Landesrat Messner zieht Bilanz

Wohnortnahe Gesundheitsversorgung: Gemeinschaftshäuser stärker genutzt

Freitag, 23. Oktober 2026 | 10:30 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Die neuen Angebote der wohnortnahen Gesundheitsversorgung werden von Menschen in Südtirol zunehmend genutzt. Das zeigen die aktuellen Daten. Allein in den derzeit sieben aktiven Ambulatorien für kleine Dringlichkeiten (AKD) in den Gemeinschaftshäusern wurden bis Mitte Oktober rund 12.500 Patientinnen und Patienten betreut. Die Gesundheits-Hotline 116117 verzeichnete seit ihrem Start am 15. September in Bozen bis zum 14. Oktober 2.835 Anrufe. “Besonders erfreulich ist, dass wir die Zugänge zur Notaufnahme des Krankenhauses Bozen seit der Inbetriebnahme der Gemeinschaftshäuser Bozen-Loew Cadonna und Leifers im Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund drei Prozent reduzieren konnten”, zeigt sich Gesundheitslandesrat Hubert Messner zufrieden. Auch die zusätzlichen fachärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Angebote in den Gemeinschaftshäusern werden rege genutzt.

Gemeinschaftshäuser: Mehr als Hilfe bei kleinen Dringlichkeiten

Die Gemeinschaftshäuser entwickeln sich zu wohnortnahen Gesundheits- und Sozialzentren mit fachärztlichen Leistungen, Pflege, Beratung und Therapie neben der Akutversorgung. “Sie bündeln Leistungen wohnortnah und helfen, Krankenhäuser gezielt für Menschen einzusetzen, die akut oder stationär behandelt werden müssen”, betont Messner. Im Gemeinschaftshaus Brixen wurden zum Beispiel bis Ende September 126 Zugänge zur pneumologischen Betreuung verzeichnet. Die dortige Diabetologie-Ambulanz kam bis zum 8. Oktober auf 43 Termine. Im Gemeinschaftshaus Klausen ist zudem eine Osteoporose-Ambulanz eingerichtet.

Ebenfalls gefragt ist der Blutabnahmedienst: In den Gemeinschaftshäusern Naturns und Mals wurden von April bis August insgesamt 3.749 Blutabnahmen gemacht. Hinzu kommen noch Impfungen, psychologische und psychiatrische Betreuung und zahnmedizinische Leistungen.

Hotline 116117: Fast 2.900 Anrufe in einem Monat

Die seit 15. September im Gesundheitsbezirk Bozen aktive, rund um die Uhr erreichbare Gesundheitshotline 116117 verzeichnet eine anhaltende Nachfrage. Bis 14. Oktober wurden insgesamt 2.835 Anrufe registriert, durchschnittlich rund 95 pro Tag. Besonders gefragt ist der Dienst an Wochenenden. Bisher wurden durchschnittlich 148 Anrufe pro Tag am Wochenende registriert und an Werktagen rund 75 pro Tag. Rund 38 Prozent der Anrufe gingen nachts ein. “Die Hotline 116117 hilft Menschen mit nicht dringenden Gesundheitsfragen, schnell die passende Anlaufstelle zu finden”, sagt Messner.

Notaufnahme Bozen: 1.060 Zugänge weniger seit Juni

In der Notaufnahme des Krankenhauses Bozen wurden von Juni bis September 2026 insgesamt 34.700 Zugänge registriert, gegenüber 35.760 im selben Zeitraum des Vorjahres. Das entspricht 1.060 Zugängen weniger beziehungsweise einem Rückgang von rund drei Prozent. Damit zeigen sich in der Notaufnahme Bozen bereits die ersten konkreten Entlastungen durch die Inbetriebnahme der beiden Gemeinschaftshäuser im Bezirk im Juni. Zum Vergleich: 2020 bis 2025 verzeichneten die Zugänge zur Notaufnahme Bozen einen Anstieg von 65 Prozent.

“Auch im restlichen Landesgebiet konnten wir die Zugänge zu den Notaufnahmen zumindest etwas eindämmen, wozu sicher die Ambulatorien für kleine Dringlichkeiten in den Gemeinschaftshäusern beitragen”, sagt der Landesrat. “Nach teils rasanten Zunahmen in den Notaufnahmen der sieben Krankenhäuser in den vergangenen Jahren konnten wir die Zugänge von Jänner bis September 2026 landesweit begrenzen. Sie stiegen nur um relativ geringe 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Bozen gingen die Zugänge zur Notaufnahme trotz des landesweiten leichten Anstiegs sogar zurück. Das ist ein ermutigendes Signal und bestärkt uns, die wohnortnahe Versorgung schrittweise weiter auszubauen”, betont Messner. “Die neuen Angebote werden genutzt werden und die Gesundheitsversorgung rückt näher zu den Menschen”, betont Messner.

Ende Oktober öffnet in Bruneck das dortige Gemeinschaftshaus. Die bisherigen Erfahrungen und Nutzungszahlen helfen, die Angebote gezielt an den Bedarf anzupassen.

Bezirk: Bozen

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