Russische Angriffe auf Charkiw

Russland griff Charkiw wieder mit Fliegerbomben an

Freitag, 24. Mai 2024 | 15:09 Uhr

Von: APA/dpa/AFP/Reuters

In der seit Monaten unter russischen Luftangriffen leidenden Großstadt Charkiw in der Nordostukraine sind in der Nacht auf Freitag zwei Fliegerbomben eingeschlagen. Eine Frau sei verletzt worden, schrieb Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow auf Telegram. Bei ukrainischen Angriffen auf die von Moskau annektierte Krim kamen russischen Angaben zufolge indes mindestens zwei Menschen um. Präsident Wolodymyr Selenskyj gibt einen Besuch in Charkiw bekannt.

“Die gesamte Stadt und die Region Charkiw verdienen unsere Unterstützung, unseren Dank und unseren Respekt”, schreibt er auf dem Kurznachrichtendienst X. Er habe sich mit der örtlichen Militärführung getroffen und sich den Ort eines russischen Raketenangriffs zeigen lassen. Die russischen Truppen stoßen seit dem 10. Mai in die Region vor, die Stadt Charkiw liegt regelmäßig unter Beschuss. Dort leben gegenwärtig weiter etwa 1,3 Millionen Menschen.

Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge eine russische Bodenoffensive in der östlichen Region Charkiw gestoppt. “Die ukrainischen Verteidigungskräfte haben die russischen Truppen im Bereich Charkiw gestoppt und führen Gegenoffensiven durch”, erklärte die ukrainische Armee am Freitag in Onlinediensten. Ein Vertreter des Generalstabs bezeichnete die Lage als “schwierig”, aber “stabil und unter Kontrolle”.

Zuvor hatte Armeechef Oleksandr Syrskyj bereits erklärt, die Vorstöße der russischen Armee in der Region im Nordosten der Ukraine seien ins Stocken geraten. In Straßenkämpfen um die Grenzstadt Wowtschansk hätten sich die Truppen aus Moskau “völlig verzettelt und sehr hohe Verluste bei den Angriffseinheiten erlitten”, erklärte Syrskyj in Onlinenetzwerken. Für den Versuch, die Stadt einzunehmen, verlege Russland derzeit “Reserven aus verschiedenen Bereichen” – jedoch ohne Erfolg, fügte er hinzu.

An einem Firmengebäude in Charkiw seien das Dach und die Fassade beschädigt worden, hieß es. Nach Angaben der Stadt wurden auch mehrere Wohnhäuser beschädigt. Am Tag zuvor waren in Charkiw sieben Menschen durch russischen Beschuss getötet worden. Insgesamt gingen etwa 15 umfunktionierte Flugabwehrraketen der Systeme S-300 oder S-400 über Charkiw und dem Umland nieder. Die sieben starben, als eine der größten Buchdruckereien des Landes getroffen wurde. Es gab auch 23 Verletzte.

50.000 Bücher seien verbrannt, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj am Freitag im sozialen Netzwerk X. Dies zeige, dass Russland Krieg gegen die Menschheit und jedes normale Leben führe. “Das ukrainische Buch ist die ukrainische Stärke. Deshalb will der Feind es zerstören”, kommentierte der international bekannte ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan auf Facebook. Er postete ein Foto von sich vor einem Buchladen des Verlagshauses, das auf ukrainische Literatur spezialisiert ist. Schon im März war in Charkiw eine Buchdruckerei zerstört worden.

Charkiw ist eine der am schwersten getroffenen Städte des nunmehr über zwei Jahre währenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Immer wieder wird die Millionenstadt aus der Luft angegriffen – mit Drohnen, Raketen oder Gleitbomben. Vor zwei Wochen haben die russischen Streitkräfte zudem eine Bodenoffensive im Grenzgebiet zu Charkiw gestartet. Die vordersten russischen Truppenteile stehen derzeit weniger als 20 Kilometer vom Stadtrand entfernt.

Die russische Nachrichtenagentur TASS meldete unterdessen einen militärischen Erfolg in der Region Charkiw. Demnach kontrollieren die russischen Streitkräfte mehr als die Hälfte des Gebiets der Grenzstadt Wowtschansk. Die Agentur bezog sich auf eine Aussage des russischen Parlamentsabgeordneten Viktor Wodolatskij. Die Städte Slawjansk, Kramatorsk und Pokrowsk seien die nächsten großen Ziele Russlands, sobald es Wowtschansk erobert habe, zitierte TASS Wodolatskij.

In der Nacht auf Freitag sei das Gebiet rund um die Stadt Simferopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim im Schwarzen Meer mit Raketen angegriffen worden, teilte Krim-Statthalter Sergej Aksjonow auf Telegram mit. In sozialen Netzwerken berichteten Bewohner von Explosionsgeräuschen auch aus Regionen nahe den Krim-Städten Aluschta und Jalta.

Im populären Telegram-Kanal “Shot” war von einer “massiven Attacke” die Rede, die die russische Luftverteidigung abwehren müsse. Aus Kiew gab es zunächst keine offizielle Reaktion. Die Ukraine verteidigt sich seit Februar 2022 gegen einen groß angelegten russischen Angriffskrieg. Immer wieder nimmt die ukrainische Armee dabei russische Militärstützpunkte auf der bereits 2014 annektierten Krim ins Visier. Auch gegen die dort stationierte russische Schwarzmeerflotte gelangen Kiew bereits erfolgreiche Angriffe.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

5 Kommentare auf "Russland griff Charkiw wieder mit Fliegerbomben an"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
OrtlerNord
OrtlerNord
Universalgelehrter
26 Tage 12 h

Ein Schurkenstaaten mit dem Möchtegernzar legt alles in Schutt und Asche!
Es werden noch viele Staaten folgen siehe Hitler!🤢🤮

OH
OH
Universalgelehrter
26 Tage 6 h

Den Hitler-Vergleich finde ich “etwas” extrem. Um klarzustellen, ich bin garantiert kein Putin-Freund, aber Putin ist auch kein Dummer. Er weiß genau wen er angreifen kann (Staaten ohne Bündnis-Verträge wie EU oder NATO) und weiß genau wo er “nur” provozieren kann. So wie gerade geschehen mit Seegrenzen, Flussgrenzen zu Anrainerstaaten. Und was die Betonung des Artikels auf Fliegerbomben angeht, in einem Krieg benutzt JEDER das was da ist um anzugreifen oder zu verteidigen.

Goennenihrwichtigtuer
Goennenihrwichtigtuer
Universalgelehrter
26 Tage 5 h

“Er weiß genau wen er angreifen kann” sel Gefühl hosch du? Ernsthaft? Noch zwoa Johr “Spezialoperation”? Freund bisch vlt nit ober awian noch Fanboy hearsch di definitiv un. 🤏😉

N. G.
N. G.
Kinig
26 Tage 5 h

Hitler mit Putin, den Krieg Hitlers mit dem Putins zu vergleichen ist Unsinn. Putin hat gar nicht die Möglichkeiten die Hitler hatte. Zweitens, es soll nicht pietätlos wirken aber indem du diesen Vergleich ziehst, die Toten in der Ukraine und 70 Millionen Tote im WK2 spielst du den Weltkrieg und die Taten Hitlers runter! Völliger Quatsch!

OrtlerNord
OrtlerNord
Universalgelehrter
26 Tage 1 h

@N. G.
An einfältigkeit sind deine Kommentare zwar zu toppen aber extrem schwierig!
Hitler hat mit ca 45 Millionen aufgehört!
Ist der Möchtegernzar mit dem Krieg spielen am Ende?
Aber vielleicht bist du mit deiner unendlichen Weisheit schon in die Zukunft zu schauen!🤣😂

wpDiscuz