Motto „Gemeinsam statt einsam“

Zwölfte Landesversammlung der Generation 60+ der Südtiroler Volkspartei

Dienstag, 09. Juni 2026 | 09:39 Uhr

Von: mk

Bozen – Unter dem schlichten, aber aussagekräftigen Motto „Gemeinsam statt einsam“ fand heute im Kolpinghaus/Bozen die zwölfte Landesversammlung der Generation 60+ der Südtiroler Volkspartei statt. Ganz im Zeichen eines Themas, das viele ältere Menschen betrifft: Einsamkeit im Alter. Zahlreiche Funktionärinnen und Funktionäre aus allen Landesteilen sowie viele Mandatarinnen, Mandatare und Ehrengäste nahmen an der Versammlung teil und unterstrichen damit die wichtige Rolle der Generation 60+ innerhalb der Partei und der Südtiroler Gesellschaft.

Landesvorsitzender Otto von Dellemann würdigte zu Beginn die Lebensleistung der älteren Generation, die das Land aufgebaut und geprägt habe. Zugleich betonte er die Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen: Südtirol müsse sicher, stark und selbstbestimmt bleiben. Grundlage dafür seien die eigenen Stärken sowie Werte wie Bodenständigkeit, Fleiß, Ausdauer und Verantwortung.

Landeshauptmann Arno Kompatscher bekräftigte in seinen Grußworten, dass das Wohlergehen und die soziale Sicherheit der älteren Generation weiterhin zentrale politische Anliegen seien. Zugleich appellierte er an die Anwesenden, die Zukunft mit Zuversicht und Vertrauen aktiv mitzugestalten.

Senator Meinhard Durnwalder betonte in seiner Ansprache: “Wer heute auf dem Fundament unserer Heimat aufbauen darf, muss die Leistung derer ehren, die es gebaut haben. Es war die Generation 60 plus, die mit unendlicher Ausdauer, großem Fleiß und politischem Weitblick die autonomen Rechte unseres Landes erkämpft und mit Leben gefüllt hat. Diese herausragende Leistung gibt unserer politischen Arbeit in Rom bis heute Orientierung und Maßstab. Ganz Südtirol schuldet der Generation 60 plus Dank und Anerkennung.”

Senatorin Julia Unterberger nahm auf die Herausforderung des demografischen Wandels Bezug: „In den kommenden Jahren werden die über 60-Jährigen einen immer bedeutenderen Anteil an der Bevölkerung ausmachen. Darauf muss sich die Politik einstellen, sowohl im Bereich des Sozialstaats als auch bei der Wertschätzung von Kompetenzen und Erfahrungen älterer Menschen.“ Veranstaltungen wie diese seien sehr hilfreich, um gemeinsam über diese Themen nachzudenken.“

SVP-Parteiobmann Dieter Steger schlug in seiner Ansprache den Bogen von den 81 Jahren der Südtiroler Volkspartei zu den 33 Jahren der Generation 60+. Er betonte, dass sich die Generation 60+ zu einer wichtigen und unverzichtbaren Säule innerhalb der Partei entwickelt habe. „Unsere Geschichte steht für Zusammenhalt, ein festes Wertefundament, eine lösungsorientierte Politik“, so Steger.

In seiner programmatischen Rede sprach Landesvorsitzender Otto von Dellemann zentrale Anliegen der Generation 60+ an. Dazu zählen Sicherheit, Niedrigrenten, Altersdiskriminierung, die Einrichtung einer Ombudsstelle für Senioren sowie Fragen rund um Pflege und Pflegeversicherung. Ein besonderes Augenmerk legte er auf das Thema Einsamkeit im Alter, von der leider viele ältere Menschen betroffen sind. Ursachen sind häufig der Verlust von Angehörigen oder ein Mangel an sozialen Kontakten. Begegnungsstätten, Vereine, Besuchsdienste und generationsübergreifende Projekte können der Isolation entgegenwirken und neue Kontakte schaffen.

Im Mittelpunkt des Nachmittags stand das Referat des Geriaters und Gerontologen Dr. Christian Wenter. Er setzte sich mit den Themen Individualismus und Vereinsamung auseinander und beleuchtete die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre und deren Auswirkungen auf das Zusammenleben der Menschen. Er machte deutlich, dass soziale Isolation und Vereinsamung nicht nur das persönliche Wohlbefinden beeinträchtigen, sondern auch nachweislich das Risiko für körperliche und psychische Erkrankungen erhöhen können.  Soziale Kontakte, gelebte Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung sind wesentliche Voraussetzungen für Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität sind. Wenter wies darauf hin, dass der Wunsch nach Selbstbestimmung und Unabhängigkeit zwar viele Chancen eröffnet, gleichzeitig aber das Risiko sozialer Isolation erhöhen kann. Für eine lebenswerte Gesellschaft sei es daher entscheidend, persönliche Freiheit mit einem starken Gemeinschaftssinn zu verbinden und das Miteinander aktiv zu fördern.

Landesrätin Rosmarie Pamer stellte die Generation 60+ unter das Motto „Aktiv. Engagiert. Unverzichtbar.“ und betonte:“ Nur eine Gesellschaft, die älteren Menschen Teilhabe, Sicherheit und Wertschätzung bietet, ist eine starke Gesellschaft. Die Generation 60+ leistet jeden Tag einen wichtigen Beitrag, sei es in den Familien, im Ehrenamt oder in den Gemeinschaften vor Ort. Diesen Einsatz zu unterstützen und gute Voraussetzungen für aktives Altern zu schaffen, ist mir ein besonderes Anliegen.“

Landeshauptmann a. D. Luis Durnwalder hob die Bedeutung von Erfahrung, Gelassenheit und Zuversicht hervor. Die Generation 60+ könne mit ihrer Lebenserfahrung wichtige Orientierung geben und helfen, Herausforderungen mit Weitblick zu begegnen. Zugleich plädierte er für mehr Zusammenhalt, Empathie und gegenseitigen Respekt in der Gesellschaft. Gerade in Zeiten großer Veränderungen seien diese Werte unverzichtbar, um das Miteinander zu stärken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.

Bezirk: Bozen

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