Logistik und E-Commerce wachsen rasant und Lastenräder wären für Südtirols Städte eine große Entlastung. Das Land Südtirol unterstützt den Ankauf von Lastenrädern.

Logistik & Mobilität: Mehr Cargobikes – weniger Lieferwagen

Donnerstag, 21. Dezember 2017 | 00:00 Uhr
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Auf einmal dreht sich die Welt ein bisschen schneller. Als wir, das #greenmobilitybz-Team, die ersten Schritte in die Logistikhalle des GLS Bozen tun, wirkt alles wie im Zeitraffer. Pakete sausen über Transportbänder, Sensoren scannen Etiketten. Die Mitarbeiter entladen und beladen LKWs und Kleintransporter in flottem Tempo – und siehe da – auch Fahrräder werden beladen. Cargobikes nennen sich die Lastenräder von heute. GLS-Chef Maurizio Giampietro tätschelt im vorübergehen den Sattel seines neuen Cargobikes, als er sich uns nähert.

Die Logistikbranche steht vor großen Umbrüchen. Der Online Handel nimmt jedes Jahr stark zu, die durchschnittliche Paketgröße hingegen nimmt ab. Für GLS eine Herausforderung, die sich mit einem Tritt in die Pedale meistern lässt. “Cargobikes lösen viele unserer Probleme,“ so Maurizio Giampietro.

Cargobikes tragen zu einem Plus an Lebensqualität in den Südtiroler Städten bei. Cargobikes sind günstiger, flexibler und teilweise auch schneller im stockenden Straßenverkehr als traditionelle Lieferwagen. Die GLS Filiale Bozen deckt mit zwei Cargobikes die Zustellungen für das Altstadtzentrum Bozens ab. “Wenn ich dürfte, würde ich nächstes Jahr fünf Cargobikes in Bozen einsetzen. Das wären dann fünf Lieferwagen weniger.” so Giampietro, der Lastenräder schon seit einigen Jahren erfolgreich einsetzt.

Nachdenklich stimmt den Logistiker die Behäbigkeit der Stadtpolitik. “Ich verstehe nicht, warum ich so lange auf ein Zusage der jeweiligen Stadtverwaltung warten muss,” fragt sich Giampietro, der bspw. in Meran noch immer nicht mit Lastenrädern seine Arbeit erledigen darf. “Lastenräder bringen allen Beteiligten Vorteile. Sie benötigen weniger Platz, verstopfen die teilweise sehr engen Altstadtgassen nicht, produzieren kaum Lärm und keine Abgase. Eine urbane Logistik, die vermehrt auf Cargobikes setzt, wäre ein Beitrag zu mehr Lebensqualität in den Städten.”

Lastenräder können für Unternehmen aus verschiedenen Branchen hilfreich sein. Der Gastronom in der Stadt, der Florist, der Handwerker oder der Bäcker – sie alle würden von den Vorteilen profitieren. Für viele Anforderungen reicht die Transportkapazität von Cargobikes meist aus. Bei schweren Ladungen oder steilen Anfahrten gibt es auch Cargobikes mit Elektromotor. Das Land Südtirol fördert den Ankauf von Cargobikes für die betriebliche Nutzung mit 30% Ankaufprämie (bis zu einem Höchstbetrag von € 1.500.-).

In Mitteleuropa sind die Lastenräder (Cargobikes) in den Städten wieder im Aufwind. Zwei- und dreirädrige Modelle sind für die verschiedensten Anforderungen eine Alternative, um Waren und auch Menschen zu transportieren. Im Norden Europas sind Cargobikes auch für den Kindertransport beliebt. Der Personentransport ist in Italien (noch) nicht zugelassen.

Das #greenmobilitybz-Team porträtiert Menschen in Südtirol, die nachhaltige Mobilität aktiv leben. Jeder vermeidet, verlagert oder verbessert den Verkehr auf seine eigene Art und Weise – wir alle können dazu beitragen. Das Land Südtirol unterstützt den Umstieg auf die Elektromobilität mit einer Ankaufprämie für E-Fahrzeuge und Heimladestationen. Mehr dazu unter www.greenmobility.bz.it #greenmobilitybz #101argumente

Von: suedtirolonline

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