Vera Tronti Harpf und Otto von Dellemann zu Gast in Schlanders

“Würde und Rechte der Senioren im Mittelpunkt”

Donnerstag, 05. November 2026 | 11:49 Uhr

Von: Matthias Knapp

Schlanders – Die Rechte älterer Menschen, ein selbstbestimmtes Leben im Alter und der Schutz vor Altersdiskriminierung standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung der SVP-Generation 60+ des Vinschgaus. Bezirksvorsitzender Johann (Hans) Mitterer und sein Stellvertreter Franz Schuster begrüßten dazu die Seniorenbeauftragte der Volksanwaltschaft, Vera Tronti Harpf, sowie den Landesvorsitzenden Otto von Dellemann.

Mitterer und Schuster betonten die Bedeutung des direkten Austauschs: „Unser Ziel ist es, die Anliegen der älteren Generation ernst zu nehmen, ihr Wohlergehen zu fördern und dafür zu sorgen, dass ihre Stimme in der Gesellschaft gehört wird.“

Tronti Harpf stellte ihre Tätigkeit vor und informierte über die Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen ab 65 Jahren. Zu ihren Aufgaben zählen der Schutz der Rechte älterer Menschen, die Förderung eines selbstbestimmten Alterns sowie die Beratung bei Konflikten mit Angehörigen, Pflegepersonen und öffentlichen Diensten. „Seniorinnen und Senioren sollen wissen, dass sie sich mit ihren Anliegen an die Seniorenanwaltschaft wenden können. Ihre Würde und ihre Rechte müssen in jeder Lebenssituation gewahrt bleiben“, betonte sie.

Von Dellemann thematisierte die Altersdiskriminierung, insbesondere im Versicherungswesen, wo höhere Prämien und erschwerte Vertragsbedingungen ältere Menschen benachteiligen können. „Wer unsere Gesellschaft über Jahrzehnte mitgestaltet hat, verdient Respekt, faire Behandlung und Chancengleichheit“, unterstrich er.

Von Dellemann hob das Pflegegeld als eine der wichtigsten sozialen Errungenschaften Südtirols hervor. Der V.I.T.A.-Fragebogen zur Pflegeeinstufung habe sich grundsätzlich bewährt. Rückmeldungen von Betroffenen und Angehörigen zeigten jedoch, dass einzelne Kriterien nicht mehr vollständig den heutigen Pflegebedürfnissen entsprächen. Daher regte er an, den Fragebogen gemeinsam mit Fachleuten, Pflegekräften sowie Betroffenen und Angehörigen zu überprüfen und bei Bedarf gezielt anzupassen.

Ein weiteres Thema war die zunehmende Digitalisierung öffentlicher und privater Dienstleistungen. Mitterer und Schuster begrüßten digitale Angebote, forderten jedoch, analoge Zugänge dauerhaft als gleichwertige Alternative zu erhalten. „Wir sind offen für Digitalisierung. Allerdings muss eine Alternative möglich sein. Seniorinnen und Senioren sollen trotz der rasanten digitalen Entwicklung auch weiterhin analog leben können“, erklärten sie.

Abschließend dankten Mitterer und Schuster den Gästen für den wertvollen Austausch und bekräftigten ihren Einsatz für die Anliegen der Seniorinnen und Senioren im Vinschgau.

Bezirk: Vinschgau

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