Von: APA/dpa
Durch russische Gleitbomben sind im Zentrum der ostukrainischen Stadt Slowjansk mindestens vier Menschen getötet worden. Weitere 16 seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung, Wadym Ljach, am Dienstag bei Facebook mit. Insgesamt seien drei russische Bomben eingeschlagen. Den Angaben nach wurden zudem sechs Wohnhäuser und zehn Autos beschädigt. Die russisch-ukrainische Frontlinie ist noch etwa 20 Kilometer von der Stadt im Gebiet Donezk entfernt.
Durch russische Drohnenangriffe wurden in der Ukraine nach Behördenangaben zudem mindestens 14 Menschen verletzt. In der Großstadt Dnipro im Süden sei ein Wohnblock beschädigt worden, teilte der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, am Dienstag auf Telegram mit. Zehn Menschen, darunter ein zwölfjähriger Bub, seien verletzt worden. Schäden habe es auch an einem Verwaltungsgebäude gegeben.
In der östlichen Großstadt Charkiw wurden vier Menschen verletzt. Dort trafen Drohnen einen Stadtteil mit Einfamilienhäuser, teilte Bürgermeister Ihor Terechow mit. Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben in der Nacht 137 angreifende Drohnen aus Russland. 122 von ihnen seien abgefangen worden. An zehn Orten habe es aber Einschläge gegeben. Das russische Militär in Moskau wiederum teilte mit, in der Nacht seien 17 ukrainische Drohnen abgefangen worden.
Kiew sieht Gebiet Dnipropetrowsk fast komplett unter Kontrolle
Infolge von Gegenangriffen ist die südostukrainische Region Dnipropetrowsk nach Militärangaben beinahe komplett wieder unter Kontrolle Kiews. Drei kleinere Siedlungen seien noch in russischer Hand und zwei weitere müssten überprüft werden, sagte der im Kiewer Generalstab arbeitende General Olexander Komarenko in einem Interview der Nachrichtenagentur RBK Ukraine.
Aufgrund der ukrainischen Vorstöße gebe es für den Februar eine positive Dynamik. “Es wurde mehr Territorium befreit, als verloren”, unterstrich Komarenko. Mehr als 400 Quadratkilometer seien zurückerobert worden. Die Gesamtlage sei weiter “schwierig, aber kontrollierbar”.
Seit mehreren Wochen laufen in den Gebieten Saporischschja und Dnipropetrowsk ukrainische Gegenangriffe. Die Führung in Kiew betont die Erfolge. Ukrainische Militärbeobachter bewerten die Fortschritte zurückhaltender.
Kreml: Lockerung der Sanktionen nicht im Detail besprochen
US-Präsident Donald Trump und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin besprachen bei ihrem jüngsten Telefonat dem Kreml zufolge die mögliche Lockerung von Sanktionen gegen Russlands Ölexport nicht näher. “Nein, das Thema kam detailliert nicht zur Sprache”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag auf Anfrage russischer Journalisten in Moskau. Natürlich sei beiden Staatsführern klar, welche Auswirkungen solch ein Schritt für die Weltwirtschaft habe. Trump versuche, die Lage auf den globalen Energiemärkten vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs zu stabilisieren, sagte Peskow.
Trump hatte am Montag kurz nach dem Telefonat mit Putin erklärt, die USA setzten “bestimmte ölbezogene Sanktionen aus, um die Preise zu senken”. Dies werde er tun, bis sich die Lage beruhigt habe. Eventuell sei es anschließend auch nicht mehr nötig, die Restriktionen wieder in Kraft zu setzen, fügte er hinzu. Trump sagte nicht, welche Länder konkret er von den Sanktionen befreien wolle.
Medienberichten zufolge hat Indien bereits die befristete Erlaubnis erhalten, russisches Öl zu kaufen, nachdem der von Trump begonnene Krieg gegen den Iran den Transport fossiler Rohstoffe durch den Persischen Golf – eine der wichtigsten Handelsrouten – quasi zum Erliegen gebracht hat. Der Ölpreis stieg stark in die Höhe – nach einer Äußerung von Trump, die Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende schürte, gab er nach.
Die Sanktionen gegen den russischen Ölexport wurden wegen des von Putin befohlenen Angriffskriegs gegen die Ukraine erlassen. Eine Feuerpause in dem Krieg habe Trump nicht gefordert, sagte Peskow. Russland sei zu weiteren Verhandlungen über ein Ende des Konflikts bereit und den USA dankbar für ihre Vermittlung. Einen konkreten Termin für die Fortsetzung der Gespräche gebe es aber nicht, sagte der Putin-Sprecher. Moskau fordert für ein Ende des Kriegs von Kiew neben dem Verzicht auf einen NATO-Beitritt auch die Überlassung weiterer ukrainischer Gebiete. Die Ukraine wehrt sich seit etwas mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion.




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