"Welsberg-Taisten geht voran und Bruneck bleibt gefordert"

Grüne fordern Nightliner am Freitag im Pustertal

Mittwoch, 21. Oktober 2026 | 15:26 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bruneck – Die Grünen Bruneck und die Grünen Welsberg-Taisten fordern eine gemeinsame Initiative der Pustertaler Gemeinden für einen Nightliner in der Nacht von Freitag auf Samstag. In Welsberg-Taisten wurde ein entsprechender Beschlussantrag am 8. Oktober einstimmig angenommen. In Bruneck scheiterte dieselbe Grundforderung am 29. April mit zwölf Ja-Stimmen und 13 Enthaltungen.

„Wir sollten den Freitagsdienst erproben und anhand der tatsächlichen Nutzung bewerten. Ich freue mich, dass unser Gemeinderat dafür einstimmig ein politisches Signal gesetzt hat. Entscheidend wird eine verlässliche Finanzierung durch das Land sein“, erklärt Maximilian Komar, Grüner Gemeinderat in Welsberg-Taisten.

Bei der Gemeinderatsitzung in Welsberg zeigte sich auch Bürgermeister Dominik Oberstaller offen für einen Versuch. Zugleich betonte er die Bedeutung der Landesfinanzierung, damit die Umsetzung nicht an Verhandlungen zwischen den Gemeinden scheitert. In der Debatte wurde außerdem darauf hingewiesen, dass Mietwagen mit Fahrer mittlerweile schwer zu finden seien. Auch das sollte bei der Bedarfserhebung berücksichtigt werden.

Der Brunecker Antrag verlangte, gemeinsam mit der Bezirksgemeinschaft Pustertal beim Land für die Ausweitung des Nightliners einzutreten. Zusätzlich sollte die Finanzierung der Zubringer in die Fraktionen geprüft werden. Eine sofortige Einführung oder eine unbegrenzte Ausgabenverpflichtung war damit nicht verbunden. Dennoch blieb die Zustimmung der Gemeinderatsmehrheit aus.

„Wir wollten, dass sich Bruneck gemeinsam mit der Bezirksgemeinschaft beim Land für den Freitagsdienst einsetzt. Die Zuständigkeit war damit klar benannt. Welsberg-Taisten zeigt, dass man einen solchen Auftrag auch über Parteigrenzen hinweg unterstützen kann. Diese Bereitschaft erwarten wir nun auch in Bruneck“, erklärt Lisa Wierer, Grüne Gemeinderätin in Bruneck.

Für eine Erprobung gibt es laut den Grünen sachliche Gründe: „Die landesweit erfassten Fahrscheinentwertungen im Nightliner stiegen zwischen 2022 und 2024 um rund 39 Prozent. Das belegt eine wachsende Nutzung des bestehenden Angebots. Wie groß die Nachfrage am Freitag wäre, soll ein zeitlich begrenzter Pilotbetrieb auf ausgewählten Verbindungen zeigen.“

Kosten, verfügbares Fahrpersonal und die Anschlüsse bis in die Dörfer müssten dabei seriös geklärt werden. Auf diese Schwierigkeiten habe Landesrat Daniel Alfreider auch bei der Landtagsdebatte Anfang Juli verwiesen, als der Antrag auf ein Freitags-Pilotprojekt knapp abgelehnt wurde. Die beiden Grünen Ortsgruppen halten einen finanziell abgesicherten Versuch mit anschließender Auswertung weiterhin für sinnvoll.

Auch die in Welsberg geäußerte Sorge, junge Menschen sollten am Wochenende im eigenen Dorf bleiben, greifen die Grünen auf: „Attraktive Treffpunkte vor Ort und sichere Verbindungen zwischen den Gemeinden ergänzen einander. Junge Menschen besuchen Freundinnen und Freunde, Konzerte oder andere Veranstaltungen, auch außerhalb ihres Wohnortes. Ein guter Heimweg gehört zu einer Jugendpolitik, die diese Lebensrealität ernst nimmt.“

Die Grünen Bruneck und Welsberg-Taisten rufen die Pustertaler Gemeinden dazu auf, gemeinsam mit der Bezirksgemeinschaft beim Land für einen Pilotbetrieb am Freitag mit passenden Zubringern einzutreten. „Welsberg-Taisten hat dafür einen politischen Auftrag beschlossen. Bruneck sollte sich dieser Initiative anschließen. Ein sicherer Heimweg am Freitag sollte auch hier eine Zustimmung wert sein“, so die Grünen.

Bezirk: Pustertal

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