LR Walcher verteidigt neue Regeln

Streit um Pflichtkurse für Privatzimmervermieter

Mittwoch, 01. Juli 2026 | 16:50 Uhr

Von: luk

Bozen – Die verpflichtenden Ausbildungskurse für Privatzimmervermieter sorgen in Südtirol weiter für Diskussionen. Nachdem sich zwei Dutzend Tourismusorganisationen in einem offenen Brief gegen Teile der neuen Regelung ausgesprochen haben, verteidigt Tourismuslandesrat Luis Walcher die Maßnahmen und sieht keinen Anlass, die Kurse auszusetzen.

Kritisiert wird vor allem, dass die Ausbildungspflicht auch für Betriebe gilt, die innerhalb der Familie übernommen wurden oder bei denen lediglich die Bettenzahl angepasst wurde. Zudem stößt die rückwirkende Anwendung der Bestimmungen auf Widerstand.

Walcher betont hingegen, die Regelung sei Teil der im vergangenen Jahr beschlossenen Wohnreform. Ziel sei es, den Verlust von Wohnraum durch touristische Kurzzeitvermietungen einzudämmen und Wohnungen wieder verstärkt der einheimischen Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Die Bestimmungen gelten rückwirkend ab August 2022 – dem Zeitpunkt der Einführung der Bettenobergrenze – und nicht ab 2017, wie teilweise behauptet werde.

Auch den verpflichtenden Ausbildungsnachweis verteidigt der Landesrat. Dieser solle die Qualität der Privatzimmervermietung langfristig sichern und sei zudem vom Verband der Privatvermieter selbst angeregt worden. Anerkannt werden neben dem neuen Kurs auch touristische Berufsabschlüsse sowie die gastgewerbliche Befähigung.

Bereits in den vergangenen Wochen habe es Gespräche mit dem Gemeindenverband gegeben, um Probleme bei der Umsetzung zu lösen. Laut Walcher wurden gemeinsam Verbesserungen erarbeitet und den Gemeinden mitgeteilt.

Der Landesrat bekräftigt zudem seine grundsätzliche Linie: Die Privatzimmervermietung bleibe ein wichtiger Bestandteil des Südtiroler Tourismus, gleichzeitig brauche es aber klare Regeln. Ziel sei ein qualitätsorientierter Tourismus, der den Wohnraum für Einheimische schützt und die Professionalität der Vermieter stärkt.

Bezirk: Bozen

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