Von: Matthias Knapp
Bozen – Kinder, die mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Schule entgegen der Fahrtrichtung auf der Straße fahren, gefährliche Kreuzungen und unvollständige Radwegverbindungen – Im Stadtviertel Gries besteht dringender Handlungsbedarf. Das finden zumindest die Grünen im Bozner Gemeinderat. Mit einem Beschlussantrag fordert die grüne Gemeinderätin Cornelia Brugger gemeinsam mit der grünen Stadtviertelrätin Katherina Longariva konkrete Maßnahmen für sichere Schulwege.
Im Mittelpunkt steht die Segantinistraße, wo bereits vor einigen Jahren auf Initiative von Cornelia Brugger ein gemeinsamer Geh- und Radweg auf dem Gehsteig eingerichtet wurde. „Diese Maßnahme, die noch unter der vorherigen Stadtregierung umgesetzt wurde, war ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Schulwegsicherheit“, so die Grünen. Die damals ebenfalls angestrebte Weiterführung über den rund 50 Meter langen Abschnitt der Michael-Pacher-Straße konnte jedoch nicht verwirklicht werden.
„Wir haben damals einen wichtigen ersten Schritt erreicht. Aber schon damals war klar, dass es auch eine sichere Weiterführung in der Michael-Pacher-Straße braucht. Das ist bis heute nicht gelungen. Inzwischen zeigen uns die Erfahrungen und die Rückmeldungen der Anrainerinnen und Anrainer, wie dringend diese Ergänzung ist. Es geht jetzt nicht darum, wer damals oder heute für den Verkehr zuständig war, sondern darum, eine bestehende Gefahrenstelle endlich zu entschärfen“, erklärt Brugger.
Tatsächlich werde der vorhandene Geh- und Radweg von vielen Kindern und Familien nicht ausreichend genutzt. „Stattdessen fahren sie teilweise entgegen der Fahrtrichtung auf der Straße. Besonders kritisch ist die Einmündung in die Michael-Pacher-Straße, wo die sichere Verbindung derzeit endet“, so Brugger. Anrainerinnen und Anrainer hätten bereits von zwei Beinaheunfällen berichtet.
Die Grünen fordern deshalb die Weiterführung des gemeinsamen Geh- und Radweges in der Michael-Pacher-Straße, eine dauerhafte, kontrastreiche und gut erkennbare Bodenmarkierung sowie den Einsatz eines Schülerlotsen (Nonno Vigile) an der Kreuzung zu Schulbeginn und Schulende.
Darüber hinaus soll laut den Grünen die Martin-Knoller-Straße als Schulbereich klar erkennbar und verkehrsberuhigt gestaltet werden. Ein veränderter Bodenbelag und eine auffällige Straßenraumgestaltung sollten dazu beitragen, dass Autofahrende ihre Geschwindigkeit reduzieren.
Auch die Schulwege über die Fagenstraße und die Cadornastraße, die Achse Grieser Platz–Vittorio-Veneto-Straße sowie die problematische Verkehrssituation vor der Marcelline-Schule sollten in ein umfassenderes Schulwegekonzept einbezogen werden.
„Wir bekommen immer wieder Rückmeldungen von Familien und Anrainern, die sich um die Sicherheit der Kinder sorgen. Es braucht einen zusammenhängenden Blick auf die Schulwege im gesamten Einzugsgebiet der Grundschule Gries und des Kindergartens. Einzelne Maßnahmen reichen nicht, wenn die nächste Gefahrenstelle gleich um die Ecke wartet“, betont Stadtviertelrätin Katherina Longariva.
Auch Familien in der Verantwortung
Ein besonderes Anliegen ist Brugger und Longariva die Sensibilisierung der Familien. Denn auch dort, wo bereits sichere Geh- und Radwege vorhanden sind, würden diese nicht immer genutzt. Stattdessen würden Kinder und Erwachsene teilweise entgegen der Fahrtrichtung auf der Straße fahren und damit sich selbst und andere in Gefahr bringen.
„Wir können nicht einerseits sichere Schulwege einfordern und andererseits die bestehenden Verkehrsregeln ignorieren. Auch die Familien tragen Verantwortung. Gerade Eltern haben eine Vorbildfunktion: Wenn sie mit ihren Kindern entgegen der Fahrtrichtung auf der Straße fahren, vermitteln sie ein völlig falsches Verhalten. Deshalb richten wir einen ausdrücklichen Appell an die Schulen und Kindergärten, gemeinsam mit uns die Familien zu sensibilisieren. Verkehrssicherheit ist eine gemeinsame Verantwortung – die Stadt muss die Voraussetzungen schaffen, aber wir alle müssen unseren Beitrag leisten“, so Cornelia Brugger.
Für die beiden grünen Mandatarinnen ist klar: Sichere Schulwege erfordern sowohl eine durchdachte Verkehrsplanung als auch die aktive Mitwirkung der Bevölkerung.
„Kinder müssen sich in ihrem Stadtviertel sicher und möglichst selbstständig bewegen können. Dafür braucht es Straßen, die sich an den Bedürfnissen der Kinder orientieren, und Erwachsene, die ihrer Verantwortung gerecht werden. Sichere Schulwege gehen uns alle an“, so Brugger abschließend.




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