Kriegsalltag in der ukrainischen Hauptstadt Kiew

Tote und Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine

Dienstag, 08. September 2026 | 22:55 Uhr

Von: importer

Bei einer Serie von russischen Angriffen sind in der Ukraine zahlreiche Menschen zu Schaden gekommen. In der Hauptstadt Kiew wurden in Folge zahlreicher Angriffe, die bereits in der Nacht auf Dienstag begonnen hatten, mindestens fünf Menschen getötet. Die Zahl der Verletzten wurde von den Behörden mit mindestens 35 angegeben. Bei den Angriffen seien mehrere Wohnhäuser getroffen und beschädigt worden.

Daneben wurden in der Region Sumy im Osten des Landes zehn Menschen in einem Lokalzug bei einem Angriff von Kampfdrohnen verletzt. Bei der Attacke seien die Lokomotive sowie ein Passagierwaggon getroffen und in Brand gesetzt worden, teilte die Behörden auf Telegram mit. Schon am Vormittag war auf der Strecke zwischen Dnipro und Saporischschja eine Mitarbeiterin der ukrainischen Eisenbahn bei einem Drohnenangriff getötet worden.

Der staatliche Stromversorger DTEK berichtete vom Komplettausfall eines Wärmekraftwerks nach einem russischen Angriff. Die Stromerzeugung in der Anlage sei nach erheblichen Schäden eingestellt worden. DTEK machte keine Angaben zum Standort des Kraftwerks. Die Behörden von Mykolajiw und Cherson berichteten von einem vollständigen Blackout in Gemeinden.

Russland führt seit über viereinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. In ihrem Abwehrkampf gegen die ständigen russischen Angriffe werden die ukrainischen Streitkräfte vom Westen unterstützt.

Schäden an Infrastruktur gemeldet

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach am Dienstagmorgen von erheblichen Schäden an Wohngebäuden und anderer ziviler Infrastruktur in Kiew. In der Region sei kritische Infrastruktur attackiert worden. Im Gebiet Odessa sei ein gewöhnlicher Markt angegriffen worden und in Charkiw wurden demnach zwei Menschen verletzt.

Er sprach von einem komplexen Angriff Russlands mit ballistischen Raketen, Anti-Schiffs-Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Die Luftwaffe habe 175 Flugkörper abgefangen, aber nicht alle, teilte Selenskyj mit. Einmal mehr verwies er auf den Mangel von Mitteln zur Abwehr ballistischer Raketen. Diese sind aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwer abzufangen. Darüber spreche Kiew mit seinen Partnern, so Selenskyj und kündigte weitere Gespräche auch über das Raketenabwehrprojekt Freyja an.

Russland meldet Tote auf der Krim

Das russische Verteidigungsministerium teilte russischen Nachrichtenagenturen zufolge mit, es seien militärische und logistische Ziele in Kiew, der umliegenden Region sowie in der Schwarzmeer-Hafenstadt Tschornomorsk getroffen worden. Auch russische Behörden meldeten unterdessen ukrainische Angriffe. Bei einem Angriff auf die Halbinsel Krim wurden am Dienstag nach Angaben des von Moskau eingesetzten Gouverneurs Sergej Aksjonow zwei Menschen getötet und eine weitere Person verletzt. Russland hatte die ukrainische Halbinsel 2014 annektiert. In der Grenzregion Brjansk wurde nach Angaben des kommissarischen Gouverneurs Jegor Kowaltschuk bei einem ukrainischen Angriff auf die Stadt Starodub ein Mensch getötet. Auch in der Region Kursk gab es Berichte über einen Toten.

Aus dem russischen Gebiet Saratow, rund 500 Kilometer östlich der ukrainischen Grenze, wurden ebenfalls Angriffe gemeldet. Dem Gouverneur des Gebiets, Roman Bussargin zufolge, wurden bei ukrainischen Drohnenangriffen zehn Menschen verletzt. Darunter seien drei Minderjährige. Mehrere Häuser seien beschädigt worden. Drei weitere seien verletzt worden. Die Angaben beider Kriegsparteien konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Selenskyj: “Anständige Ideen” zur Beendigung des Krieges

Trumps Gesandter Steve Witkoff und der Schwiegersohn des US-Präsidenten, Jared Kushner, hatten am Wochenende zum wiederholten Mal Moskau und danach erstmals auch Kiew besucht. Dort verhandelten sie mit Russlands Präsident Wladimir Putin bzw. dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj über mögliche Lösungswege zur Beendigung des Krieges, den Russland mit seinem Einmarsch ins Nachbarland im Februar 2022 begonnen hatte.

Selenskyj zufolge haben die US-Unterhändler mehrere “anständige Ideen” zur Beendigung des Krieges vorgelegt. Er teilte am Dienstag in einem WhatsApp-Gruppenchat mit, ein nächstes trilaterales Treffen könne in der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder der Schweiz stattfinden, wobei unter anderem Getreidelieferungen und die Energieinfrastruktur besprochen werden sollten. Laut der Nachrichtenagentur AFP hofft Selenskyj zudem auf ein Treffen mit Trump noch im September.

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