Von: Matthias Knapp
Bozen – Heute Vormittag fand im Anschluss an die Stadtratssitzung in Bozen wie gewohnt eine Pressekonferenz statt, bei der die wichtigsten Entscheidungen von Bürgermeister Claudio Corrarati, Vizebürgermeister Stephan Konder, Umweltstadtrat Marco Caruso und der Stadträtin für Freizeittätigkeiten Johanna Ramoser vorgestellt wurden.
Zu Beginn der Pressekonferenz verkündete Bürgermeister Claudio Corrarati, dass der Stadt Bozen eine olympische Fackel der Olympischen Winterspiele Mailand-Cortina 2026 als Geschenk überreicht worden ist. Die olympische Fackel wird im Rathaus ausgestellt.
Müllgebühren 2026: Ein Anstieg um zwei Prozent
Umweltstadtrat Marco Caruso hat den Beschluss über die Tarife für die Sammlung und Entsorgung der Abfälle für 2026 vorgestellt. Im nächsten Jahr werden die Müllgebühren um zwei Prozent angehoben. Angesichts der Möglichkeit, die Müllgebühr jährlich um bis zu 4,8 Prozent anzuheben, wie es das nationale Tarifsystem vorsieht, wird die Tariferhöhung als moderat eingestuft. Der Stadtrat hat gemeinsam mit der SEAB AG beschlossen, die Tarifbelastung für die Bürgerinnen und Bürger so gering als möglich zu halten. Gleichzeitig wird auch künftig strenger gegen Müllsünder vorgegangen und an einer Verbesserung des Dienstes gearbeitet.
“Wir haben beschlossen, die Müllgebühren nur um zwei Prozent anzuheben und nicht die Möglichkeiten zur Gänze auszuschöpfen, die das nationale Tarifsystem vorsieht, denn wir möchten die Bürgerinnen und Bürger nicht zu sehr belasten.“ erklärte Stadtrat Marco Caruso. „Die Gelder, die wir nicht über die Müllgebühren einnehmen, versuchen wir durch die Ausforschung von Müllsündern hereinzuholen, weil sie entweder bis heute noch nie eine Müllgebühr bezahlt haben oder nicht den korrekten Betrag.“
Für einen Haushalt mit drei Personen bedeutet der Anstieg von zwei Prozent ca. fünf Euro mehr im Jahr. Vergleicht man die Müllgebühren in Bozen mit jenen in anderen Gemeinden, so kann man sie in Bozen als angemessen einstufen. Ein Haushalt mit drei Personen zahlt in Bozen ca. 250 Euro im Jahr, in Italien im Schnitt ca. 340 Euro, in Norditalien durchschnittlich ca. 290,00 Euro.
“Wir bieten einen gut funktionierenden Dienst an, und wir versuchen, die steigenden Kosten nicht auf die Bürgerinnen und Bürger abzuwälzen.“ sagte Bürgermeister Claudio Corrarati. „Wir werden die fehlenden Gelder dort eintreiben, wo wir noch Handlungsspielraum haben, z.B. bei säumigen Bürgerinnen und Bürgern.“
In Bezug auf die Abfallwirtschaft wird Bozen auch künftig gegen Müllsünder vorgehen. So hat der Stadtrat heute beschlossen, die Anzahl der Überwachungskameras aufzustocken, und zwar von 12 auf 15. Die Kameras werden gezielt eingesetzt, je nach Zone und Uhrzeit, zu der laut den gesammelten Daten am häufigsten die Abfälle nicht ordnungsgemäß entsorgt werden. Gegen die Müllsünder wird nicht nur eine Geldbuße verhängt, sondern sie müssen auch die Kosten für die Reinigung der verschmutzten Fläche tragen. „Es ist unserer Meinung nach nicht korrekt, dass die Allgemeinheit für die Reinigung der verschmutzten Flächen aufkommen muss.“ erklärte Caruso. „Sobald wir die zuwiderhandelnde Person ausfindig gemacht haben, muss sie zusätzlich zur Geldbuße auch die Ausgaben für die Reinigung der Fläche bezahlen.“ Der Stadtrat erklärte weiter, dass die strengen Kontrollen bei Betrieben und Haushalten fortgesetzt werden, denn es gibt immer wieder Fälle, wo entweder gar keine Meldung bei der SEAB AG gemacht oder die Rechnungen nicht bezahlt wurden.
“Wir haben bereits mit den Kontrollen begonnen“, sagte der Stadtrat. „Von den 264 B&B-Betrieben, die wir in Bozen haben, scheinen 62 nicht in den Listen der SEAB auf, und 90 haben nicht die Gebühren bezahlt, die für Zimmervermietungen vorgesehen sind. Wir werden also weiterhin kontrollieren, denn eine Stadt ist nicht nur dank gut funktionierender Dienste sauber und ordentlich, sondern auch weil sich die Bevölkerung und die Unternehmen an die Vorschriften halten.“
Großmarkthalle: Ein Gebäude wird abgerissen
Vizebürgermeister Stephan Konder hat das Ausführungsprojekt für den Abbruch eines Gebäudes erläutert, das zur Großmarkthalle gehört. Die Großmarkthalle befindet sich in der Schlachthofstraße 29 und ist Eigentum der Stadt Bozen. Der Abbruch dieses Gebäudes, der ca. 240.000,00 Euro kostet, ist ein erster konkreter Schritt, damit das Areal der Großmarkthalle in Zukunft anders genutzt werden kann. Die Großmarkthalle ist außerdem Teil des Rahmenprogrammes über das Bahnhofsareal. „Nun setzen wir endlich einen ersten konkreten Schritt in einem Stadtteil, über den seit Jahren diskutiert wird“, erklärte Vizebürgermeister Konder. „Es wird das erste Gebäude abgerissen und dann folgen noch weitere Abrisse, bis die Fläche ganz frei ist, denn diese Fläche liegt in einem für Bozen strategisch wichtigen Stadtteil. Mit den Abbrucharbeiten schaffen wir die Bedingungen, um in Zukunft etwas Neues aus diesen Flächen machen zu können.“
Die Betriebe, die in dem Gebäude untergebracht sind, das demnächst abgerissen wird, sind bereits vor einigen Monaten über diese Entscheidung in Kenntnis gesetzt worden, sodass sie genügend Zeit hatten, um die besetzten Flächen zu räumen. Bereits vor einem Jahr war den Betrieben mitgeteilt worden, dass die Verträge nicht mehr verlängert werden können, weil das Gebäude die verschiedenen Auflagen, z.B. hinsichtlich Sicherheit, Benutzungsgenehmigungen usw., nicht mehr erfüllt.
„Diese Entscheidung ist gegen niemanden gerichtet“, betonte Konder. „Der Zustand des Gebäudes ist so schlecht, dass es nicht mehr weiter genutzt werden kann. Wir haben daher beschlossen, es abzureißen. Nach und nach werden auch andere Gebäude auf dem Areal der Großmarkthalle abgerissen. Damit wird der Weg für eine neue Nutzung frei.”
Der Bürgermeister und der Vizebürgermeister sind kurz auf das Thema der Umgestaltung des Bahnhofsareals eingegangen und haben erklärt, dass mit dieser Entscheidung Bewegung in die Sache gebracht werden soll, denn einige Vorhaben hängen eng mit dem Bau der neuen Bahninfrastrukturen zusammen.
„Wir als Stadt werden auch künftig Druck machen, damit das Projekt schneller vorangetrieben werden kann“, erklärten Corrarati und Konder. „Wir brauchen die Unterstützung des Landes und der anderen staatlichen Behörden. Wir möchten nicht warten, bis die Arbeiten auf dem Bahnhofsareal starten, um dann erst mit Arbeiten auf den Flächen zu beginnen, die ja bereits Eigentum der Stadt Bozen sind und wo wir bereits jetzt tätig werden können.“ In Zukunft wird also parallel vorgegangen: auf der einen Seite wird das Projekt für die Umgestaltung des Bahnhofsareals unterstützt und sofern möglich beschleunigt, auf der anderen Seite wird bereits jetzt mit der Neugestaltung der Flächen begonnen, über die die Stadt frei verfügen kann, weil sie die Eigentümerin ist.
Silvester 2026: Es wird an zwei Orten gleichzeitig gefeiert
Die Stadträtin für Freizeit, Johanna Ramoser hat das Programm für die heurigen Silvesterfeiern vorgestellt. Es sind zwei Silvesterfeiern an zwei verschiedenen Orten geplant. Eine Silvesterfeier findet am Dominikanerplatz statt. Sie beginnt um 22.00 Uhr und dauert bis 2.00 Uhr früh. Geboten werden Musik und Shows. Die zweite Silvesterfeier findet in der Messe Bozen statt mit Beginn um 23.00 Uhr. Hier kann bis 5.00 Uhr in der Früh getanzt und gefeiert werden. Es gibt wieder einen Shuttle-Dienst zur Messe und retour.
Es gibt heuer zwei Neuerungen: Die Party in der Messe Bozen dauert bis 5.00 Uhr früh und es sind Jugendliche ab 16 Jahre zugelassen. Für die minderjährigen Besucherinnen und Besucher gelten aber auch bei der Silvesterfeier die Vorschriften bzgl. Alkohol und Sicherheit.
„Wir haben beschlossen, zwei Silvesterfeiern zu organisieren. Und wir möchten mit dem Programm vor allem die Jugendlichen ansprechen. Die Messe Bozen ist leicht erreichbar, und es gibt auch wieder einen Shuttle-Dienst, der die Partybesuchenden sicher hin und zurück bringt“, sagte Stadträtin Johanna Ramoser.
Die Organisation der zwei Silvesterfeiern kostet ca. 200.000 Euro. Ca. 130.000 kostet die Silvesterfeier am Dominikanerplatz, ca. 65.000 Euro jene in der Messe Bozen. Die Ausgaben sind ungefähr gleich hoch wie im Vorjahr.




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