Von: luk
Bozen – Die geplante Neuordnung des Senatswahlkreises Bozen-Unterland sorgt weiterhin für politische Diskussionen in Südtirol. Der Bozner Gemeinderat Rudi Benedikter hat in einem offenen Brief scharfe Kritik an den Plänen geäußert und der SVP-Spitze ein „statutenwidriges Manöver“ vorgeworfen. Der SVP-Bezirksobmann des Unterlandes, Norbert Mayr, weist diese Darstellung zurück.
Benedikter, der sich in seinem Schreiben auch als Enkel des Südtiroler Widerstandskämpfers Josef Noldin und Mitglied im Verwaltungsrat des „Noldinhauses Salurn“ bezeichnet, dankte der SVP-Basis im Unterland sowie anderen Parteien, die sich gegen eine Aufteilung des Senatswahlkreises Bozen-Unterland aussprechen.
Dabei zog Benedikter einen historischen Vergleich und verwies auf die Ereignisse der frühen Faschismuszeit in Südtirol. Die geplante Änderung bezeichnete er als Folge einer „Machtbesessenheit der SVP-Spitze“ und erklärte, sein Großvater würde sich angesichts der Entwicklung „im Grabe umdrehen“.
Norbert Mayr reagierte auf den offenen Brief und bedankte sich für die Unterstützung. Gleichzeitig stellte er klar, dass die Teilung des Senatswahlkreises nach seiner Einschätzung nicht von der SVP vorangetrieben werde. Verantwortlich dafür sei vielmehr der Abgeordnete Alessandro Urzì, der im Parlament offenbar über die notwendigen Mehrheiten verfüge.
Nach Ansicht Mayrs würde eine Aufteilung des Wahlkreises die italienische Mehrheit im betroffenen Senatswahlkreis weiter festigen und die Vertretung der italienischen Bevölkerung in Rom stärken. Dies entspreche aus seiner Sicht auch Artikel 111 des Autonomiestatuts. Die SVP könne gegen das Vorhaben zwar protestieren, habe aber keine Möglichkeit, es zu verhindern.




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