Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Der erste Schultag in Südtirol beginnt am Montag, 7. September, mit Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr. Gewerkschaften haben die Beschäftigten der SASA zu einem dreistündigen Streik von 9.00 bis 12.00 Uhr aufgerufen. Hintergrund ist ein Streit über die wirtschaftlichen Bedingungen der Beschäftigten, insbesondere über die Höhe der Essensgutscheine.
Das Unternehmen SASA kritisiert die Entscheidung der Gewerkschaften. Das Unternehmen hatte zuletzt erneut vorgeschlagen, den Wert der Essensgutscheine sofort auf acht Euro pro Tag anzuheben. Dies hätte laut SASA ein monatliches Plus von mehr als 20 Euro pro Beschäftigten bedeutet. Der Gutschein könne zudem angespart und auch für Lebensmitteleinkäufe verwendet werden. Bereits bei Gesprächen im April und Juni sowie zuletzt am 1. September sei der Vorschlag von den Gewerkschaften abgelehnt worden.
Das Unternehmen verweist zugleich auf die seit 2022 erfolgten Verbesserungen bei den Einkommen und Zusatzleistungen. Unter Einbeziehung von vertraglichen Erhöhungen, Essensgutscheinen, Sozialleistungen, Prämien und weiteren Leistungen sei die Gesamtvergütung im Durchschnitt um 28 Prozent gestiegen. Im Juni wurde laut SASA zudem eine Vereinbarung zur Erhöhung der Ergebnisprämie unterzeichnet. Im August sei eine weitere Erhöhung um 100 Euro brutto aufgrund des erneuerten gesamtstaatlichen Kollektivvertrags hinzugekommen.
SASA-Präsidentin Astrid Kofler betont, der Dialog mit den Beschäftigten bleibe wichtig. Das Unternehmen wolle Arbeitsbedingungen, Sicherheit und – im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten – auch die wirtschaftliche Situation weiter verbessern. Generaldirektor Ruggero Rossi De Mio verweist auf die gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen, an die SASA als In-House-Gesellschaft des Landes gebunden sei.
Alfreider kritisiert Zeitpunkt
Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider stellt das Streikrecht nicht infrage, kritisiert jedoch den Zeitpunkt. Ein Streik ausgerechnet am ersten Schultag sei mit Blick auf Familien, Schülerinnen und Schüler sowie Pendlerinnen und Pendler nicht verhältnismäßig.
Alfreider verweist ebenfalls auf die Verbesserungen der vergangenen Jahre. Nach Angaben von SASA seien Einkommen und Zusatzleistungen je nach Position seit 2022 um 26 bis 32 Prozent gestiegen. Die Inflation habe im selben Zeitraum rund 14,9 Prozent betragen. Zudem würden die Landesbediensteten Essensgutscheine im Wert von sieben Euro erhalten.
Unverständlich sei für ihn auch die Beteiligung der lokalen Gewerkschaften an einem italienweiten Streik, obwohl zahlreiche Forderungen auf nationaler Ebene in Südtirol bereits umgesetzt worden seien. Land und SASA hätten nach der Ankündigung des Streiks versucht, die Gewerkschaften von einem Ausstand am ersten Schultag abzubringen – ohne Erfolg.
Neben dem SASA-Streik sind für Montag, 7. September, und Dienstag, 8. September, auch Streiks im Bahnverkehr angekündigt. Damit müssen sich Pendlerinnen und Pendler sowie Schülerinnen und Schüler zu Beginn des neuen Schuljahres auf weitere mögliche Einschränkungen im öffentlichen Verkehr einstellen.




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