Silber als Ziel

Meraner Klimapolitik unter die Lupe genommen

Donnerstag, 14. November 2019 | 17:43 Uhr

Meran – Gestern fand im Rathaus ein Audit zu Meraner Klimapolitik statt. Diese ist eine Voraussetzung für die Zertifizierung zur „KlimaGemeinde“. Ein besonderes Augenmerk wurde dieses Jahr auf die Mobilität und den Verkehrsplan gelegt.

Das Programm „KlimaGemeinde“ ist eine Initiative der Agentur für Energie Südtirol – KlimaHaus und soll den Gemeinden und dem Land Südtirol helfen, die Klimaschutzziele zu erreichen. Es lehnt sich an das EU-weite Programm „European Energy Award“ an.

2017 wurde Meran als KlimaGemeinde Bronze zertifiziert. Diese Zertifizierung zeigt auf, wo die Stadtverwaltung noch weitere Anstrengungen unternehmen muss und wo ihre Stärken sind. So hilft sie dabei, Prioritäten zu setzen, und gibt gleichzeitig den BürgerInnen ein Instrument in die Hand, um die Klimapolitik der Gemeinde anhand objektiver Kriterien bewerten zu können.

Zur Zertifizierung legt die Gemeinde einen Bericht mit allen umgesetzten Maßnahmen in sechs Bereichen (Entwicklungsplanung und Raumordnung, gemeindeeigene Gebäude und Anlagen, Versorgung und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation, Kommunikation und Kooperation) sowie einen Beschluss mit den geplanten Maßnahmen vor. Ein Team von Experten kam gestern in die Gemeinde, um mit Mitarbeitenden der Verwaltung und der Politik die vorgelegten Unterlagen zu besprechen und sich ein Bild vor Ort zu machen.

Silber als Ziel

“Die Gemeinde Meran will in diesem Jahr auf dem Treppchen weiter nach oben klettern: Unser Ziel ist die Zertifizierung als KlimaGemeinde Silber”, sagte Umwelt- und Mobilitätsstadträtin Madeleine Rohrer.

Bei der Zertifizierung wurde dieses Mal ein besonderes Augenmerk auf die Mobilität und den Verkehrsplan gelegt. Die Mobilität ist für rund 1/3 der klimaschädlichen CO2-Emissionen der Meranerinnen und Meraner verantwortlich. Damit die Gemeinde die von der Weltgemeinschaft vereinbarten Klimaziele erreichen kann und damit ihren Beitrag zum Klimaschutz leistet, setzt sie auf das Zu-Fuß-Gehen, das Radfahren und die Förderung des öffentlichen Verkehrs. Private Fahrzeuge wie Autos, Nutzfahrzeuge und Motorräder verursachen in Meran die meisten CO2 Emissionen (92 Prozent) im Verkehrsbereich. Der öffentliche Nahverkehr dagegen erzeugt weniger als fünf Prozent.

“Der verstärkte Einsatz umweltfreundlicher motorisierter Fahrzeuge allein reicht nicht aus, die Klimaschutzziele zu erreichen. Es muss auch gelingen, das Verkehrswachstum des Straßenverkehrs zu stoppen und umzukehren, damit die fahrzeugtechnischen Verbesserungen nicht gleich wieder durch zusätzliche Autos zunichte gemacht werden. Das Umsatteln aufs Fahrrad ist eine vergleichsweise preiswerte und zu 100 Prozent wirksame Klimaschutz-Maßnahme. Sie bringt außerdem weitere Vorteile für die Stadt: Die Qualität der Luft wird verbessert und der Lärm reduziert, durch den größeren Platz auf den Straßen kommen all jene schneller voran, die auf das Auto angewiesen sind. Das Fahrradfahren ist für die NutzerInnen sehr günstig und sichert den lokalen Geschäften mehr Einkünfte, weil die Brieftasche nicht in die Kaufhäuser fährt”, so Rohrer.

Erst vor drei Wochen hat die Gemeinde einen kostenlosen Fahrradverleih gestartet. Bürgerinnen und Bürger können an vier Stationen in der Stadt Räder bis zu fünf Stunden lang ausleihen

Von: mk

Bezirk: Burggrafenamt

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