Massive ukrainische Drohnenangriffe im Gebiet Woronesch (Symbolbild)

Tote bei ukrainischem Drohnenangriff in Russland

Montag, 26. Oktober 2026 | 16:39 Uhr

Von: importer

Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind laut russischen Behörden im Gebiet Woronesch mindestens drei Menschen getötet worden. Zudem sei auch ein Zug getroffen worden. Insgesamt gebe es 39 Verletzte, die meisten in dem Zug, teilte Gouverneur Alexander Gussew mit. In Woronesch selbst und in der Region seien 113 Drohnen abgeschossen worden. Russland kündigte indes an, trotz geplanter Gespräche unter US-Vermittlung die Angriffe auf die Ukraine fortzusetzen.

Der Zug sei in einem Vorort von Woronesch unterwegs gewesen, als Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne auf ihn gefallen seien, sagte Gussew. Beschädigt worden sei ein Waggon des Zugs Nummer 11 auf dem Weg von Anapa am Schwarzen Meer nach Moskau, teilte die russische Eisenbahngesellschaft RZD mit. Wegen der Angriffe sei der Zugverkehr in der Region vorübergehend eingestellt worden. Russische Medien berichteten, in dem Zug seien Fußballer des Vereins Lokomotive Moskau gewesen, die von einem Auswärtsspiel zurückkehrten.

Feuer in Geschäftszentrum

Nach Darstellung von Gouverneur Gussew geriet bei den Angriffen in Woronesch auch ein Geschäftszentrum in Brand. Schäden gebe es unter anderem auch an Industrieanlagen, einem Wohnhaus und einer Schulsport-Anlage. Fast in allen Teilen der Stadt gebe es Schäden an Fassaden und Fenstern. Aus der Ukraine gab es zunächst keine Angaben zu dem Angriff.

Russland: Drohnenangriff auf Moskauer Luftabwehr vereitelt

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat unterdessen nach eigenen Angaben einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein wichtiges Element der Moskauer Luftabwehr und eine Stromanlage vereitelt. Zwei Verdächtige seien festgenommen worden, teilte der FSB am Montag mit. Die Männer stammten aus der Region Südkaukasus und hätten im Auftrag des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU gehandelt. Sie sollen sogenannte FPV-Drohnen (First Person View) und Sprengstoff beschafft und in die Region Moskau gebracht haben. Die Drohnen hätten von der Ukraine aus ferngesteuert werden sollen. FPV-Drohnen sind per Videobrille gesteuerte Drohnen, die im Ukraine-Krieg häufig als bewaffnete Kamikaze-Drohnen verwendet werden.

Einer der Männer sei von einem SBU-Mitarbeiter gegen das Versprechen einer Geldzahlung angeworben worden, erklärte der FSB weiter. Er habe daraufhin einen Bekannten aus seinem Umfeld für das Vorhaben gewonnen. Die Festnahme sei erfolgt, als die Verdächtigen den Anschlag vorbereiteten. Eine Stellungnahme des SBU oder der ukrainischen Regierung lag zunächst nicht vor. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Drohnenangriffe auf die russische Hauptstadt verstärkt. Russland hat seinerseits die Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung und andere Infrastrukturziele intensiviert.

Russland will Angriffe trotz Gesprächen mit USA und Ukraine fortsetzen

Russland kündigte unterdessen an, trotz geplanter Gespräche unter US-Vermittlung seine Angriffe auf die Ukraine fortsetzen zu wollen. “Die Entscheidung für eine Wiederaufnahme der trilateralen Gespräche beinhaltet keine Einschränkungen für die Kampfhandlungen”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag vor Journalisten. “Unsere Streitkräfte werden ihre massiven Angriffe auf den militärisch-industriellen Komplex der Ukraine fortsetzen.”

Auf die Frage, ob die Regierung in Moskau weiteren örtlich begrenzten Waffenruhen wie zuletzt für den südukrainischen Ort Oleschky zustimmen würde, sagte der Kremlsprecher, dies sei “zu humanitären Zwecken auf jeden Fall” möglich. Zugleich warf Russland der Ukraine vor, mit wiederholten Angriffen die geplante Waffenruhe in Oleschky zu gefährden. Die Ukraine habe die von Russland kontrollierte Stadt seit dem 19. Oktober 18 Mal mit Artillerie beschossen und mehr als 120 Drohnenangriffe geflogen, erklärt das Verteidigungsministerium in Moskau. Dadurch seien die Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten sowie eine Evakuierung verhindert worden.

In der von Russland besetzten südukrainischen Stadt soll am Dienstag eine befristete Waffenruhe in Kraft treten. Die Feuerpause wurde angesichts gravierender Engpässe bei Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten von Melania Trump vermittelt, der Ehefrau von US-Präsident Donald Trump.

In den vergangen Wochen hatte Russland seine Drohnen- und Raketenangriffe auf die Ukraine verstärkt und dabei insbesondere Energieanlagen nahe größeren Städten attackiert. Ähnliche Angriffe hatten im vergangenen Winter bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Millionen Menschen zeitweise von der Strom- und Wärmeversorgung abgeschnitten.

Nach mehreren erfolglosen Verhandlungsrunden wollen Vertreter der Ukraine und Russlands im kommenden Monat mit Unterhändlern von US-Präsident Donald Trump erneut Gespräche über ein Ende des Krieges führen. Moskau fordert bisher weitere Gebietsabtretungen in der Ostukraine sowie weitreichende militärische und politische Beschränkungen für Kiew. Die Ukraine und ihre Verbündeten sehen darin Forderungen, die faktisch einer Kapitulation gleichkämen.

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