Israel greift weiter an

Sprecher von Irans Revolutionsgarden bei Luftangriff getötet

Freitag, 20. März 2026 | 15:00 Uhr

Von: APA/AFP/Reuters/dpa

Der Sprecher der iranischen Revolutionsgarden ist nach Angaben Teherans bei Luftangriffen der USA und Israels getötet worden. Ali Mohammad Naini sei am frühen Freitagmorgen einer “feigen Terrorattacke der amerikanisch-zionistischen Seite” zum Opfer gefallen, erklärten die Revolutionsgarden auf ihrer Website “Sepah News”. Die Garden sind die ideologische Armee des Iran und eine wichtige Stütze des Regimes der Islamischen Republik.

Israel und die USA hatten Ende Februar massive Luftangriffe auf den Iran gestartet. Der Iran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion.

“Wichtigster Propagandist”

Israels Militär bezeichnete Naini als “wichtigsten Propagandisten” der Revolutionsgarden, der Terroranschläge gegen den Staat Israel gefördert habe. Die israelische Armee drohte, sie werde weiterhin gegen Kommandanten und wichtige Vertreter der iranischen Führung vorgehen.

Der Iran griff derweil Israel am Morgen und am Vormittag (Ortszeit) mit Raketen an. Unter anderem in Tel Aviv mussten sich die Menschen deshalb in Schutzräume begeben. Im Großraum der Küstenmetropole wurde laut Polizei ein Haus getroffen und beschädigt. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.

Kurz vor seiner Tötung hatte Naini noch darauf gepocht, dass der Iran trotz der anhaltenden Luftangriffe der USA und Israels weiterhin ballistische Raketen produziere. “Selbst unter Kriegsbedingungen setzen wir die Raketenproduktion fort”, wurde er am Freitag von der Nachrichtenagentur Fars zitiert. Er wies damit Äußerungen des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanyahu zurück. Dieser hatte am Donnerstag gesagt, der Iran verfüge nach knapp drei Wochen Krieg “nicht mehr über die Kapazitäten, Uran anzureichern und ballistische Raketen herzustellen”.

Getöteter Geheimdienstchef hinterlässt offensichtlich große Lücke

Die iranische Staatsführung rief die Geheimdienstmitarbeiter unterdessen dazu auf, den “Feinden im In- und Ausland” die Sicherheit zu entziehen. In einer Mitteilung auf dem X-Profil des neuen obersten Führers, Mojtaba Khamenei, hieß es weiter, nach dem Tod von Geheimdienstchef Ismail Khatib müssten die “übrigen Beamten und Mitarbeiter dieses sensiblen Ministeriums” diese Lücke ausgleichen.

Mojtaba Khamenei ist seit seiner Ernennung am 8. März nicht öffentlich in Erscheinung getreten – weder mit einer Audio- noch mit einer Videobotschaft. Laut Aussage der US-Regierung ist er verletzt. Nähere Informationen gibt es bisher nicht. Geheimdienstminister Khatib wurde nach israelischen Angaben bei einem Luftangriff in der Nacht auf Mittwoch getötet.

Die israelische Armee griff am Freitag eigenen Angaben zufolge erneut Ziele im Iran an. Das Militär habe neue Bombardements auf Stellungen der iranischen Führung in der Gegend der Stadt Nur im Norden des Landes begonnen, hieß es in einer Mitteilung zu Mittag.

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