Von: mk
Bozen – Seit Wochen finden auf dem Dach des Herzogspalast, dem Sitz des Regierungskommissariats in Bozen, Arbeiten in großer Höhe statt. Die Grünen im Bozner Gemeinderat haben allerdings Bedenken, was die Arbeitssicherheit anbelangt.
„Wer in mehreren Metern Höhe arbeitet, muss bestmöglich geschützt sein. Auf den vorliegenden Aufnahmen sind weder Schutzhelme noch eine erkennbare persönliche Absturzsicherung, etwa durch Sicherungsleinen, zu sehen. Das wirft ernsthafte Fragen zur Einhaltung der Arbeitsschutzbestimmungen auf“, erklärt die grüne Gemeinderätin Cornelia Brugger.
Nach einer ersten Meldung seien die Arbeiter für einige Tage mit Schutzhelmen ausgestattet worden. „Inzwischen scheint jedoch wieder ohne Helm gearbeitet zu werden. Sollte sich dieser Eindruck bestätigen, wäre das ein alarmierendes Zeichen dafür, dass Sicherheitsvorschriften nur punktuell und nicht dauerhaft kontrolliert werden“, so Brugger.
Besonders befremdlich sei, dass dies ausgerechnet auf einem öffentlichen Gebäude geschehe. Der Staat müsse Vorbild sein, wenn es um die Einhaltung der Arbeitsschutzbestimmungen gehe, fordern die Grünen im Bozner Gemeinderat.
„Die Zahl der Arbeitsunfälle in Südtirol ist weiterhin besorgniserregend. Gewerkschaften und Fachleute fordern seit Langem mehr Prävention, strengere Kontrollen und eine konsequente Sicherheitskultur – nicht erst nach einem Unfall“, so Brugger.
Besonders problematisch sei dabei die zunehmende Vergabe von Arbeiten an Subunternehmen. „Am Ende scheint niemand mehr Verantwortung übernehmen zu wollen. Doch die Verantwortung für die Sicherheit darf nicht entlang der Subunternehmerkette verwässert werden. Sie muss klar geregelt und konsequent wahrgenommen werden“, so Brugger.
Die Gemeinderätin fordert das Regierungskommissariat und die zuständigen Kontrollbehörden daher auf, umgehend zu klären:
- Wer trägt die Verantwortung für die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften auf dieser Baustelle?
- Wurden die gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen durchgeführt?
- Werden die Vorschriften von den ausführenden Unternehmen und den beauftragten Subunternehmen tatsächlich eingehalten?
„Arbeitssicherheit ist keine Formalität und kein lästiger Kostenfaktor. Sie schützt Menschenleben. Niemand sollte morgens zur Arbeit gehen und abends wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr nach Hause zurückkehren“, so Brugger abschließend.




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