Der US-Sondergesandte Steve Witkoff

Trumps Gesandter Witkoff trifft am Mittwoch Putin

Mittwoch, 21. Oktober 2026 | 09:55 Uhr

Von: importer

Nach Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Oslo ist US-Unterhändler Steve Witkoff zu Verhandlungen mit der russischen Führung in St. Petersburg eingetroffen. Der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew empfing Witkoff am Mittwoch in der Früh auf dem Flughafen Pulkowo, wie Staatsmedien meldeten. Kurz nach der Landung meldeten die Behörden Drohnenalarm, von dem auch Starts und Landungen des Flughafens betroffen waren.

Unklar war, ob die Ukraine tatsächlich während Witkoffs Besuch angriff. Witkoff hatte am Vorabend auch mit europäischen Spitzenpolitikern in Norwegen gesprochen. Er will von den Europäern und Amerikanern erarbeitete Vorschläge für eine Friedenslösung in dem russischen Angriffskrieg nun Kremlchef Wladimir Putin unterbreiten.

Putin empfängt Witkoff im Konstantinpalast

Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow sagte, dass der Präsident Witkoff im Konstantinpalast in der ersten Tageshälfte zu Gesprächen empfange. Die US-Regierung hoffe darauf, dass der ausgearbeitete Friedensvorschlag “den Weg zu direkten trilateralen und dann auch breiter angelegten multilateralen Verhandlungen ebnet”, sagte ein US-Beamter dem Nachrichtenportal “Axios”.

Die Ukraine habe in Oslo neue Ideen und Vorschläge präsentiert, die im Detail besprochen worden seien. Es habe “bedeutsame Fortschritte” und “starke Übereinstimmungen auf Arbeitsebene” gegeben, hieß es.

Witkoff soll danach nach Oslo zurückkehren

Der norwegische Regierungschef Jonas Gahr Støre hat dem Fernsehsender NRK gesagt, dass Witkoff nach seinen Treffen in Russland nach Oslo zurückkehrt. “Es wird wohl ein Treffen am Flughafen. Die Erwartung ist, dass es eine Art Rückmeldung wird”, hat Støre gesagt. “Ich glaube, dass wir uns vielleicht in einer Phase befinden, in der sich auch die Russen nach Möglichkeiten für Diplomatie umsehen.”

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Die Lage hat sich für das Land in der kalten Jahreszeit angesichts massiver russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur massiv verschärft, weil Kiew auch nicht ausreichend Mittel für die Flugabwehr hat. Russland hofft darauf, mit einem weiteren Kriegswinter den Widerstand der Ukrainer zu brechen. Selenskyj hatte zuletzt eine Waffenruhe für gegenseitige Angriffe auf Energieanlagen befürwortet. Putin lehnte das bisher ab.

Weiter Kämpfe trotz Verhandlungen

Wenige Stunden vor dem geplanten Treffen Putins mit Witkoff griff Russland nach eigenen Angaben erneut ein Frachtschiff im Schwarzen Meer an. Das Schiff mit militärischer Ausrüstung für die Ukraine sei auf dem Weg in den Hafen von Odessa getroffen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Bei einem russischen Drohnenangriff in der Nähe von Charkiw kamen in der Nacht auf Mittwoch zwei Menschen ums Leben, wie Regionalgouverneur Oleh Synjehubow auf Telegram mitteilte. In der Hauptstadt Kiew habe ein russischer Luftangriff ein Wohnhochhaus und Teile der Verkehrsinfrastruktur getroffen, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko. Bei einem weiteren Angriff auf eine Universität in Krementschuk in der Region Poltawa wurden nach Angaben der örtlichen Behörden zwei Menschen verletzt.

Auch die Ukraine setzte nach russischen Angaben ihre Angriffe fort. Ein 19-Jähriger sei bei einer Drohnenattacke auf ein Auto in der westrussischen Region Brjansk getötet worden, teilte Regionalgouverneur Jegor Kowaltschuk auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zwei weitere Menschen seien bei dem Vorfall verletzt worden. Die Angaben lassen sich von der Nachrichtenagentur Reuters zunächst nicht unabhängig überprüfen.

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