Donald Trump spricht in der Präsidentenmaschine zu Medienvertretern

Trump: Angriffspause im Iran für Verhandlungen

Montag, 27. Juli 2026 | 20:20 Uhr

Von: APA/dpa/AFP/Reuters

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben die jüngsten Angriffe im Iran vorerst gestoppt, um laufenden Verhandlungen eine weitere Chance zu geben. “Wir sind in sehr tiefgehenden Verhandlungen mit dem Iran”, sagte Trump der Website “Axios”. Zugleich drohte er mit erneut “sehr starker militärischer Gewalt” für den Fall, dass die Gespräche ergebnislos bleiben. Der Iran bestritt hingegen, dass aktuell Verhandlungen mit den USA stattfinden.

Er räume den Verhandlungen “nicht viel Zeit” ein, zum Erfolg zu kommen, sagte Trump gegenüber “Axios”. Bei den Gesprächen geht es um eine Öffnung der Straße von Hormuz sowie eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zum iranischen Atomprogramm. Laut Trump traf er die Entscheidung, die Angriffe zu pausieren, am Freitag auf Anraten der Vermittlerländer. Als Vermittler treten unter anderem Katar und Pakistan auf. Trump sagte in einer Fragerunde an Bord des Präsidentenflugzeugs, die Gesprächsbereitschaft Irans sei ein Zeichen dafür, dass die US-Stärke Erfolg zeige. “Sie haben um ein Treffen gebeten.”

Iran bestreitet laufende Verhandlungen

Der Iran erklärte hingegen am Montag, dass er derzeit keine Verhandlungen mit den USA führe. “Vermittler mögen Botschaften von amerikanischer Seite an uns übermitteln, die sich auf die aktuellen Entwicklungen in der Region beziehen”, sagte Außenamtssprecher Esmail Baghaei in Teheran.

“Derzeit stehen wir jedoch in keinerlei Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten”, so der Sprecher. Baghaei bestritt auch, dass der Iran um neue Verhandlungen mit den USA gebeten habe. Dies seien “Erfindungen, die die Gegenseite von Zeit zu Zeit in Umlauf bringt”.

Nach 13 Tagen der US-Luftangriffe auf den Iran hatte die US-Armee seit Freitag nun drei Nächte in Folge von neuen Angriffen abgesehen. Der Iran hatte seinerseits am Wochenende erklärt, seine “Vergeltungs”-Angriffe eingestellt zu haben.

Iran und USA blockieren Straße von Hormuz

In iranische Gespräche mit dem Oman zur Verwaltung der Straße von Hormuz seien die USA nicht involviert, sagte Baghaei am Montag auch. Die fortdauernden Gespräche zwischen Teheran und Maskat seien eine “bilaterale Angelegenheit” beider Staaten, eine “Verbindung” zu den USA gebe es nicht. Die Meerenge sei weiter “geschlossen”. In der Nacht auf Montag stoppten die iranischen Streitkräfte Staatsmedien zufolge erneut sechs Schiffe.

Die USA verhängten ihrerseits eine eigene Blockade. Nach Angaben des zuständigen US-Militärkommandos wurden inzwischen 17 Schiffe zum Umkehren gezwungen. Zudem seien in den vergangenen Wochen zwei Schiffe geentert und zwei weitere außer Betrieb gesetzt worden.

Der Iran hatte am Sonntag Fortschritte bei den Gesprächen mit dem Oman über die Verwaltung der für den Welthandel wichtigen Meerenge verkündet. Maskat hatte vor Beginn der Gespräche erklärt, dass Schiffe die Meerenge auch durch omanische Gewässer passieren könnten, was Teheran verärgerte. Der Iran möchte, dass die Schiffe durch iranische Hoheitsgewässer fahren und dafür eine Gebühr entrichten.

Medien: US-Munitionsreserven schrumpfen

Nach Informationen des Fernsehsenders CNN hatten sich Vizepräsident JD Vance und Generalstabschef Dan Caine besorgt über eine Eskalation des Iran-Konflikts gezeigt. Unter anderem habe Caine auf schwindende Munitionsreserven der USA hingewiesen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Der “New York Times” zufolge geht es dabei vor allem um Luftabwehr-Munition wie Patriot-Raketen.

Trump sagte dazu an Bord der Präsidentenmaschine: “Wir haben eine Menge Munition, verschiedene Arten davon.” Es sei “mehr als wir jemals verwenden könnten”. Zugleich würden die Bestände unter anderem bei Patriot-Systemen ausgebaut. Trump verwies auch darauf, dass sein Vorgänger Joe Biden Munition wie Patriot-Raketen an die Ukraine zur Abwehr der russischen Aggression geschickt hatte.

Eine weitere Sorge bei einem Treffen mit Vance und Caine seien potenzielle Opfer unter der iranischen Bevölkerung bei weiteren Angriffen gewesen, berichtete CNN. Trump hatte in der vergangenen Monaten wiederholt damit gedroht, zivile Infrastruktur wie Brücken, Straßen und Kraftwerke anzugreifen.

Pakistan sieht Indizien für US-Bodenoffensive

Gut informierte Quellen aus Pakistan halten eine limitierte US-Bodenoffensive für immer wahrscheinlicher. Die Bewertung pakistanischer Geheimdienste sei, dass US-Präsident Donald Trump Warnungen seines eigenen Militärs ignorieren und mit einer begrenzten Offensive iranische Küstenregionen einnehmen könnte, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen in Islamabad. Die Bewertung stütze sich auf militärische Beobachtungen.

Pakistan ist im Iran-Krieg ein zentraler Vermittler zwischen Washington und Teheran. Pakistan und der Golfstaat Katar übermitteln nun wieder Vorschläge zwischen den Kriegsparteien, verlautete es aus den pakistanischen Sicherheitskreisen. Irans Führung strebe jedoch einen dauerhaften Waffenstillstand an und lehne eine begrenzte Feuerpause ab, hieß es weiter.

Drohnenangriffe trotz Feuerpause

Ungeachtet der Feuerpause verschärften Drohnenangriffe auf US-Verbündete in der Region die Lage. Die saudi-arabische Flugabwehr fing nach Regierungsangaben vom Montag Drohnen aus dem Irak ab, die Ölanlagen im Osten des Landes und in der Hauptstadt Riad zum Ziel hatten. Das Verteidigungsministerium in Riad machte vom Iran unterstützte Milizen dafür verantwortlich und behielt sich entsprechende Gegenmaßnahmen vor.

Auch aus Jordanien und dem Nordirak wurden Drohnenattacken gemeldet. Zudem erklärten die mit dem Iran verbündeten Houthi-Rebellen im Jemen, sie hätten Öltransporte zum saudi-arabischen Hafen Yanbu am Roten Meer ins Visier genommen.

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