Orbán (links) sprach erst jüngst mit Selenskyj beim EU-Gipfel

Orban zu Gesprächen in Kiew – Russland greift Flugplätze an

Dienstag, 02. Juli 2024 | 11:02 Uhr

Von: APA/Reuters

Einen Tag nach Beginn der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft ist Ministerpräsident Viktor Orban erstmals seit Kriegsbeginn in die ukrainische Hauptstadt Kiew gereist. Thema der Gespräche mit Präsident Wolodymyr Selenskyj seien die Beziehungen beider Länder zueinander und die Chancen auf Frieden mit Russland, so Orbans Sprecher Bertalan Havasi. Damit setzt Orban einen anderen Tenor als die Mehrheit der EU-Vertreter, die bei ihren Besuchen militärische Hilfe zugesichert haben.

Orban hingegen kritisiert massiv die EU-Militärhilfen und pflegt enge Verbindungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin, der die im Februar 2022 begonnene Invasion des Nachbarlandes befohlen hat. Das russische Militär zerstörte bei neuen Angriffen nach eigenen Angaben fünf ukrainische Kampfjets vom Typ SU-27 und nahm den Luftwaffenstützpunkt in Starokostjantyniw in der Westukraine unter Beschuss – kurz vor der im Juli erwarteten Ankunft der ersten von den westlichen Verbündeten gelieferten F-16-Kampfjets.

“Das wichtigste Thema der Gespräche ist die Chance, Frieden zu schaffen”, erklärte Havasi am Dienstag weiter. Orban und Selenskyj würden auch die bilateralen Beziehungen besprechen. Unter den Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union, die Russland wegen seines Angriffskrieges mit Sanktionen belegt hat, ist Orban derjenige, der Putin am nächsten steht.

Im vergangenen Jahr hatte Orban zu Putin gesagt, Ungarn habe sich nie gegen Russland wenden wollen. Anfang dieses Jahres brauchten die EU-Staats- und Regierungschefs Wochen, um Orbans Veto zu brechen und der Ukraine neue Hilfen in Höhe von 50 Milliarden Euro zukommen zu lassen.

Vergangene Woche hatte die Europäische Union formell Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine aufgenommen – kurz vor der turnusgemäßen Übernahme der Ratspräsidentschaft durch Ungarn. Bis zu einem EU-Beitritt dürfte es noch etliche Jahre dauern, aber der Beginn des Prozesses gibt der Ukraine und ihrer Führung einen Schub. Zugleich bittet die Regierung in Kiew ihre Verbündeten immer wieder um dringend benötigte Munition, Kampfjets und Flugabwehrsysteme.

Kurz vor der erwarteten Ankunft der ersten Kampfjets vom US-Typ F-16 greifen die russischen Streitkräfte verstärkt Flugplätze in der Ukraine an. Am Dienstag teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit, die Basis Myrhorod in der zentralukrainischen Region Poltawa sei beschossen worden. Fünf SU-27-Kampfjets seien zerstört und zwei weitere beschädigt worden. Die ukrainische Luftwaffe bestätigte bereits am späten Montagabend den Angriff auf Myrhorod. Es habe auch einige Verluste gegeben, die Angaben des russischen Feindes seien aber wie immer übertrieben.

Es ist nicht öffentlich bekannt, wo die F-16 stationiert werden sollen. Der Einsatz dieser Kampfjets – so hofft die Führung in Kiew – würde die Lufthoheit des russischen Militärs ausgleichen. Sie könnten auch russische Gleitbomben zerstören, die auf ukrainischem Gebiet verheerende Schäden anrichten und immer wieder zu zahlreichen Opfern unter der Zivilbevölkerung führen.

Russland hat mehrfach erklärt, seine Streitkräfte würden F-16-Kampfjets in der Ukraine umgehend zerstören. Nach dem Angriff auf Starokostjantyniw, ein kleinen Ort in der Region Chmelnyzkyj im Westen der Ukraine, am Donnerstag, erklärte die Führung in Moskau, das Militär habe Flugplätze ins Visier genommen, auf denen vermutlich die F-16 stationiert würden. Der dortige Militärstützpunkt, den die Einheimischen kurz “Starkon” nennen, wird seit Beginn der russischen Invasion immer wieder angegriffen – mit Drohnen und mit Hyperschallraketen. Ein Sprecher der ukrainischen Luftwaffe sagte, die Angriffe brächten “gewisse Schwierigkeiten” mit sich, würden aber weder die Lieferung von F-16 noch deren Einsatz im Kampf beeinträchtigen.

Kommentare

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12 Kommentare auf "Orban zu Gesprächen in Kiew – Russland greift Flugplätze an"


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pingoballino1955
pingoballino1955
Universalgelehrter
20 Tage 14 h

Ungarn unter Orban,wäre höchste Zeit von der EU auszuschließen,dann kann er sich die Milliarden Forinth dann von Putin holen!

Eisenhauer
Eisenhauer
Tratscher
20 Tage 12 h

Genau das Gegenteil passiert. Die EU denkt darüber nach noch mehr solche Kandidaten aufzunehmen. Einer davon ist Selenskyj.

Hustinettenbaer
20 Tage 11 h

@pingoballino1955
Es gibt “keine komplette Rausschmissklausel: Renitente Mitglieder wie Ungarn oder Polen können so lange Unionsmitglied bleiben, bis sie von sich aus den Austritt erklären. Machen sie das nicht, bleiben einige grundlegende Rechte auf Mitarbeit in den EU-Organen erhalten.”

https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-09/ungarn-eu-recht-viktor-orban-affront/seite-2

Speedy Gonzales
Speedy Gonzales
Superredner
20 Tage 9 h

Orban ist momentan der Einzige in der EU, der Friedensgespräche in Gang bringen könnte.

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Universalgelehrter
20 Tage 8 h

 
Speedy…
Frieden, könnte schon morgen möglich sein,
wenn der “große Führer” es nur wollte.
Wer hindert denn Putin daran, sich aus der Ukraine zurückzuziehen?

N. G.
N. G.
Kinig
20 Tage 6 h

@Look_at_Yourself Diesen Satz liest man hier häufig. Ich frage mich wozu er dient? Es wäre Frieden wenn er sich zurück ziehen würde.Er wirds nicht freiwillig tun. Putin will keinen Frieden und schon mal gar nicht bevor er nicht sein Mindestziel erreicht hat.
Also ist der Satz unrealistisch und einfach nur Makulatur!

N. G.
N. G.
Kinig
20 Tage 6 h

Selten so gelacht! Orban ist in Putins Augen mit absoluter Sicherheit ne praktische Marionette die Sand ins EU Getriebe streut. Dem hört et nicht mal mit einem Ohr zu oder Durchzuch!

Goennenihrwichtigtuer
Goennenihrwichtigtuer
Universalgelehrter
20 Tage 3 h

🤔 n.g. diesen Satz hört man häufig? Ernsthaft? Du dor große “Verhandler”? 😉 hosch deine eigenen Kommentare glesen oder wos?

Sosonadann
Sosonadann
Universalgelehrter
19 Tage 17 h

@N.G. Ach, Putin will keinen Frieden. Hast du es endlich eingesehen? Dann kannst du deine Forderung nach Diplomatie unterlassen, oder sie an den richten, der keinen Frieden will!
Was wäre denn Putins aktuelles Mindestziel? Das hat sich in den letzten Jahren dauern geändert.

Der Satz ist unrealistisch, aber dennoch nicht falsch. Keiner glaubt, Putin würde sich freiwillig zurückziehen (wie du schreibst). Damit er es unfreiwillig macht, müssen die Verbündeten der Ukraine sorgen!

Dein Lösungsansatz ” Gebt ihm Land” ist nämlich auch keine Massnahme für Frieden (auf der Welt). Er hatte sich Land (Krim + X) genommen, Frieden gab es nicht … im Gegenteil!

N. G.
N. G.
Kinig
19 Tage 17 h

@Goennenihrwichtigtuer Also sollte Orban im Dinne von Putin verhandeln? Das ist deine Aussage. Grins
Dümmlich! Wie immer!

So ist das
20 Tage 11 h

Putins Freund sollte man nichts zeigen 🤔🤔🤔

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Universalgelehrter
20 Tage 8 h

 
Putin schickt seine Knechte vor.

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