„Weiterhin kein Konzept für Verkehrsberuhigung auf Dolomiten-Pässen“

Sella-Joch: Dachverband kritisiert neue Regelung

Mittwoch, 16. Mai 2018 | 16:32 Uhr

Bozen – Laut Medienberichten soll im heurigen Sommer für knapp sechs Wochen eine Registrierungspflicht für das Sella-Joch gelten. Dabei handelt es sich um einen völlig neuen Ansatz im Vergleich zu den Green Days vom vergangenen Jahr. Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz hegt allerdings Zweifel an der Praktikabilität dieser Maßnahme.

Zudem kritisieren die Umweltschützer, dass die Maßnahme nur für das Sella-Joch gelte. Vom überbordenden Verkehr seien aber auch andere Übergänge betroffen. „Mit diesen jährlichen Experimenten drückt man sich allerdings weiterhin um eine wirkliche Beruhigung des Verkehrs im UNESCO-Welterbe-Gebiet. Kommen nicht endlich brauchbare Ansätze, wird sich der Dachverband mit der nationalen Vertretung der UNESCO in Verbindung setzen“, so der Dachverband.

Mittels App oder an Registrierstellen an den Taleingängen von Gröden und dem Fassatal soll man sich heuer für die Überfahrt registrieren müssen. Um 20 Prozent will man den Verkehr so reduzieren.

Die Umweltschützer kritisieren zudem, dass die Registrierungen nur im Zeitraum von 23. Juli bis zum 31. August durchgeführt werden sollen. Registrieren. „Die im letzten Jahr eingeführten Green Days wurden vor, während und nach der Saison zumindest von den Verantwortlichen hochgelobt. Dennoch hat man sich heuer für eine radikal andere Lösung entschieden. Dabei bleiben eine ganze Reihe von Fragen unbeantwortet. Gibt es einen täglichen (oder stündlichen) Numerus Clausus? Wer ist von der Registrierung ausgenommen? Werden diese ausgenommenen Fahrzeuge dennoch gezählt? Gilt die Registrierung für die Zeitspanne von 9.00 bis 16.00 Uhr, oder muss man sich bei hin und retour zwei Mal registrieren? Wer, wie und wo wird kontrolliert? Wie wird sanktioniert? Wie wappnet man sich an den beiden Registrier-Häuschen bei einem größeren Ansturm, oder ist der Kollaps dort schon vorprogrammiert?“, wollen die Umweltschützer wissen.

Ihrer Ansicht nach gebe es einfache und effektive Maßnahmen, den Verkehr auf den Passstraßen zu beruhigen, wie etwa durch das vom Dachverband für Natur- und Umweltschutz seit Jahren vorgeschlagene Zeitfenster.

„Aber lieber setzt man auf einen aufwändigen und somit kostenintensiven Murks, anstatt griffige Regelungen einzuführen. Zudem ist diese Maßnahme laut Zeitungsbericht auch heuer nur auf dem Sella-Joch vorgesehen. Was ist mit all den anderen Pässen in und außerhalb der Dolomiten, die in schöner Regelmäßigkeit von Blechlawinen überrollt werden?“, so die Umweltschützer.

Im Dachverband für Natur- und Umweltschutz sei man von dem jahrelangen politischen Unwillen und/oder Unvermögen, effektive Regelung einzuführen enttäuscht. „Wir werden uns mit dem Thema der nach wie vor bestehenden Verkehrsproblematik an die nationale Vertretung der UNESCO wenden“, kündigt der Dachverband an.

Von: mk

Bezirk: Salten/Schlern

Kommentare

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14 Kommentare auf "Sella-Joch: Dachverband kritisiert neue Regelung"


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Orschgeige
Orschgeige
Tratscher
9 Tage 20 h

Registrieren? Eine Maut wie auf den Großglockner muss her!
Die Verkehrsberuhigung kommt dann von alleine.

Tabernakel
9 Tage 20 h

Hahaha! Großglockner:

“In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts wurde die Panoramastraße pro Jahr durchschnittlich von 200 000 Fahrzeugen mit 900 000 Besuchern frequentiert.”

“Am 9. August 2016 wurde der 65millionster Besucher auf der Großglockner Hochalpenstraße begrüßt.

Dublin
Dublin
Kinig
9 Tage 19 h

…zohlen dann ah die Touris oder nur die Einheimischen?… 😅

bon jour
bon jour
Superredner
9 Tage 19 h

Maut auf einer Staatsstraße wird nicht so ohne weiteres gehen.

letztes Jahr hü, dieses Jahr hott:
die Politik ist am Arsch.

Gredner
Gredner
Superredner
9 Tage 14 h

@bon jour und wieso net?!? Auch die Autobahnen sind Eigentum des Staates und verschiedene Gesellschaften haben die Konzession für einen Teil davon und kassieren die Maut.

Die Strasse zu den 3 Zinnen ist ebenso mautpflichtig: 15 für ein Motorrad, 25 Euro für einen PKW, 50 für einen Kleinbus und 105 Euro für einen Bus

bon jour
bon jour
Superredner
9 Tage 4 h

@Gredner
die 3 Zinnenstraße ist keine Staatsstraße

die Autobahn ist gesetzlich ein anderes Kapitel.

Gredner
Gredner
Superredner
8 Tage 17 h

@bon jour: wenn man immer nur Dinge macht, die es schon gibt, und nie was neues probiert, dann wären wir noch in der Steinzeit.

Lumberjack
Lumberjack
Grünschnabel
9 Tage 21 h

Iatz isches nor nimmer Hoagl… Folltenen wirklich nichts bessers mear in?

HerrBert
HerrBert
Neuling
9 Tage 20 h

Ich würde noch eine Prüfung einführen ob man geeignet ist sich auf das Sellajoch zu begeben. Wer schon mal etwas in der Natur weggeworfen hatte muss natürlich sofort ein Verbot bekommen.

der echte Aaron
der echte Aaron
Tratscher
9 Tage 18 h

Freie fahrt für freie Bürger!!!!…..oder sonst sollen sie die Hotels zurück bauen, dann ist auch weniger Verkehr.

algunder
algunder
Tratscher
9 Tage 18 h

Sette blödsinn!

Gredner
Gredner
Superredner
9 Tage 19 h

Ich habe es bis heute noch nicht gehört: WER hatte diese Idee mit der App?!?

bon jour
bon jour
Superredner
9 Tage 19 h

Unesco?
der Dachverband ist sehr schlecht informiert: das ist nicht Unesco-Gebiet.

bon jour
bon jour
Superredner
9 Tage 4 h

rot ändert nichts an den fakten.

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