Von: APA/dpa/AFP
Nach Beendigung der jüngsten US-Angriffswelle auf den Iran am Freitagmorgen hat das für die Region zuständige US-Kommando CENTCOM auf der Onlineplattform X wieder Angriffe der USA gemeldet. Es seien erneut Kommandozentralen, Drohnenlager und Küstenüberwachungsanlagen ins Visier genommen worden. Dabei starben im Südwesten des Landes nach Behördenangaben mindestens vier Menschen, fünf weitere Menschen seien verletzt worden. Die USA griffen auch im Norden an.
Dort sei eine Marinebasis am Kaspischen Meer getroffen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA unter Berufung auf den Vizegouverneur der Provinz Gilan. Auch in Piranshahr im nördlichen Iran an der Grenze zum Irak seien am Morgen Projektile eingeschlagen, hieß es in einem separaten Bericht der Agentur unter Berufung auf den örtlichen Katastrophenschutz. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Über Attacken im Südwesten des Landes berichtete der stellvertretende Gouverneur der Provinz Khuzestan, Valiollah Hayati, nach Angaben der Nachrichtenagentur IRNA. Hayati sprach von einem “Raketenangriff des terroristischen US-Feindes auf Gebiete rund um die Stadt Ahvaz”. Es war die 13. Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen.
Iranische Städte unter Beschuss
Iranische Medien hatten schon zuvor US-Angriffe auf Gebiete um Ahvaz gemeldet, etwa auf die iranischen Städte Andimeshk und Omidiyeh. Auch aus dem Bereich der Insel Qeshm in der Straße von Hormuz, sowie bei der Großstadt Bandar Abbas gebe es Berichte über Explosionen. Dies berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf amtliche Angaben. Laut dem Portal “Nur News”, das dem Sicherheitsrat der Islamischen Republik nahesteht, war die iranische Flugabwehr auch in der Hauptstadt Teheran im Einsatz.
Das für die Region zuständige US-Kommando CENTCOM bestätigte die US-Angriffswelle. Die Attacken hätten um 2.15 Uhr Ortszeit im Iran begonnen und rund zwei Stunden angedauert. Dabei nahmen die US-Streitkräfte unter anderem Kommandozentralen, Drohnenlager und Küstenüberwachungsanlagen ins Visier, wie CENTCOM auf X mitteilte.
Erklärtes Ziel der USA ist es, den Iran zur Rechenschaft zu ziehen und die Bedrohung der Handelsschifffahrt durch die iranischen Revolutionsgarden zu verringern. Der Iran-Krieg war Anfang des Monats erneut eskaliert, nachdem Irans Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormuz beschossen hatten. Am Donnerstagabend berichtete das iranische Gesundheitsministerium über 55 Tote seit Wiederaufnahme der Kämpfe im Juli.
Iran verübte wieder Gegenangriffe
Wie in den vorangegangenen Nächten reagierte der Iran mit Gegenangriffen. So wehrten die Streitkräfte in Kuwait nach eigenen Angaben erneut Raketen und Drohnen aus dem Iran ab. Die Bevölkerung des Emirats wurde aufgerufen, Sicherheits- und Schutzanweisungen zu befolgen. Die iranische Revolutionsgarde gab Angriffe auf den US-Stützpunkt Al-Adiri in Kuwait bekannt.
Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Zudem meldete der Iran erneut Angriffe auf Bahrain und Jordanien. In Bahrain sei ein Beobachtungsturm der Fünften US-Flotte beschossen worden, meldete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die iranische Revolutionsgarde.
Jordaniens Luftabwehr hat am Freitag sieben aus dem Iran abgefeuerte Raketen und sechs Drohnen abgefangen und abgeschossen, wie das Militär mitteilte. Es habe weder Verletzte noch Schäden gegeben. Auch der Golfstaat Bahrain meldete erneuten Beschuss. Die Luftverteidigung habe mehrere Geschosse aus dem Iran abgewehrt, teilten die bahrainischen Streitkräfte mit. Angaben zur Anzahl oder zu möglichen Schäden gab es nicht.
Bericht: Iran lässt Schäden schnell beheben
Die USA und der Verbündete Israel hatten den Iran-Krieg am 28. Februar begonnen. Nach Informationen der US-Zeitung “Wall Street Journal” ist die dabei beschädigte Infrastruktur im Iran jedoch rasch wieder aufgebaut worden – von tief in den Bergen gelegenen Raketenstützpunkten bis hin zu Brücken, Häfen und Produktionsanlagen. Die Zeitung stützt sich dabei auf Angaben israelischer und westlicher Beamter sowie auf Satellitenbilder. Trotz der heftigen Angriffe sei der Iran weiter in der Lage, präzise Treffer gegen Schiffe zu landen und US-Verbündete mit Raketen anzugreifen.




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