Omas gegen rechts prangern Zustände für Obdachlose an

“Nein, es ist keine gute Arbeit geleistet worden!”

Mittwoch, 13. Januar 2021 | 09:39 Uhr

Bozen – Die Omas gegen rechts prangern die Zustände für Obdachlose in Bozen an. „Der diesjährige Winter ist hart. Seit Wochen versuchen Menschen, in dieser Kälte zu überleben und das Tag für Tag, Nacht für Nacht. Es gibt keinen warmen Platz für sie, zu keiner Uhrzeit, nirgendwo und das in einer der reichsten Städte der Welt, Bozen“, betont die Bewegung.

Wenn man die Sonntagsreden vieler Politiker hört, könne man meinen, dass hier in Bozen alles bestens bestellt wäre. „Aber wenn wir morgens an den Stadtrand gehen, sehen wir, dass die Realität eine ganz andere ist. Nicht alle, die wollen, bekommen einen Platz und nein, hier wurde keine gute Arbeit geleistet. Immer wieder wird zum Beispiel die Zahl der Betten in der Ganzjahresstruktur Comini-Straße als positives Beispiel genannt, gleichzeitig aber verschwiegen, dass die große Mehrzahl der untergebrachten Menschen bereits einer geregelten Arbeit nachgeht, sich aber eine Wohnung bei diesen hohen Mietpreisen nicht leisten kann oder auch keine bekommt, weil zu oft nur an Einheimische zum Zug kommen.“ Die Struktur sei somit also von vornherein schon besetzt.

„Wir hatten noch keinen Kältetoten, es ist noch niemand verhungert“, betonen die Omas gegen rechts. Doch dies sei, ausschließlich den freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Vereine, der vielen Privatpersonen zu verdanken, die Tag und Nacht Schicht fahren, um den Menschen zu helfen. Das sei den Ärzten ohne Grenzen zu verdanken, die sich gezwungen sahen, im reichen Land Südtirol Schlafsäcke, Hygieneartikel zu verteilen und ihren Dienst anzubieten. „Spenden, die eigentlich den Leidenden in armen, abgehängten Ländern zustehen sollten. Shame on you, Südtirol!“, schreiben die Omas gegen rechts in einer Aussendung.

Was ist dran an der Behauptung, dass diese Leute nicht in die Schlafunterkunft wollen? „Sie wurden nicht oder unzureichend informiert“, erklären die Omas gegen rechts. Diese Menschen hätten keinen Zugang zu Medien, Fernsehen, Zeitungen. „Sie kennen unsere Gesetze, Vorschriften nicht. Zu einigen wenigen drang die Nachricht, dass sie sich beim Info-Point anmelden sollen. Vergessen wir nicht, viele dieser Menschen haben Angst, und vergessen wir auch nicht, dass sie auf ihren Weg traumatische Erlebnisse hatten, sich durchkämpfen mussten und nun ihre Hoffnungen nicht erfüllt wurden.“ Es brauche einen Kältebus wie in anderen Städten Europas, der mit ausgebildeten und professionellen Streetworkern zu den Leuten hinfährt und auch psychologische Überzeugungsarbeit leistet, Vertrauten aufbaut, sind die Omas gegen rechts überzeugt. „Viele Menschen leiden unter schwerer Depression. Andere haben konkrete Ängste vom Eingesperrt-Werden bis zur Abschiebung.“ In den Schlafstätten gebe es keine Möglichkeit, das bisschen Hab und Gut mitzunehmen oder in einen Spind einzuschließen. Viele hätten auch Angst, ihre wenigen Habseligkeiten könnten über Nacht verschwinden. Nur anzukündigen, dass es irgendwo ein Bett gibt, sei zu wenig, es brauche mehr.

Die Omas gegen rechts, Anpi, Sardine, Rete di diritti Senza Voce und Diop Papa Dame der Black Lives Matter fordern die Verantwortlichen von Stadt und Land zudem auf, die Öffnungszeiten der Winternotschlafstellen zu erweitern, und zwar von mindestens 17.00 Uhr abends bis 11.00 Uhr vormittags. „Es ist unmenschlich und menschenunwürdig, die Leute bei dieser Affenkälte schon um 8.00 Uhr morgens auf die Straße zu treiben und erst um 20.00 Uhr am Abend wieder Einlass zu gewähren und sich dann zu entrüsten, dass viele Menschen dieses Angebot nicht annehmen. Wo sollen sich die Leute untertags aufhalten? Wo einen warmen Tee trinken, ein warmes Essen bekommen? Wo sollen sie auf die Toilette gehen, sich waschen? Es werden dringend Tagesunterkünfte benötigt.“

Es werde zwar angekündigt, dass am 17. oder 18. Januar weitere Winternotschlafbetten zur Verfügung gestellt werden sollen. Aber der Winter habe schon lange vorher Einzug gehalten. „Wir benötigen dringend längerfristige Projekte, fixe Strukturen das gesamte Jahr über. Wohin gehen die Leute, wenn im März die Tore des Kältenotstands schließen? Müssen die Freiwilligen dann wieder um Schlafsäcke und Zelte für diese armen Menschen betteln? Wir müssen auf die Leute mit Streetworkern zugehen und nicht sie auf uns. Wir müssen sie bei der Hand nehmen, wenn wir wirklich die ehrliche Absicht haben, die Leute von der Straße wegzubringen, die beschämende Armut in Bozen zu beenden. Wir müssen für Integration, Weiterbildung und Arbeit sorgen. Und vor allem muss die Landespolitik einen Weg finden, das Projekt Obdachlosigkeit in Bozen am Sozialamt der Stadt anzusiedeln und mit zu finanzieren“, sind die Omas gegen rechts überzeugt.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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20 Kommentare auf "“Nein, es ist keine gute Arbeit geleistet worden!”"


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Hupsstupspups
Hupsstupspups
Grünschnabel
14 Tage 6 h

Die SVP interessiert die Obdachlosen und armen Leute doch gar nicht die sind nur für die Reichen da!!! Diejenigen die sich für die armen Leute eingesetzt hätten wurden abgewählt!!

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
14 Tage 5 h

Ganz was neues 🤔

Sag mal
Sag mal
Kinig
14 Tage 4 h

Hups…..so ist es👌

Anduril61
Anduril61
Tratscher
14 Tage 5 h
Liebe Omas gegen Rechts, ich habe grossen Respekt vor Ihrer ehrenamtlichen Arbeit und dem Einsatz den sie täglich leisten. Leider sehe ich ihre Forderungen etwas überzogen, jedem Obdachlosen ein eigenes Zimmer zur Verfügung zu stellen wo er seine Habseligkeiten sicher weiss Dusche und Wc nicht teilen muss dürfte in diesen Zeiten sehr schwierig sein. Dass die Unterkünfte länger geöffnet sein sollten von 17;00 bis 11;00 uhr da wär ich auch dafür. Meines Wissens leben in Bozen doch sehr viele ältere Menschen allein in oft grossen Wohnungen, vieleicht könnten Sie ja mal auf diese Menschen zugehn, evt. wären ja einzelne Menschen… Weiterlesen »
Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
14 Tage 5 h

@Anduril61
Ohne “ältere Menschen” klingt das so: Alleinstehende in großen Wohnungen könnten..

Anduril61
Anduril61
Tratscher
14 Tage 3 h

@Hustinettenbär; natürlich gilt mein Vorschlag nicht nur für ältere Menschen….Aus persönlicher Erfahrung weiss ich aber dass viele ältere Menschen oft allein in grossen Wohnungen leben da die Kinder ausgezogen und der Partner oft schon verstorben ist….allerdings glaube ich nicht dass sich meine Idee umsetzen lässt, dazu ist die Materie zu komplex und auch die Charaktere müssten kompatibel sein, wo wir wieder bei einigen Regeln wären….🤔🤔🤔

ebbi
ebbi
Tratscher
14 Tage 2 h

Obdachlose Menschen einfach so bei alleinlebenden Menschen unterzubringen darf nur im Rahmen einem absolut gut geplanten und begleiteten Sozialprojekt stattfinden, ansonsten ist es zum Scheitern verurteil. Obdachlose Menschen haben meist eine multiproblematische Situation, welche man nicht löst, indem man sie einfach zu “normalen Bürgern” steckt.

pingoballino1955
13 Tage 7 h

ebbi-stimmt,aber man kann sie auch nicht erfrieren lassen in der Kälte,oder???

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Superredner
14 Tage 3 h

Omas, ihr habt schon verstanden dass viele Obdachlose einen Schlafplatz in einer Struktur einfach ablehnen? 
Es gibt sehr wohl viele Hilfsangebote, die “Kundschaft” sind aber oft sehr schwierige Charaktere. 

Tirolisimo
Tirolisimo
Tratscher
14 Tage 56 Min

Warum lehnen sie ab?
Genau wegen dem Alkoholverbot u den Regeln.
Holland geht da einen völlig anderen Weg, der gut funktioniert.
Alkoholverbot wurde abgeschafft, Regeln gelockert, u für gemeinnützige Tätigkeiten, wie Strassenfegen, gibt es Biergutscheinene vom Sozialamt.
Die Vorteile liegen auf der Hand, keine Todesfälle aufgrund der Wohnungslosigkeit, Selbstwertsteigerung durch mögliche Körperpflege, u Integration in die Gesellschaft durch Sozialarbeit.
Den im Grunde genommen sind das meist schwer Alkohlkranke MENSCHEN mit psychischen Auffälligkeiten, also wirklich, die Ärmsten u Schwächsten in unserer Gesellschaft.

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
13 Tage 23 h

@Tirolisimo
Das ist leider vielen nicht bewusst und vielen leidrt egal 🤔

pingoballino1955
13 Tage 7 h

Jeder kranke Alkoholiker,dem darf man gar nicht den Alkohol total entziehen,denn sonst könnte er “sterben” sch
eint diesen “VOLLIDIOTEN” wohl medizinisch nicht bewusst zu sein.Informiert euch doch bitte bei Ärzten,die sagen euch was “Sache” ist,bevor ihr “Verbote” verteilt.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
14 Tage 6 h

Recht haben sie, die Omas gegen rechts. Und wenn die emotionalen Appelle nicht reichen ? Dann sollte das Argument ziehen: Dieser Zustand passt nicht zu einer properen Stadt !

Faktenchecker
14 Tage 2 h

Renzo Caramaschi hat versagt!

Noggi
Noggi
Grünschnabel
13 Tage 22 h

Die Omas gegen rechts sollten besser mit dem Stricken anfangen, da ist die Zeitsinnvoller investiert.

pingoballino1955
13 Tage 7 h

Noggi,hoffe dass sie nie in eine solche Situation in ihrem Leben kommen!Schämen sie sich für so eine “PRIMITIVE” Aussage!

Odin89
Odin89
Grünschnabel
13 Tage 22 h

Sobald man Omas gegen rechts liest, versteht man die Sinnlosigkeit dieses Artikels…

Sag mal
Sag mal
Kinig
13 Tage 21 h

wo bleiben die Opas gegen links ?😇

burggraefler
burggraefler
Grünschnabel
13 Tage 22 h

Viele Obdachlose wollen sich auch nicht helfen lassen und sind zu stolz.

Sag mal
Sag mal
Kinig
13 Tage 8 h

burggräfler lieber in der Opferrolle bleiben.In Kriegszeiten konnte man s Einem nicht aussuchen🙄

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