Von: importer
Die palästinensische Autonomiebehörde ruft die internationale Gemeinschaft auf, wegen des Vorgehens israelischer Sicherheitskräfte im besetzten Westjordanland einzugreifen. Nach Angaben der Autonomiebehörde stellen die Maßnahmen im Raum Hebron – darunter die Vertreibung von Bewohnern, der Abriss von Häusern und Gebäuden sowie die Abriegelung von Städten – eine Kollektivstrafe dar. Das werde niemandem Sicherheit bringen, sondern nur weitere Spannungen schüren, hieß es.
Am Freitag hatte es einen Angriff mit Schusswaffen in der Nähe von Hebron im Westjordanland gegeben. Dabei wurden israelischen Militärangaben zufolge zwei Soldaten getötet und drei weitere verletzt. Die zwei mutmaßlich palästinensischen Täter aus Hebron wurden getötet.
Israel startete Anti-Terror-Operation nach Angriff
Als Reaktion auf den Angriff begann Israel nach eigenen Angaben am Freitag eine Anti-Terror-Operation im Raum Hebron. Die Operation von Streitkräften, Geheimdienst, Grenzpolizei und Zivilverwaltung ist nach Militärangaben auf das Gebiet beschränkt, aus dem die Terroristen operierten, und werde voraussichtlich mehrere Tage dauern.
Der Bürgermeister von Hebron, Yousef al-Jabari, sagte dem arabischen Nachrichtenkanal Al Jazeera, seit Beginn der Razzien am Freitag seien 2.200 Menschen aus ihren Häusern vertrieben worden. Die Ibrahimi-Moschee – das Wahrzeichen von Hebron – sei abgesperrt worden, alle Mitarbeiter hätten sie verlassen müssen und Gebete in der Moschee seien verboten. Nach der Entscheidung Israels, die Stadt abzuriegeln, könnten Bewohner Hebron weder betreten noch verlassen. Diese Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
Militäroperation fällt mit Ende des Wahlkampfs zusammen
Israel wählt am Dienstag ein neues Parlament. Sicherheitsfragen und das Vorgehen im Westjordanland bilden zentrale Themen des Wahlkampfs. Während rechte Parteien mit Forderungen nach einem harten Vorgehen gegen palästinensische Gewalt um Stimmen werben, thematisieren sie Übergriffe radikaler israelischer Siedler auf die palästinensische Zivilbevölkerung im Wahlkampf kaum.




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