Anträge der Fünf-Sterne-Bewegung angenommen

Plastik-Verzicht in der Landesverwaltung

Dienstag, 09. April 2019 | 18:24 Uhr

Bozen – Der Südtiroler Landtag hat heute einen Antrag der Fünf-Sterne-Bewegung angenommen und ein Plastik-Verzicht in der Landesverwaltung beschlossen.

Beschlussantrag Nr. 37/19: Verzicht auf sämtliche Einweg-Kunststoffartikel in den Ämtern der Landesverwaltung, ihrer Hilfskörperschaften und In-House-Gesellschaften (eingebracht vom Abg. Nicolini am 1.2.2019); die Landesregierung soll verpflichtet werden, Erstens sich an der vom Umweltminister ins Leben gerufenen Kampagne „Plastic Free Challenge“ zu beteiligen, indem Initiativen zur schrittweisen Beseitigung aller biologisch nicht abbaubaren Einweg-Kunststoffartikel in den Ämtern der Landesverwaltung, ihrer Hilfskörperschaften und In-House-Gesellschaften in die Wege geleitet werden; Zweitens bei allen Veranstaltungen und Tagungen, die von der Autonomen Provinz Bozen, ihren Hilfskörperschaften und In-House-Gesellschaften auch außerhalb ihrer Büros organisiert werden, auf nicht biologisch abbaubaren Einwegkunststoff zu verzichten; Drittens eine Informations- und Sensibilisierungskampagne für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Autonomen Provinz Bozen und für alle öffentlichen Körperschaften landesweit sowie für alle Schulen, die den Landesschulämtern untergeordnet sind, zu fördern und zu unterstützen.

“Weltweit werden über 400 Millionen Tonnen Kunststoff jährlich produziert (Stand 2015). 1950 waren es noch zwei Millionen Tonnen”, bemerkte die Fünf-Sterne Bewegung. “Das macht insgesamt 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff, der bisher auf unserem Planeten hergestellt wurde. Davon sind 6,3 Milliarden Tonnen im Müll gelandet.” In dem Antrag wird auch auf positive Beispiele im Umweltministerium und in der Stadt Leifers verwiesen.

Die Grünen begrüßten den Antrag, auch kleine Schritte seien wichtig. Der Verzicht sollte auch das biologisch abbaubare Plastik ausgedehnt werden.
Auch die Freiheitlichen unterstützten den Antrag weitgehend. Man müsse aber auch dafür sorgen, dass genügend Wasserspender und Waschbecken zur Verfügung stünden. Es werde auch nicht möglich sein, bei allen Veranstaltungen auf Plastik zu verzichten. Daher sollte Punkt zwei geändert werden.

Das Team Köllensperger verwies auf die Plastic-free-Initiative des Umweltministeriums und plädierte dafür, dass das Land sich anschließe. Auch L’Alto Adige nel cuore unterstützte die Initiative und plädierte für eine starke Sensibilisierungskampagne.

Die Süd-Tiroler Freiheit unterstützte das Anliegen, zeigte sich aber skeptisch zur Umsetzung. Eine Umstellung auf Aluminium statt Plastik sei aber nicht im Sinne der Umwelt. Vieles werde ganz unnötig in Plastik verpackt, auch da sei anzusetzen.

Die SVP kündigte Zustimmung an. Man müsse ab vernünftige Alternativen zu Plastik finden. Ein Verzicht bei allen Veranstaltungen werde nicht möglich sein, so werde Glas oft aus Sicherheitsgründen verboten.

Der Einbringer des Antrags zeigte sich mit der gewünschten Änderung einverstanden: möglichst alle Veranstaltungen.

Die Landesregierung bezeichnete das Beispiel von Leifers als positive Erfahrung. Man habe von Fall zu Fall die entsprechenden Alternativen gefunden. Man werde die Ämter und Veranstalter entsprechend anschreiben.

Der erste Punkt des Antrags wurde mit 31 Ja und zwei Enthaltungen, der zweite mit 32 Ja und einer Enthaltung, der dritte mit 32 Ja und einer Enthaltung angenommen.

Damit war die heutige Sitzung beendet.

Die morgige Sitzung beginnt um 10.00 Uhr mit der Anhörung von Kinder- und Jugendanwältin Paula Maria Ladstätter.

Es sei darauf hingewiesen, dass aufgrund der Bestimmungen zur “Par condicio” die Debatte ohne Namen wiedergegeben und auf das Wesentliche reduziert wird.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

9 Kommentare auf "Plastik-Verzicht in der Landesverwaltung"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
maxi
maxi
Tratscher
12 Tage 18 h

Welche Qualität von Abgeordneten haben wir? Da diskutieren 35 hochbezahlte Abgeordnete und noch einmal soviel Zuarbeiter/innen über ein Problem was die Kondominiumverwalter in fünf Minuten gelöst hätten. Kleinkariert Kleinkariert

Neumi
Neumi
Kinig
12 Tage 5 h

Das nennt sich Demokratie. Wenn der Konduminiumsverwalter oder LH alles alleine entscheiden würde, ginge alles viel schneller.

wellen
wellen
Superredner
12 Tage 18 h

Kaffeeautomaten: schlimme Plastikschleudern.Auf Pappe umstellen!

Costa
Costa
Grünschnabel
12 Tage 18 h

“Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.”

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
12 Tage 8 h

Aber dann den Flughafen erweitern 🤔

One
One
Tratscher
12 Tage 9 h

Auweia. Dazu muß es erst von der 5Stelle eine Aufforderung geben, damit unsere ….. verstehen dass Plastik nicht gut für die Umwelt ist. Da frag ich mich echt, was sind das für komische Menschen im Landtag und was tun die eigentlich den ganzen Tag?

Neumi
Neumi
Kinig
12 Tage 5 h

Die stimmen über solche Anträge ab. Das ist ihr Job.

knoflheiner
knoflheiner
Universalgelehrter
12 Tage 8 h

 plastik wou man hinschaut…. möcht von diea gonzn politiker die kinder sechn, dia heint nou mit an holz popele oder eisn autole spieln
plastik konn man wieder verwertn. pfond auf olles drauf nocher liegt nichts mear ummer.

Zugspitze947
Zugspitze947
Tratscher
12 Tage 1 h

In kaum einem Laden gibt es Mehrweggetränke in Glasflaschen !!!Dabei kann man eine Glasflasche bis zu 50 Mal füllen. Die Stinkigen Plastikflaschen nur einmal und dann liegen sie überall herum ,weil sie ja kein Pfand kosten 🙁 Diese Glump gehört verboten 🙁

wpDiscuz