Rom dreht die Sicherheitsschraube nach Zwischenfällen an

Sicherheitspaket: Drei Jahre Gefängnis für ein Küchenmesser

Freitag, 06. Februar 2026 | 11:53 Uhr

Von: idr

Rom – Italiens Regierung hat am Donnerstag ein Sicherheitspaket durchgesetzt, das es in sich hat. Wer künftig ohne triftigen Grund eine Klinge mit mehr als acht Zentimetern Länge bei sich trägt, riskiert eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und drei Jahren.

Die Maßnahmen zielen vor allem auf Jugendgewalt ab. Nachdem in den vergangenen Wochen mehrere blutige Messerstechereien an Schulen für Entsetzen sorgten – darunter der Tod eines 19-Jährigen in La Spezia – zog Ministerpräsidentin Giorgia Meloni die Notbremse. Auch die Eltern sollen zahlen: Begeht ein Minderjähriger eine Straftat mit dem Messer, drohen den Erziehungsberechtigten Bußgelder bis zu tausend Euro. Zusätzlich können Präfekten Führerscheine oder Waffenscheine entziehen.

Händler müssen künftig das Alter ihrer Kunden überprüfen, bevor sie Messer verkaufen. Verstöße kosten zwischen 500 und 3.000 Euro, bei Wiederholung sogar bis zu 6.000 Euro. Wer Klingen über 15 Zentimeter Länge verkauft, muss die Personalien der Käufer in einem Register festhalten. Online-Plattformen werden verpflichtet, wirksame Alterskontrollen einzuführen.

Doch das Paket geht weit über Messerverbote hinaus: Bei Demonstrationen können Personen mit einschlägigen Vorstrafen künftig bis zu zwölf Stunden präventiv festgehalten werden. Wer eine genehmigte Demo stört oder von der Route abweicht, zahlt zwischen 500 und 3.000 Euro. Innenminister Matteo Piantedosi kündigte für kommende Woche ein weiteres Migrationspaket an.

Die Opposition protestiert scharf: Angelo Bonelli von den Grünen sprach von einer schweren Verletzung des Demonstrationsrechts. Doch Meloni ließ sich nicht beirren: Man werde nicht mehr wegschauen, wenn Straftäter geschützt würden.

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