Von: importer
Bei russischen Angriffen sind im Südosten der Ukraine mindestens zwölf Menschen getötet worden. Russland habe fünf Gleitbomben auf Wohnhäuser in Saporischschja abgeworfen, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag in den sozialen Medien. Unter den Toten seien drei Minderjährige, 14 Menschen seien verletzt. Die Angriffe erfolgten, während in den USA neue Beratungen zwischen Vertretern der USA, Kiews und Europas über ein Ende des Ukraine-Krieges laufen.
Insgesamt seien in der Nacht 13 ukrainische Regionen attackiert und Wohnhäuser, Infrastruktur und Eisenbahneinrichtungen beschädigt worden. Die Nacht habe einmal mehr gezeigt, dass Russland nachlassenden Druck als Signal verstehe, weiter Krieg führen und Bomben auf Städte werfen zu können, schrieb Selenskyj. “Russland bedankt sich für die Aufhebung der Sanktionen gegen Dieselexporte, indem es fünf Gleitbomben auf Wohngebäude in Saporischschja abwirft.” Der Staatschef forderte andere Signale und kündigte eine Reaktion auf die russischen Angriffe an.
US-Präsident Donald Trump hatte nach einem Gespräch mit Kremlchef Wladimir Putin eine Vereinbarung zu Lieferungen von Hunderttausenden Tonnen Diesel aus Russland verkündet. Dafür heben die USA vorübergehend Sanktionen gegen russischen Diesel auf.
Gouverneur: Ukrainische Angriffe auf Region Rostow
Die Ukraine nahm bei Gegenangriffen ihrerseits das südrussische Gebiet Rostow ins Visier. Auf der Nasa-Website Firms, die weltweit Brandherde erfasst, waren mehrere Feuer dort zu sehen, wo sich ein Erdöl verarbeitendes Unternehmen befindet. Der Gouverneur der Region, Juri Sljussar, schrieb bei Telegram von Bränden und Schäden an Wohnhäusern infolge ukrainischer Angriffe. Zudem sei eine Eisenbahnbrücke beschädigt worden. Sechs Menschen benötigten demnach ärztliche Hilfe.
Moskau: Mehr als 500 Drohnen abgewehrt
In der Stadt Asow seien zwei Schiffe beschädigt worden. Mehr als 100 Drohnen seien über dem Gebiet Rostow abgewehrt worden. Das Verteidigungsministerium in Moskau gab an, in der Nacht 560 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten und der annektierten Krim abgewehrt zu haben.
Russland überzieht die Ukraine seit mehr als viereinhalb Jahren mit einem brutalen Angriffskrieg. Als Teil ihres Abwehrkampfes nimmt Kiew immer wieder auch Ziele im russischen Hinterland ins Visier. Darunter vor allem die für Russlands Kriegskasse so wichtige Ölindustrie.
Witkoff: “Konstruktive” Gespräche über Beendigung des Krieges
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff bezeichnete unterdessen die Gespräche in den USA mit den ukrainischen Unterhändlern über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs als “konstruktiv”. Bei dem Austausch in Miami im Bundesstaat Florida sei es unter anderem um “kurzfristige Maßnahmen zur Vorbereitung auf den Winter” in der Ukraine wie die Stärkung der Energieinfrastruktur und Getreideexporte gegangen, erklärte Witkoff im Onlinedienst X.
Auch Sicherheitsgarantien und “langfristige Vorkehrungen für die Sicherheit der Ukraine und Europas” waren demnach Thema. Ob die Gespräche wie angekündigt am Samstag fortgesetzt werden, teilte Witkoff nicht mit.
Die Versuche der US-Regierung, zwischen der Ukraine und Russland zu vermitteln, waren seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar zum Erliegen gekommen. In den vergangenen Wochen wurden sie wieder aufgenommen.




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