Von: Matthias Knapp
Meran – Mit Blick auf das Jahr 2029, in dem sich die Fertigstellung der Tappeinerpromenade in ihrer heutigen Form zum hundertsten Mal jährt, leitet die Meraner Stadtregierung die Umgestaltung des derzeitigen Kräutergartens ein. Der Garten liegt mitten in der Stadt – zwischen Promenade, Altstadt und Museum Palais Mamming – und ist dennoch wenig bekannt und kaum genutzt. Das vom Stadt- und Landschaftsplanungsbüro LIA Collective ausgearbeitete Projekt zielt darauf ab, ihn in einen neuen Kultur-, Bildungs- und Erholungsraum zu verwandeln: den Tappeinergarten.
Im Rahmen der Initiativen, mit denen die Stadt Meran im Jahr 2029 das hundertjährige Jubiläum der Fertigstellung der Tappeinerpromenade – eines der Wahrzeichen der Stadt – feiern möchte, ist auch ein bedeutendes Umgestaltungsprojekt für den bestehenden Kräutergarten vorgesehen. Dieser wurde 2002 im Auftrag der Stadtgärtnerei an der Stelle eines Weinbergs angelegt und liegt nur wenige Meter vom Pulverturm entfernt.
Das vom LIA Collective entwickelte Projekt sieht vor, den bislang namenlosen Kräutergarten künftig als „Tappeinergarten” zu führen, als Ort, der das kulturelle und botanische Erbe würdigt, das mit dem Arzt und Botaniker Franz Tappeiner verbunden ist. Er hatte den Bau der inzwischen weltweit bekannten Promenade maßgeblich vorangetrieben. Die Anliegen, für die er sich einsetzte, Gesundheit, Grün und Erholung im Alltag, sind heute genauso aktuell und werden im neuen Garten wieder aufgegriffen.
„Das neue Gestaltungskonzept versteht die Promenade nicht nur als Ort der Erholung, sondern als grundlegendes Element der städtischen Identität, das Natur, Geschichte, Kultur und Lebensqualität miteinander verbindet”, erklärte Bürgermeisterin Katharina Zeller bei der heutigen Pressekonferenz der Stadtregierung.
„Der Garten liegt an einem der schönsten Aussichtspunkte Merans, über der Altstadt, mit Blick auf den Pfarrkirchturm und die Berge. Von der Promenade aus ist er heute jedoch kaum zu erkennen, durch Zäune zerteilt und in Teilen sanierungsbedürftig. Er soll als offener Raum neu konzipiert und in drei sich ergänzende Bereiche gegliedert werden: die Kulturlandschaft mit Weinreben und Obstbäumen, den Steingarten, der den Gletscherschliff des Hangs als geologisches Fenster sichtbar macht, und den neu gestalteten Kräutergarten, der sich über barrierefreie Terrassen direkt zur Promenade öffnet”, erklärte Landschaftsarchitekt Peter Rier.
Ein durchgehender Hauptweg verbindet die drei Bereiche dort, wo die Promenade zum Garten wird. Vier gestärkte Zugänge machen ihn künftig zum Bindeglied zwischen Promenade, Altstadt und Museum Palais Mamming. Dazu kommen neue Rast- und Treffpunkte, eine Pergola als charakteristisches Element der Promenade, ein Trinkbrunnen und Räume für kulturelle Aktivitäten im Freien, in denen auch temporäre Ausstellungen stattfinden können. Vermittelt werden dabei die Pflanzen selbst, ihre Herkunft, ihre Verwendung, der Wechsel der Jahreszeiten. So entsteht ein frei zugänglicher Ort, der im Alltag der Meranerinnen und Meraner ebenso Platz hat wie im Programm ihrer Gäste.
„Das hundertjährige Jubiläum der Tappeinerpromenade ist eine außergewöhnliche Gelegenheit, die Geschichte eines der beliebtesten Orte unserer Stadt zu erzählen und gleichzeitig in seine Zukunft zu investieren. Der Tappeinergarten verkörpert diese Vision in besonderer Weise: Er ist weit mehr als ein landschaftsgestalterisches Projekt. Er soll zu einem Ort werden, an dem Geschichte, Botanik, Kultur und Geselligkeit aufeinandertreffen und miteinander in Dialog treten“, betonte Bürgermeisterin Katharina Zeller.
Die Initiative entspricht zudem den Zielen des Jubiläumsprogramms, welches von der Kunsthistorikerin Anna Pixner Pertoll kuratiert wird. Dieses sieht unter anderem Ausstellungen, Publikationen, thematische Führungen, Informationsinstallationen und Festveranstaltungen vor, um Bürger*innen, Schulen, Vereine und Wirtschaftsakteur*innen der Stadt einzubeziehen.
Gemäß dem vom LIA Collective erarbeiteten Vorentwurf umfasst das Projekt eine Fläche von rund 3.530 Quadratmetern und erfordert eine geschätzte Gesamtinvestition von etwa 1,19 Millionen Euro. Darin enthalten sind Landschaftsbau, Wege, Bewässerungsanlagen, Stadtmobiliar und Informationssysteme.
„Mit der Schaffung des Tappeinergartens wollen wir der Gemeinschaft einen heute wenig genutzten Raum zurückgeben und ihn in ein neues Tor zur Promenade sowie in einen Ort der Begegnung verwandeln, der die Beziehung zwischen der Stadt, ihrer Landschaft und dem Wirken Franz Tappeiners veranschaulicht. Es handelt sich um ein Projekt, das das hundertjährige Jubiläum im Jahr 2029 nicht nur als feierlichen Anlass versteht, sondern als konkrete Chance, das kulturelle und ökologische Erbe der Stadt für künftige Generationen zu stärken”, bekräftigte Umweltreferentin Antonella Costanzo.




Aktuell sind 7 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen