Erfolsduo Eric Digruber und Veronika Aigner

4. Cortina-Gold für Veronika Aigner – Slalom-Titel vor Stary

Samstag, 14. März 2026 | 14:36 Uhr

Von: apa

Veronika Aigner hat bei den Paralympischen Winterspielen in Cortina ihre vierte Goldmedaille errungen. Die Alpinskiläuferin gewann nach Abfahrt, Kombination und Riesentorlauf am Samstag auf der Tofana auch den Slalom in der sehbeeinträchtigten Klasse an der Seite von Guide Eric Digruber. Die Niederösterreicherin siegte mit 4,04 Sek. Vorsprung auf ihre Teamkollegin Elina Stary und deren Guide Stefan Winter sowie 9,24 Sek. vor der Slowakin Alexandra Rexova mit Matus Duris.

“Das war ein Slalom für die Seele, auf den ich für immer zurückblicken kann”, meinte Aigner, die wegen Knieproblemen den Slalom künftig nicht mehr fahren will, in einer ersten Reaktion. “Ich habe alles aufgesaugt, die Zieleinfahrt, das ganze Gejubel. Es war irrsinnig schön. Damit kann man gut den Slalomski an die Wand nageln.” Digruber ging im Ziel vor der nun sechsfachen Paralympics-Siegerin auf die Knie. “Ehre wem Ehre gebührt, gerade wenn es der letzte Slalom auf der großen Bühne ist. Ganz sicher bin ich mir eh noch nicht, ob sie das wirklich durchzieht”, sagte der Ersatz-Guide.

Medaillenflut mit Ersatz-Guides

Aigner war Schwester Elisabeth als Stamm-Guide vor den Para-Spielen wegen eines Kreuzbandrisses ausgefallen. Die Lücke schloss zunächst Lilly Sammer in den ersten drei Rennen und Digruber in den Technik-Bewerben. “Da muss ich beiden wirklich Danke sagen. Ich glaube, sie waren ein guter Lisi-Ersatz.” Die 23-Jährige nimmt aus Cortina viermal Gold und einmal Silber mit heim. Das ist eine Rekordausbeute für das ÖPC-Team seit der neuen Klasseneinteilung im Jahr 2006. “Es war komplett wild. Mit so einem Ergebnis rechnet man natürlich nicht”, sagte Aigner.

Ihr Bruder Johannes hatte bereits vor vier Jahren in Peking fünfmal Edelmetall (2 Gold, 2 Silber, 1 Bronze) geholt und kann dies am Sonntag wiederholen. Derzeit hält der 20-jährige Gloggnitzer bei drei Goldenen und einer Bronzemedaille.

Drei Medaillen für Stary

Stary, die mit einem schweren Sturz im Super-G die Paralympics begonnen hatte, holte derweil in Cortina nach zwei dritten Plätzen ihre erste paralympische Silbermedaille. “Ich freue mich sehr. Natürlich waren die Erwartungen hoch, vor allem mit den zwei Medaillen davor. Ich bin froh, dass wir es so heruntergebracht haben. Es war nicht so einfach mit dem Regen oben am Start. Es war eine sehr coole Erfahrung”, sagte die 19-jährige Kärntnerin, für die nun wieder die Schulbank drücken wird, schließlich steht die Matura an.

Österreich hält vor dem Schlusstag bei insgesamt 13 Medaillen – das entspricht der Peking-Ausbeute -, sieben davon in Gold, zwei in Silber und vier Bronze. Damit liegt das ÖPC-Team hinter China und den USA und vor Gastgeber Italien auf Rang drei. Der Edelmetallregen rechnet sich unterdessen für die Paralympics-Athletinnen und Athleten des ÖPC. Für Gold gibt es 15.000, für Silber 13.000 und für Bronze 11.000 Euro, die Guides bekommen zusätzlich die Hälfte dieser Summen. “Mein kleines Träumchen ist eine kleine Landwirtschaft. Das Geld wird auf die Seite gelegt”, sagte Veronika Aigner.

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