Grundlage für künftige Entwicklung

Oswaldleiten: Bozner Stadtrat genehmigt Durchführungsplan

Donnerstag, 11. Juni 2026 | 17:03 Uhr

Von: mk

Bozen – Bozens Stadtregierung genehmigte in seiner heutigen Sitzung den neuen Durchführungsplan für das Gebiet Oswaldleiten. Der Plan bildet die Grundlage für die künftige Entwicklung dieser ganz besonderen, aber auch besonders schutzbedürftigen Wohngegend.

Den Grundstein für die Ausarbeitung dieses Plans legte im Herbst 2022 der damalige Gemeinderat, in der Überzeugung, dass es für das Gebiet Oswaldleiten ein Konzept für eine strukturierte und nachhaltige Entwicklung brauche.

Das rund 2,4 Hektar große Gelände am Fuße des Hörtenbergs ist vielerorts sehr steil und nur über eine sehr schmale und steile Zufahrtsstraße erreichbar, was die bisherige bauliche Entwicklung dieses Gebiets erheblich beeinflusst hat. Umso wichtiger war es im Zuge der Durchführungsplanung, die verschiedenen Aspekte, die dieses Gebiet ausmachen, angemessen zu berücksichtigen.

“In Anbetracht dieser Herausforderungen und der besonderen Fragilität von Oswaldleiten bestand die Aufgabe darin, einen Plan auszuarbeiten, der es vermag, die noch vorhandenen Spielräume baulicher Natur mit dem Schutz der Landschaft, der Wohnqualität und des Baubestands in Einklang zu bringen. Die Zone steht unter Ensembleschutz und beherbergt nicht nur viele erhaltenswerte historische Gebäude, sondern auch eine besonders reichhaltige mediterrane Vegetation“, so Bozens Vizebürgermeister und Baustadtrat Stephan Konder, der das noch ungenutzte Bauvolumen mit 8.595 m³ bezifferte. Dem steht ein Baubestand von insgesamt 46.421 m³ gegenüber.

Der neue Durchführungsplan regelt sowohl die künftigen baulichen Möglichkeiten wie auch die Aufteilung des noch nicht genutzten Bauvolumens auf die einzelnen Wohnzonen, für die unterschiedliche Bebauungsgrenzwerte gelten. „Wir wollen in Oswaldleiten eine ausgewogene Entwicklung ermöglichen, die sich stimmig in den bestehenden Rahmen einfügt und gleichzeitig die gewachsene Bausubstanz, die großzügigen Grünflächen und das für Oswaldleiten typische Zusammenspiel von Wohnraum und Landschaftsraum schützt“, so Konder.

In diesem Sinne regelt der Durchführungsplan neben den baulichen Aspekten auch die Anzahl der vor Ort nötigen Parkflächen. Angesichts der besonderen Beschaffenheit des Geländes und der schwierigen Erreichbarkeit der Gebäude hat der Gemeinderat ohne Gegenstimme beschlossen, dass je 400 m³ Bauvolumen nur ein PKW-Stellplatz eingeplant werden muss.

Der Durchführungsplanung ging eine detaillierte Vorarbeit und eine enge Abstimmung zwischen den einzelnen Fachbereichen voraus, schließlich mussten bei der Ausarbeitung sowohl die Beschaffenheit des Hangs und der Schutz der Landschaft, als auch die historisch wertvollen Bestandsbauten, der Erhalt der Vegetation und die eingeschränkte Erreichbarkeit des Wohngebiets berücksichtigt werden. Es ging also sowohl um den Schutz des Landschaftsbilds und des bauliche Bestands, als auch um den Erhalt und Ausbau der Grünflächen, eine bessere Erreichbarkeit und um die gemeinsame Festlegung von Regeln für künftige Bauvorhaben, die die Entwicklung des Gebiets mit unter Wahrung seiner Besonderheiten erlauben.

Ausgearbeitet wurde der Durchführungsplan von der Planungsgruppe Feld72, Bergmeister Ingenieure und Dialogue & More. Von Anfang an wurde alles daran gesetzt, die Eigentümerinnen und Eigentümer sowie die Anwohnenden anhand von Bürgerdialogen und Workshops an der Ausarbeitung des Plans zu beteiligen und ihre Bedenken, Ideen und Ortskenntnisse in die Planungen einfließen zu lassen.

Nach der Genehmigung des Plans im Stadtrat wird der Plan veröffentlicht. Die Unterlagen bleiben 30 Tage öffentlich einsehbar. In dieser Zeit können gegebenenfalls Stellungnahmen zum Plan eingereicht werden. Für Juli hat die Stadt zudem eine Bürgerversammlung anberaumt, auf der den Anwohnenden sowie den Eigentümerinnen sowie Eigentümern der neue Durchführungsplan vorgestellt wird.

Die Genehmigung des Durchführungsplans für Oswaldleiten ist ein wichtiger Schritt, der eine behutsame und nachhaltige Weiterentwicklung dieser landschaftlich und architektonisch besonderen und für Bozen einzigartigen Gegend ermöglichen.

Bezirk: Bozen

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