von ihrer Seite anfänglich abgelehnt”, stellt die freiheitliche Wohnlandesrätin klar.
„Eine Pensionierung im Bereich der Altersrente ist, anders als von der Süd-Tiroler Freiheit dargestellt, in den meisten Fällen kein außergewöhnliches Ereignis, wie es etwa der Verlust eines Arbeitsplatzes oder ein Unfall ist. Jemand, der eigentlich keinen Anspruch auf eine Sozialwohnung hätte, darf weiterhin in der Wohnung leben, allerdings unter der Bedingung, dass die Miete dem Einkommen und der Vermögenslage angepasst wird. Das ist mehr als gerecht und eigentlich ein Privileg“, so Mair.
Um dem Eindruck der Untätigkeit entgegenzutreten, betont Mair: „Das WOBI ist kein starres System ohne Augenmaß: bei echten außerordentlichen finanziellen Härtefällen ist eine Neubewertung der Miete gängige Praxis und wird auch zeitnah gewährt.“
Auch bei den Zahlen widerspricht Mair der Darstellung Knolls: „Die Miete für diese über 85 Quadratmeter große Wohnung beträgt 725 Euro im Monat. Da werden sich viele Südtiroler zu Recht ärgern, wenn sie hören, dass Sven Knoll dagegen vorgeht, dass man beim WOBI, wenn kein Anrecht auf eine Sozialwohnung besteht, 725 Euro für 85 Quadratmeter zahlt.“
Wäre der Antrag angenommen worden, hätte das laut der Landesrätin der betroffenen Person nichts genützt. „Hier würden wir Tür und Tor öffnen für allerlei Spekulationen rund um WOBI-Wohnungen, die wir nicht wollen. Da draußen gibt es allerhand Schlaue, vielfach keine Einheimischen, die wohl gehofft haben, dass der Antrag von Sven Knoll durchgeht”, so die Landesrätin. „Was Sven Knoll hier betreibt, ist keine Sozialpolitik, sondern ein peinlicher Versuch, sich mit einem verdrehten Einzelfall als Retter der Pensionisten aufzuspielen”, schließt Mair.




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