Von: importer
Das südöstliche EU- und NATO-Land Bulgarien wählt an diesem Sonntag ein neues Staatsoberhaupt. Umfragen sehen Präsidentin Ilijana Jotowa, die erst seit Ende Jänner das höchste Staatsamt bekleidet, mit mehr als 40 Prozent der Stimmen klar vorn. Jotowa wird von Andrej Gjurow, dem Kandidaten von konsequent prowestlichen Oppositionsparteien, herausgefordert. Gjurow dürfte laut Umfragen gut 28 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen.
Die frühere sozialistische EU-Abgeordnete Jotowa wird von der allein regierenden Mitte-Links-Partei Progressives Bulgarien (PB) von Ministerpräsident Rumen Radew unterstützt. Er war im Jänner vom Präsidentenamt zurückzutreten, um an einer vorgezogenen Parlamentswahl teilzunehmen.
Wahl vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs
Der Ukrainekrieg tobt nur wenige Hundert Kilometer von Bulgarien entfernt. Vor der bulgarischen Schwarzmeerküste waren im Oktober vier Handelsschiffe mutmaßlich von Drohnen getroffen worden. Zudem wurden nahe der Hauptstadt Sofia Antennen des Satelliteninternetdienstes Starlink in Brand gesetzt, dessen Netz wichtiger Bestandteil der ukrainischen Verteidigung im russischen Angriffskrieg ist.
Stichwahl gilt als sicher
Bei der Wahl bewerben sich 27 Kandidatinnen und Kandidaten um das höchste Staatsamt. Linke und rechte Herausforderer von Jotowa setzen auf regierungskritische Akzente, auch in Bezug zum Ukrainekrieg.
Sollte im ersten Wahlgang keine Kandidatin oder Kandidat die absolute Mehrheit erreichen, ist für den 1. November eine Stichwahl geplant. Meinungsforscher sehen dann eine Stichwahl zwischen Jotowa und Gjurow als sicher.
Die Wahllokale sind am Sonntag von 06.00 Uhr MEZ (07.00 Ortszeit) bis 19.00 MEZ (20.00 Ortszeit) geöffnet. Erst nach ihrer Schließung dürfen Prognosen aufgrund von Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe veröffentlicht werden. Mit offiziellen Ergebnissen ist bis zu 48 Stunden nach Wahlschluss zu rechnen.




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