In Belgorod griff eine ukrainische Drohne ein Fahrzeug an (Archivbild)

Tote bei ukrainischen Angriffen gegen Russland

Donnerstag, 23. Juli 2026 | 12:02 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Bei ukrainischen Gegenangriffen sind in Russland und auf der besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim nach russischen Angaben mindestens drei Menschen getötet worden. Durch einen Drohnenangriff sei ein Brand in einem Wohnhaus in einem Vorort von Woronesch ausgebrochen, schrieb der Gouverneur des Gebiets, Alexander Gussew, bei Telegram. Ein Dreijähriger sei dabei ums Leben gekommen. Seine Eltern wurden demnach verletzt.

Gussew sprach von einem weiteren Verletzten und Schäden am Gebäude eines Versandhändlers. Die Ukraine hatte in den vergangenen Tagen mehrfach Zentren des größten russischen Online-Versandhändlers Wildberries angegriffen.

Tote bei Angriffen auf die Krim

Auf der bereits 2014 von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim wurden nach Angaben des von Moskau eingesetzten Verwaltungschefs Sergej Aksjonow zwei Menschen bei ukrainischen Angriffen getötet. Fünf weitere seien verletzt worden.

Im Bezirk Schebekino in der Region Belgorod griff eine ukrainische Drohne nach Behördenangaben ein Fahrzeug an. Ein Mann wurde dabei getötet, ein weiterer verletzt. Im Gebiet Uljanowsk sprach Gouverneur Alexej Russkich von einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Brennstoff- und Energiekomplex, ohne Details zu nennen.

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Als Teil seines Abwehrkampfes hat Kiew seine Gegenangriffe im russischen Hinterland vor allem mit Drohnen in den vergangenen Monaten stark ausgeweitet.

Ukrainische Angriffe drosseln Ölförderung in Kasachstan

Die ukrainischen Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur treffen auch die Ölproduktion in Kasachstan. Nach der Schließung eines wichtigen Export-Terminals am Schwarzen Meer ist die Ölförderung des zentralasiatischen Landes eingebrochen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag von zwei Brancheninsidern erfuhr. Das Verladeterminal des Kaspischen Pipeline-Konsortiums CPC am russischen Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk war am Montag nach Drohnenangriffen auf Öltanker geschlossen worden.

Besonders stark sei der Rückgang im vom US-Konzern Chevron geführten Tengis-Feld, dem größten Ölfeld Kasachstans. Dort habe sich die Produktion am Mittwoch auf rund 406.000 Barrel pro Tag mehr als halbiert. Im Juli habe der Durchschnitt noch bei 925.000 Barrel pro Tag gelegen. Die gesamte Öl- und Gaskondensatproduktion des Landes sei am Mittwoch von durchschnittlich 2,07 Millionen Barrel pro Tag im Juli auf 1,63 Millionen gefallen.

Russland wirft der Ukraine vor, CPC-Tanker angegriffen zu haben. Ziel sei es, “die Lage an den globalen Ölmärkten weiter zu destabilisieren”, hieß es aus Moskau. Die Regierung in Kiew, die ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur in den vergangenen Monaten verstärkt hat, äußerte sich zunächst nicht. Die Ukraine will mit den Attacken eine wichtige Einnahmequelle Moskaus für seinen Angriffskrieg lahmlegen.

Über die CPC-Pipeline, die über eine Strecke von rund 1510 Kilometern die kasachischen Öllagerstätten am Kaspischen Meer mit dem Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk verbindet, werden mehr als 80 Prozent der kasachischen Ölexporte und fast zwei Prozent des weltweit gehandelten Öls transportiert. Der Lieferstopp sorgt für zusätzliche Anspannung an den Ölmärkten, da der Krieg im Iran bereits die Lieferungen aus Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten beeinträchtigt.

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