Von: APA/AFP/dpa
Die USA machen dem abgesetzten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro ab dem 1. Juni 2027 den Prozess. Ein Bundesgericht in New York setzte den Termin am Mittwoch in Anwesenheit Maduros fest. Dem 63-Jährigen droht eine lebenslange Haftstrafe wegen “Drogenterrorismus”. Die Staatsanwaltschaft wirft Maduro und seiner 69 Jahre alten Ehefrau Cilia Flores vor, sich an der Spitze Venezuelas mit Drogenkartellen verbündet und tonnenweise Kokain in die USA geschmuggelt zu haben.
Beide hatten Anfang Jänner in New York auf nicht schuldig plädiert. Vor dem Gerichtsgebäude in Manhattan demonstrierten erneut Anhänger und Gegner des gestürzten Staatschefs. Einige trugen Plakate mit Aufschriften wie “Befreit Präsident Maduro” und schwenkten venezolanische Flaggen. Gegendemonstranten hielten Plakate in die Höhe, auf denen Maduro und Flores als “Diktatoren” bezeichnet wurden.
Neben dem Strafverfahren droht Maduro ein Zivilprozess. Die Familien von fünf jungen Männern, die in Venezuela hingerichtet worden waren, reichten Anfang Juli Klage ein. Sie werfen dem früheren Staatschef vor, willkürlich staatliche Gewalt ausgeübt zu haben.
Nach der Anhörung wurde Maduro wieder in das Bundesgefängnis in Brooklyn gebracht, in dem er einsitzt. Der Linksnationalist war am 3. Jänner bei einem Einsatz der US-Streitkräfte in Venezuela gefangen genommen und nach New York gebracht worden. Er hatte das südamerikanische Land fast 13 Jahre lang autokratisch regiert.
Verstärkter Einfluss der USA in Venezuela
Nach Maduros Festnahme war dessen Stellvertreterin Delcy Rodríguez vom Obersten Gericht Venezuelas zur Übergangspräsidentin ernannt worden. Sie arbeitet mit den USA zusammen und hat Washington die Kontrolle über die Ölexporte Venezuelas ermöglicht.
Die USA und zahlreiche andere Staaten sahen Maduro spätestens seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Juli 2024 nicht mehr als rechtmäßigen Staatschef Venezuelas an. Bereits Monate vor dem US-Militäreinsatz in Caracas hatte das US-Militär mehrfach Boote in der Karibik und im Pazifik angegriffen, die angeblich mit Drogen beladen waren.




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