Erklärung zu deutschem Asylkompromiss

Platter warnt Deutschland und Bayern vor Maßnahmen zulasten Tirols

Mittwoch, 04. Juli 2018 | 15:53 Uhr

Innsbruck/Brenner – Die derzeitigen Entwicklungen in Deutschland und dem damit einhergehenden „Asylkompromiss“ nahm LH Günther Platter heute, Mittwoch, zum Anlass, um eine Erklärung abzugeben sowie über geplante Schritte zu informieren: „Es ist ganz klar: Illegale Migration darf in Tirol keine Chance haben – unsere harte Linie werden wir nie verlassen.“ Angesichts der aktuellen Debatten rund um mögliche Grenzkontrollen betonte LH Platter gleichzeitig, dass diese – wenn notwendig – als allerletztes ultimatives Mittel eingesetzt werden können. „Das Grenzmanagement am Brenner ist dank der hervorragenden Arbeit und des engmaschigen Kontrollnetzes mit 280 Personen aus der Exekutive und des Bundesheers innerhalb von 24 Stunden einsatzbereit.“

Brenner als sensibles Symbol für Europa   

Die Grenzbalken am Brenner wurden am 31. März 1998 von den Landeshauptleuten von Tirol und Südtirol entfernt. Die geschichtsträchtige Bedeutung müsse allen bewusst sein: „Der Grenzübergang am Brenner ist mit keinem anderen vergleichbar, er steht für ein geeintes Europa. Doch wenn es zu einseitigen nationalen Maßnahmen vonseiten Deutschlands und Bayerns kommt und wir dies im Sinne der Sicherheit in Tirol als unbedingt notwendig und als letztmöglichen wirksamen Schritt erachten – dann werden wir die Grenzkontrollen hochfahren.“ Derzeit sei die Lage am Brenner völlig im Griff, die Zahl der aufgegriffenen Personen gehe zurück. „Wir werden dies genau beobachten: Wir akzeptieren kein Durchwinken und werden bei einer Änderung der Situation unmittelbar reagieren.“

Warnung an Deutschland mit Bayern

Die Auswirkungen von Grenzkontrollen am Brenner wären massiv – sowohl auf den Personen- als auch Warenverkehr. Von Juni bis Oktober 2017, also in den stärksten Reisemonaten, fuhren über 6,175 Millionen Pkw sowie knapp eine Million Lkw über den Brenner – an Spitzentagen sogar bis zu 100.000 Kraftfahrzeuge im Bereich Ampass: „Wenn wir in der aktuellen Situation den Brenner sperren würden, würden dort nicht hunderte Flüchtlinge sondern hunderttausende deutsche Touristen auf die Heimreise warten. Bei diesen Zahlen muss jedem bewusst werden, was Brenner-Grenzkontrollen  bedeuten. Ich warne daher die deutsche Bundes- und die bayerische Staatsregierung vor Maßnahmen, die sich zu Lasten Österreichs und damit zulasten von Tirol auswirken. Wir sind fest entschlossen, unser Land vor jeglichen negativen Auswirkungen zu schützen“, betont LH Platter Vorhaben in engster Abstimmung mit Bundeskanzler Sebastian Kurz sowie Südtirols LH Arno Kompatscher durchzuführen.

Von: mk

Bezirk: Bozen, Wipptal

Kommentare

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12 Kommentare auf "Platter warnt Deutschland und Bayern vor Maßnahmen zulasten Tirols"


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Tantemitzi
Tantemitzi
Superredner
14 Tage 3 h

Die Deutschen schicken alles zurück nach Tirol…. die Tiroler schicken alles zurück nach Italien…… wenn aber Italien ein Schiff mit 600 Flüchtlingen nicht SOFORT aufnimmt….  mokiert sich die ganze Welt!  Italien soll Alles aufnehmen und darf dann auch Alles behalten. Wers krieg, darfs koltn!

Flaschenpost
Flaschenpost
Grünschnabel
14 Tage 4 h

Die Bayern würden am liebsten alle
Flüchtlinge nach Nordtirol bzw. Österreich zurückschicken, und die
Italiener (und Südtiroler genauso) würden am liebsten alle
Flüchtlinge über den Brenner nach Nordtirol/Österreich
weiterleiten.

Soviel zur Solidarität innerhalb
Tirols und der EU.

Eines vergessen die Bayern und
Italiener/Südtiroler: Wenn die Nordtiroler am Brenner und bei
Kufstein kontrollieren, dann stehen alle (Auto-)Räder still!

Was wollen dann die Bayern und
Italiener machen? Sanktionen gegen die Nordtiroler/Österreicher
verhängen?

Den Italienern ist die Brennergrenze
heilig. Aber wenn aber die Österreicher diese Grenze ihrerseits schützen und
kontrollieren, dann beschwören sie offene Grenzen und die EU …

Orschgeige
Orschgeige
Superredner
14 Tage 4 h

Wollte Platter nicht den Verkehr auf der Brennerautobahn reduzieren? Grenzkontrollen wären dazu perfekt geeignet!

fanalone
fanalone
Tratscher
13 Tage 23 h

Ein Leben vor 1998 hat es quasi nicht gegeben. Keinen Warenverkehr, keinen Tourismus…jaja, ich erinnere mich genau.

puschtro
puschtro
Neuling
13 Tage 14 h

stimmt – musste die Wassermelone ausm Schloss Trautmannsdorf essen!! 😉

MayerSepp
MayerSepp
Grünschnabel
13 Tage 21 h

Wie immer gesagt: australische Lösung. Keinen mehr reinlassen, alle zurück. Dann erledigt sich jeder Streit in Europa.

Rechner
Rechner
Tratscher
13 Tage 12 h

Sehr schlau Sepp

Rechner
Rechner
Tratscher
13 Tage 12 h

Wiso glaubst du wird nicht abgeschoben?

marher
marher
Grünschnabel
13 Tage 23 h

Kann es sein dass die Politik auf eine schiefe sture Bahn gerät, ohne nachzudenken was überhaupt  gesetzlich – legitim  machbar ist ? Das hin und her schicken von Flüchtlingen bringt  gar nichts, da  müssen andere vernünftige Lösungen gefunden werden.     

Rechner
Rechner
Tratscher
13 Tage 19 h
Was wir hier zur Zeit sehn ist das gegackere eitler Hähne die alle Politisches Kapital aus den Flüchtlingen schlagen wollen. In Bayern sind Wahlen, Salvini versucht sowiso mit dem Thema von seiner Unfähigkeit abzulenken. Kurz will in Europa nicht Kurz sein sondern ganz groß. In den ganzen ersten 6 Monaten sind in Italien ganze 11.000 Flüchtlinge gestrandet. Übrigens dank Minniti nicht dank Salvini. Nach den hunderttausenden der letzen Jahre wollen sie wegen einigen hundert die über die Grenzen wollen die wichtigsten nordsüd Verbindungen schließen und komplett überwachen. Jeden Einwohner den sie an den Grenzen befragen kann darüber lachen. Es gibt… Weiterlesen »
Spitzpassauf
Neumi
Neumi
Universalgelehrter
13 Tage 12 h

Wenn die anderen Staaten mal ihre Quote erfüllen würden, wäre das Problem deutlich geringer.

Deutschland ist fein raus. In Deutschland kommt kaum einer an, sie müssen ihren Antrag alle irgendwo anders stellen. Und dann sollen sie gefälligst auch dort bleiben. Das Dublin-Abkommen ist ein Schlag ins Gesicht aller Randstaaten.

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