USA weiterhin für Attacken bereit

Trump droht Iran mit weiteren Angriffen: “Jederzeit bereit”

Mittwoch, 02. September 2026 | 22:31 Uhr

Von: importer

Nach der Wiederaufnahme heftiger gegenseitiger Angriffe hat US-Präsident Donald Trump dem Iran mit weiteren Attacken gedroht. “Wir haben letzte Nacht weit mehr als nur ihren Radar in die Luft gejagt”, sagte Trump am Mittwoch im Weißen Haus. “Es war ein sehr heftiger Angriff letzte Nacht, und wir sind bereit, jederzeit einen weiteren zu starten.” Bei den amerikanischen Luftangriffen in der Nacht auf Mittwoch wurden iranischen Medien zufolge mindestens 19 Menschen getötet.

Die erneute US-Militäroffensive gegen den Iran wird laut Trump nicht “zu lange” andauern. Der Iran versuche, eine Rakete zum Abwurf von Minen zu bauen, so Trump im Oval Office. Die USA hätten diese jedoch zerstört. Zudem habe der Iran an der Instandsetzung seiner Radar-und Raketensysteme gearbeitet, die ebenfalls Ziel der US-Angriffe gewesen seien. “Wir haben das gesamte neue Gerät ausgeschaltet, das sie entlang der Straße von Hormuz in Stellung zu bringen versuchten”, argumentierte Trump.

“Militäreinrichtungen attackiert”

Das US-Militär hatte von Dienstag auf Mittwoch nach eigenen Angaben Militäreinrichtungen der iranischen Streitkräfte attackiert. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Ziele im Irak, Jordanien, Kuwait und Bahrain. Der Konflikt spielt sich dabei vor allem an der Straße von Hormuz und den iranischen Südprovinzen ab.

Auf der Insel Lawan kamen demnach drei Mitglieder einer paramilitärischen Einheit ums Leben, in der Provinz Kermanshah sieben Soldaten der Luftstreitkräfte der Revolutionsgarden. Bei Sirik nahe der iranischen Küste sei ein Gebäude einer Hochzeitsfeier getroffen worden. Dabei kamen vier Menschen ums Leben, unter ihnen ein kleines Kind. Teheran warf den USA daraufhin Kriegsverbrechen vor. Außenamtssprecher Ismail Baghai bezeichnete den Angriff an der iranischen Südküste auf X als “verzweifelten Versuch” der USA, ihr Scheitern im Krieg zu verbergen. In der Industrieprovinz Khuzestan meldeten Behördenvertreter sieben Tote.

Teheran: Kriegsverbrechen – USA: Nehmen keine Zivilisten ins Visier

“Die Wahrheit über diesen völkerrechtswidrigen Krieg und das wahre Gesicht des Kriegsverbrechens zeigen sich in Sirik, wo eine Hochzeitsfeier brutal bombardiert wurde”, erklärte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, am Mittwoch im Onlinedienst X.

Die USA versuchten verzweifelt, “ihr Scheitern zu vertuschen”, schrieb Bakaei. Der iranische Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte auf X: “Wenn eine Macht sich wie Satan verhält, Ziele wählt wie Satan und tötet wie Satan, dann ist sie Satan.” Der Begriff “Großer Satan” für die USA wurde vom Gründer der Islamischen Republik Iran, Ayatollah Ruhollah Khomeini, im Jahr 1979 geprägt.

Auch der Leiter der iranischen Rothalbmond-Gesellschaft, Pirhussein Koliwand, verurteilte den Angriff auf die Hochzeitsfeier. In einem Brief an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag forderte er eine Untersuchung, wie die Hilfsorganisation mitteilte.

Das US-Militär hat Berichte über einen tödlichen Raketeneinschlag auf eine Hochzeitsfeier im Iran weder bestätigt noch dementiert. Man sei sich der Berichte bewusst, die von iranischen Staatsmedien stammten, teilte der Sprecher des zuständigen US-Regionalkommandos CENTCOM, Tim Hawkins, auf Anfrage mit. “Das US-Militär nimmt niemals Zivilisten ins Visier”, betonte er und stellte das als Unterschied zum Vorgehen der iranischen Revolutionsgarden dar.

Angriffe auf Basen der US-Streitkräfte

Als Vergeltung auf US-Angriffe hatte der Iran seine Attacken auf US-Ziele in umliegenden Ländern der Region verstärkt. Dutzende Angriffsdrohnen hätten Radarsysteme und Positionen der US-Streitkräfte auf den Stützpunkten Al Dhafra und Al Minhad in den Vereinigten Arabischen Emiraten attackiert, teilte die iranische Armee am Mittwoch mit. Auch der Luftwaffenstützpunkt Shaikh Isa in Bahrain sei Ziel von Angriffen gewesen.

Die Revolutionsgarden erklärten, der Iran hätte US-Streitkräfte in Kuwait, Jordanien, Bahrain und im irakischen Erbil angegriffen. Auf das in der autonomen irakischen Region Kurdistan gelegene Erbil sei ein “koordinierter Raketen- und Drohnenangriff” erfolgt, bei dem unter anderem ein Wartungszentrum und Lagerhäuser zerstört wurden, hieß es in einer von der Nachrichtenagentur Irna verbreiteten Erklärung.

Kuwait teilte unterdessen mit, dass durch einen iranischen Drohnenangriff ein Brand in einem Wohngebäude im Gebiet der Hauptstadt Kuwait-Stadt ausgebrochen sei. Laut einem Feuerwehrsprecher konnte der “von einer feindlichen Drohne im Rahmen der verabscheuungswürdigen iranischen Aggression” ausgelöste Brand unter Kontrolle gebracht werden. Opfer gab es dem Sprecher zufolge nicht.

Iran: Zwei Öltanker fahren in Straße von Hormuz auf Seeminen

In der Straße von Hormuz sind iranischen Angaben zufolge in der Nacht zwei Öltanker auf Seeminen gefahren. Explosionen und Brände hätten die Crews zum Verlassen ihrer Schiffe gezwungen, teilten die Revolutionsgarden laut iranischen Medienberichten mit. Es seien “Strafmaßnahmen” vorgesehen für Reedereien, die “illegale Routen” nutzen, hieß es in der Erklärung weiter. Die Vorfälle ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Die Straße von Hormuz hat sich im Verlauf des Kriegs zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt: Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den Transport von Öl, Erdgas und Dünger weltweit bedeutende Meerenge noch immer weitestgehend. Vor dem Krieg war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen. Der Iran fordert Zugeständnisse der US-Regierung, während Präsident Trump die Führung in Teheran mit einem “Wirtschaftskrieg” unter Druck setzen will.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete die “großen und gewaltigen” Angriffe des eigenen Militärs als Vergeltung für den gescheiterten Versuch der Iraner, Seeminen in der Straße von Hormuz zu verlegen. Das US-Militär selbst nannte als weiteren Grund iranische Attacken auf Handelsschiffe in der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge.

Experte: Unwahrscheinlich, dass Teheran Angriffe stoppt

Experten zweifeln daran, dass Trump den Konflikt mit der Führung in Teheran militärisch lösen kann. Zwar könne das US-Militär Irans Fähigkeiten erheblich schwächen, aber nicht vollständig beseitigen. Es sei unwahrscheinlich, dass Teheran seine Bemühungen aufgebe, die Schifffahrt durch die Meerenge zu stören, schrieb der Iran-Experte Danny Citrinowicz auf X. “Die USA können Irans Fähigkeiten schwächen”, fügte er hinzu. Ohne ein diplomatisches Endspiel könne man jedoch keinen stabilen Zustand “herbeibomben”.

Das “Wall Street Journal” schrieb, die Attacken könnten den USA zwar helfen, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran aufrechtzuerhalten und die Führung in Teheran daran zu hindern, die Meerenge zu kontrollieren. Der gegenseitige Beschuss drohe jedoch das US-Militär in einen langwierigen Konflikt zu verstricken. Das US-Regionalkommando CENTCOM erklärte, die mehr als 50.000 US-Streitkräfte in der Region seien weiterhin bereit, Angriffe auszuführen.

Bericht über geheime Zusammenarbeit zwischen Russland und Iran

Russland hat einem Bericht zufolge vor Jahren damit begonnen, den Iran bei der Entwicklung fortschrittlicher Marschflugkörper mit Überschallgeschwindigkeit zu unterstützen. Das geheime Programm unter dem Codenamen “C430L” wurde im Jahr 2023 aufgenommen, wie aus einer Recherche der britischen “Financial Times” hervorgeht.

“Hier handelt es sich um den Transfer einer militärischen Technologie aus Russland, die von hoher strategischer Bedeutung ist und die die Iraner schon seit Jahrzehnten erwerben wollten”, sagte der Militärexperte Fabian Hinz dem Blatt. Der Iran habe das Antriebssystem getestet, hieß es in dem Artikel weiter. Es gebe jedoch keine Hinweise darauf, dass die Waffe bereits eingesetzt werde.

Teheran und Moskau hatten im Jänner 2025 ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft unterzeichnet, die ihre Zusammenarbeit unter anderem im Bereich Wirtschaft und Militär vertiefen soll. Am Dienstag sicherte Kremlchef Wladimir Putin dem iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian bei einem Treffen am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) erneut Russlands Unterstützung zu.

Diplomatische Bemühungen rücken in den Hintergrund

Pezeshkian hatte sich am Dienstag weiter für eine diplomatische Lösung ausgesprochen. “Sollten die USA zu ihren Verpflichtungen (…) zurückkehren, wird auch die Islamische Republik Iran unverzüglich entsprechend handeln”, sagte er beim SOZ-Gipfel in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Vergangene Woche hatten regionale Vermittlerstaaten eine neue Runde diplomatischer Bemühungen begonnen. Delegationen aus Pakistan, Katar und Oman waren dafür in die iranische Hauptstadt Teheran gereist.

Die pakistanische Führung sei zuversichtlich, dass die Länder “zum Dialog an den Verhandlungstisch zurückkehren werden”, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Tahir Andrabi, am Mittwoch vor der Presse. Der Besuch des pakistanischen Armeechefs Asim Munir in Teheran im vergangenen Monat habe der Frage der Straße von Hormuz “erhebliche Dynamik” verliehen, fügte er hinzu.

Konfrontation am Sonntag aufgeflammt

Die militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran war am Sonntag wieder aufgeflammt und hatte sich am Dienstag deutlich verschärft. Die US-Streitkräfte attackierten am Sonntag nach eigenen Angaben Raketenwerfer auf der Insel Larak in der vom Iran weitgehend blockierten Straße von Hormuz, um das Verlegen weiterer Seeminen zu verhindern. Der Iran verstärkte daraufhin erneut seine Attacken auf US-Ziele in mehreren Ländern in der Golfregion.

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